Innenbereich

Akustikplatten ermöglichen offene Studienlandschaften

Gleichzeitig lernen, ganz konzentriert und ungestört – und das trotz offener Studien­landschaften. Im 180 Millionen Euro teuren Neubau der Fachhochschule Bielefeld machen 36 000 m2 Holzwolle-Akustikplatten des Deckenspezialisten Knauf AMF die ruhige Lernatmosphäre erst möglich. Denn sie verkürzen die Hallzeiten, punkten mit Naturlook und sind dabei auch noch ausgesprochen wirtschaftlich.

Die Fachhochschule Bielefeld ist mit knapp 9 700 Studenten in den Fachbereichen Ingenieurswissenschaften, Mathematik, Sozialwesen und Wirtschaft die größte staatliche Fachhochschule in Ostwestfalen-Lippe und hat einen Neubau auf dem Campus Nord bekommen. Auf einer Nutzfläche von 31 500 m2 sind 16 Hörsäle, 220 Seminarräume, eine Bibliothek, Labore, ein Rechenzentrum, zwei Café-Bars und eine Caféteria mit Außengastronomie untergebracht.
»Auf dem Campus Bielefeld lernen, lehren und forschen die verschiedenen Disziplinen der FH erstmals unter einem Dach – in einer hervorragenden Infra-
struktur und mit modernster Ausstattung«, sagt Beate Rennen-Allhoff, Präsidentin der FH Bielefeld.
Die Planer des Münchener Architekturbüros Auer Weber haben das Gebäude nach Kriterien der Offenheit gestaltet, um Kommunikation und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern. Es gibt große Begegnungslandschaften für den gemeinsamen Gedankenaustausch, lichtdurchflutete Innenhöfe und breite Flure.
Die akustische Herausforderung bestand darin, die Hallzeiten zu begrenzen. »Wir entschlossen uns frühzeitig, im gesamten Gebäude ein Abhangdeckensystem zu installieren, das auch dazu dienen sollte, den Studenten ein ruhiges und angenehmes akustisches Umfeld zu schaffen«, erinnert sich Architekt Thomas Schonder von Auer Weber. Die Suche nach der Deckenlösung führte die Planer zu Knauf AMF. Der Deckenspezialist aus Grafenau produziert »Heradesign superfine« – 35 mm dicke Holzwolle-­Akustikplatten, die aus Holz, dem Bindemittel Magnesit und Wasser bestehen. Sie wiegen 15 kg pro m2 und wurden im Sonderformat 550 x 2 200 mm geliefert. Insgesamt 36 000 m2 haben die Architekten über eine CD-Unterkonstruktion aus Metall von der Decke abhängen lassen.
Die vollflächige Akustik­bekleidung verwandelt bis zu 90 % der Schallenergie über das gesamte Frequenzspektrum durch Reibung in Wärme und reflektiert den Rest. Besonders effektiv arbeitet sie dabei im sprachrelevanten Frequenzbereich von 250 bis 4000 Hz. Die Folge_ In den Hörsälen, Fluren, Verbindungsgängen, Seminarräumen und offenen Lern- und Begegnungslandschaften wird es spürbar ruhiger und Studenten können sich entspannt in Zimmerlautstärke unterhalten. Schonder_ »Mit diesem angenehmen akustischen Raumklima beugen wir unnötigen Ermüdungserscheinungen vor und erfüllen außerdem die DIN 18041 ›Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen‹.«
Die Trockenbauer hatten keinerlei Probleme, die Deckenplatten vor der Montage teilweise zurechtzuschneiden, um Elemente der Haustechnik zu integrieren wie beispielsweise Leuchten, Lüftungselemente, Sprinkler, Brandmelder und Lautsprecher. Schonder_ »Als weiterer Produktvorteil hat sich während der Bauphase herausgestellt, dass man für nachträgliche Installationsarbeiten einzelne Deckenfelder mit geringem Aufwand temporär öffnen kann.« Dank dieser sogenannten Revisionierbarkeit können Haustechniker im Alltag schneller arbeiten.
Beim Neubau stand nachhaltiges Bauen im Vordergrund. Die Akustikplatten fügen sich laut Hersteller in dieses Konzept ein. Sie tragen das FSC-Siegel sowie den »Blauen Engel.

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