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Adolf Blatt: Wasserdurchlässiges Pflaster für »WohnenPLUS«-Residenz

Von den aktuell rund 4 Mio. pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden aktuell rund 15 400 Menschen vollstationär in Pflegeheimen untergebracht. Gefragt sind moderne Wohnkonzepte, die auf die Situation kranker, alter und etwaig verwirrter Menschen zugeschnitten sind und dabei gleichzeitig eine möglichst hohe Aufenthaltsqualität bieten. An Bedeutung in diesem Zusammenhang gewinnt neben der Hochbauarchitektur auch die Art und Weise der Flächenbefestigung im Außenbereich. Auf welche Weise diese so auszugestalten ist, dass neben den rein funktionalen Aspekten auch die Anforderungen an ein modernes Wohnkonzept erfüllt werden, zeigt das im Juli 2020 eröffnete Seniorenheim im schwäbischen Ingersheim. Zum Einsatz kam hier ein mehrfarbiger Pflasterbelag vom Betonwerk Adolf Blatt.

»WohnenPLUS-Residenz« – so nennt sich das Senioren-Zentrum, das in der Gemeinde Ingersheim – 20 Kilometer nördlich von Stuttgart – bis Mitte 2020 für rund 10 Mio. Euro errichtet wurde. Die von der Evangelischen Heimstiftung entwickelte, innovative Wohnform bietet Menschen mit Pflegebedarf in ambulanter Form eine Alternative zum klassischen, stationären Pflegeheim.

Sickerstein bietet optische und funktionale Vorteile

Wie aber wurde das Konzept baulich umgesetzt? Alex Reinhardt, Projektsteuerer »Referat 11 Bau«, von der Evangelischen Heimstiftung aus Stuttgart erläutert die Maßnahme: »Insgesamt entstanden in Ingersheim 32 Pflegewohnungen, eine Tagespflege, ein Bewohnertreff, eine zweigruppige Kindertagesstätte, eine Begegnungsstätte der Gemeinde und die direkte Anbindung an die Mobilen Dienste.« Besondere Bedeutung nahmen hierbei auch die Außenanlagen ein, die rund um die Hochbauten neu zu befestigen waren. Christian Piel von der Architektenpartnerschaft Stuttgart erklärt warum: »Insbesondere die Pflasterflächen sollten durch eine geeignete Gestaltung den Bewohnern ein Gefühl der Geborgenheit und des Zusammenlebens vermitteln. Angrenzend an die Residenz befindet sich zudem ein Nachbarschaftsplatz; dieser sollte einheitlich mit den umliegenden Flächen gestaltet werden.« Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, entschieden sich die Planer für einen mehrfarbigen Belag vom Betonwerk Adolf Blatt aus dem nahe gelegenen Kirchheim am Neckar. »Das Pflaster verfügt über warme Farben in den Tönen Ocker bis Anthrazit. Das changierende Farbspiel erzeugt Harmonie auf dem gesamten Areal und bietet auch einen guten Kontrast zu den umliegenden Gebäuden«, so Piel.


Anfallende Niederschläge versickern durch den Stein

Neben der Optik spielte aber auch die Funktion der Pflasterfläche eine wichtige Rolle. Gefordert von der Gemeinde war eine wasserdurchlässige Flächenbefestigung. Genau diese Funktion erfüllt das ausgewählte Steinsystem. Hierzu Christian Piel: »Bei dem hier verwendeten Stuttgarter Sickerstein von der Firma Adolf Blatt versickern die anfallenden Niederschläge unmittelbar durch den Stein.« Dieser wurde hier in den Formaten 30 x 20 und 20 x 20 cm eingebaut. Weil er aus haufwerksporigem Beton gefertigt ist, erfüllt er die geforderten Werte für die Wasserdurchlässigkeit von mindestens 540 Litern pro Sekunde und Hektar; dies würde zudem dem doppelten Bemessungsregen entsprechen und bedeutet, dass es auch bei einem stärkeren Regenereignis kaum zu einem Oberflächenabfluss kommen werde. Christian Piel: »Im Gegenteil, das Wasser versickert in die darunter liegende Tragschicht. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der geringen Fugenbreite des verwendeten Steinsystems. Anders als bei anderen versickerungsfähigen Systemen wird der Stuttgarter Sickerstein mit einer ganz normalen Fugenbreite von 3 bis 5 mm verlegt, was den gewünschten Effekt bringt, dass Wildkräuteranwuchs minimiert wird.«   J

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