Heidelberg Materials AG Heidelberg Materials schließt das Zementwerk Paderborn

Heidelberg Materials hat entschieden, das Zementwerk Paderborn stillzulegen. Hintergrund sind sowohl die anhaltend schwachen Marktbedingungen in der Bauwirtschaft als auch strukturelle Entwicklungen im eigenen Produktionsnetzwerk. Die Forschung und Weiterentwicklung des CO₂-armen Spezialklinkers »Ternocem« sollen an einem anderen Standort des Unternehmens fortgeführt werden.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Heidelberg Materials

Das Werk Paderborn, das sich in unmittelbarer Nähe der Heidelberg-Materials-Standorte Geseke und Ennigerloh befindet, verfügt über den kleinsten Drehrohrofen des Unternehmens in Deutschland. Seit 2022 wurde dieser ausschließlich im Versuchsbetrieb zur Herstellung des Zements »Ternocem« genutzt, der deutlich geringere CO₂-Emissionen verursacht als herkömmlicher Portlandzementklinker.

Christoph Streicher, Sprecher der Geschäftsführung von Heidelberg Materials Deutschland, sagt: »Obwohl der neue Spezialzement vielversprechende Ansatzpunkte bot, haben sich die Rahmenbedingungen im Markt deutlich verschlechtert. Die schwache Nachfrage im deutschen Bausektor führt zu einem signifikant rückläufigen Zementabsatz. Gleichzeitig hat Heidelberg Materials in den vergangenen Jahren das gesamte Produktportfolio an allen Standorten stark in Richtung CO₂-ärmerer Zemente weiterentwickelt. Die Kunden können inzwischen flächendeckend Produkte mit reduziertem Klinkeranteil beziehen. Damit entfällt das besondere Alleinstellungsmerkmal des Werks Paderborn im Verbund.«


Von der Schließung sind 53 Mitarbeiter betroffen. Die Aktivitäten der Heidelberg Materials-Tochter Mineralik im Steinbruch Paderborn sowie der Betrieb des lokalen Betonwerks werden von der Maßnahme nicht berührt.

Christoph Streicher bedauert den Schritt, kündigt aber eine Perspektive für die Mitarbeiter an: »In Paderborn verfügen wir über eine junge und sehr gut ausgebildete Mannschaft. Uns ist es ein großes Anliegen, diese Kolleginnen und Kollegen für den Einsatz in anderen, benachbarten Werken wie beispielsweise Geseke oder Ennigerloh zu gewinnen. In beiden Werken werden wir durch Altersübergangslösungen freie Stellen anbieten können. Gemeinsam mit dem Betriebsrat werden wir so schnell wie möglich sozialverträgliche Lösungen für die Belegschaft erarbeiten.«
 

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