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ZinCo: Geschützt und befahrbar

Die Elbphilharmonie hat sich als neues Wahrzeichen der Hansestadt Hamburg etabliert.

Innerhalb des Backsteingebäudes befindet sich auch ein Parkhaus, welches im Untergrund über die Fassadengrenzen hinausreicht. Daher sind ebenerdig am Platz der Deutschen Einheit rund 4 300 m² Plattenbelag mit dem Zinco-Systemaufbau »Fahrbelag mit Elastodrain« ausgeführt. Zufahrt frei!

Die Elbphilharmonie befindet sich auf der westlichen Landspitze der Elbinsel Grasbrook in der Hafen City. Das monumentale Gebäude der Elbphilharmonie ragt an der Westspitze bis zu 110 Meter hoch und umfasst dort 29 Geschosse. Vom Erdgeschoss bis zur Plaza im achten Obergeschoss wird es von der denkmalgeschützten Backsteinfassade des ehemaligen Kaispeichers A umschlossen. Dieser zwischen 1963 und 1966 erbaute Kakao-, Tee- und Tabakspeicher wurde vollständig entkernt und erhielt einen modernen Glasüberbau. Das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron sieht darin einen »riesigen Kristall, der den Himmel, das Wasser und die Stadt immer wieder anders reflektiert«. Dafür verantwortlich sind 1100 teilweise individuell gekrümmte Glaselemente mit aufgedruckten Rasterfolien für den Licht- und Wärmeschutz im Gebäude. Aus Gründen des Schallschutzes sind der Große und der Kleine Konzertsaal mittels Stahlfederpaketen vom übrigen Gebäude akustisch vollständig entkoppelt. Die lastverteilende Bodenplatte für das 200 000 t
Gesamtbauwerk gründet auf über 1700 Pfählen, die tief in den Elbboden gerammt wurden.

Ganz bodenständig

Die Elbphilharmonie ist an drei Seiten von Wasser umgeben und nur von der Ostseite für Fahrzeuge zugänglich.  Zufahrt, Zugang und auch der Fähranleger Elbphilharmonie liegen alle in dieser Richtung. Über eine großzügige und offen gestaltete Treppe gelangen Besucher, die per Schiff kommen, vom Anleger auf den Platz der Deutschen Einheit, der sich vom Vorplatz des Gebäudes über seine Südseite bis in die westliche Spitze erstreckt. Dieser ganze Bereich steht nicht nur Fußgängern offen, sondern auch Lieferfahrzeugen. Da sich die Tiefgarage bis unter die südseitige Zuwegung erstreckt, bedarf diese Fläche nicht nur hoher Trag­fähigkeit, sondern auch besonderen Schutzes. Genau dies bietet der Zinco-Systemaufbau »Fahrbelag mit Elastodrain« auf insgesamt 4 300 m², der von der Hamburger Firma »Zum Felde GmbH« ausgeführt wurde.

Mechanischer Schutz

Grundlage war die um 2 % geneigte Stahlbeton-Tiefgaragendecke mit unterlaufsicherer bituminöser Verbundabdichtung. Hierauf wurde von Oktober 2011 bis Juni 2012 der Systemaufbau »Fahrbelag mit Elastodrain« aufgebracht, beginnend mit einer zweilagigen Trenn- und Gleitlage. Trennlage ist das 1000 g/ m² schwere objektspezifische Vlies, das zusätzlich mechanischen Schutz bietet, da es etwaige Steinchen oder Schmutzteile zu absorbieren vermag. So können diese nicht nach unten in die Abdichtung gedrückt werden. Die Gleitfunktion bewirkt die Folie »TGF 20« als zweite Lage.

Nun schloss sich die Dränage- und Bautenschutzmatte »Elastodrain EL 202« an. Diese ist aus vollvulkanisiertem Kau­t­schuk und dank hoher Noppenzahl und ihrer Steifigkeit (Shorehärte: 75 Shore A) geeignet als Unterbau für solch hohe Belastungen. Der ringsumlaufende Stufenfalz und spezielle Verbinder ermöglichen die passgenaue Verlegung der 1 x 1 m großen Platten.

Im Anschluss folgte das mechanisch ebenfalls hoch belastbare Systemfiltervlies »PV«, ein verfestigtes, extra steifes Filtervlies aus 100 % Poly­propylen. Dieses dient der Abgrenzung der Dränageschicht gegenüber folgenden Schicht aus Schotter und Splitt. Rad­lader verteilten die rund 600 kg Schotter pro m², denn dank der verlegten »Elastodrain EL 202«-Elemente war die Dachabdichtung der Tiefgarage geschützt und das Befahren mit schwerem Baugerät möglich.  

Provisorische Baustraße

Für den weiteren Verlauf der Bautätigkeit war ein provisorischer Belag vorgesehen. Das dafür verlegte Betonverbundpflaster in 10 cm Stärke erstreckte sich zunächst bis zur Hälfte Richtung Kaikante, direkt entlang der Südfassade. Abgestützt durch eine Randeinfassung und Holzverbau war diese Baustraße sofort nutzbar. Nachdem die zweite Hälfte bis zur Kaikante fertiggestellt war, konnte der ganze Bereich genutzt werden für Zufahrt und Lagerung von Baumaterial, für Baugeräte, Baumaschinen und Container. Während der provisorische Pflasterbelag Spuren der starken Beanspruchung über die Folgejahre der Bautätigkeit davon trug, liegt die Abdichtung geschützt unterhalb der »Elastodrain El 202«-Elemente.


Kreation aus Kupferschlacke

Von März bis September 2016 fand der Wechsel von provisorischem Belag zum finalen Pflasterbelag statt. Bei der Wahl der Pflasterbeläge wollten die Architekten der Elbphilharmonie die Tradition des Hafens sichtbar machen. Daher ließen sie eigens eine neue Steinkreation aus Kupferschlacke entwickeln. Denn bis ins vorige Jahrhundert hinein waren im Hafengebiet Kupferschlackesteine verwendet worden. Die Sichtflächen der 12 cm starken neuen Steine wurden wassergestrahlt oder geschliffen. So entstanden durch leicht unterschiedliche Oberflächen und Formate mit der Kantenlänge von jeweils 20 cm auf 18/20/22 cm homogene Reihenverbände, die im Bereich der Südfassade in Form eines langen »Zebrastreifens« verlegt wurden. Nicht nur die Steindicke, sondern auch die Verlegeart im Reihenverband stellt sicher, dass die Pflasterung in ihrer Form erhalten bleibt – auch bei horizontalen Lasten, die durch Bremsen, Lenken und Beschleunigen der Fahrzeuge entstehen.    J

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