Themenübersicht Mauerwerk & Beton

Wohnen mit Schlossblick und guten energetischen Aussichten

Gute Aussichten für die Bewohner von 23 neuen Eigentumswohnungen in Sigmaringen_ Der Einsatz des »Schöck Isokorb XT-Combar« aus Glasfaserverbundwerkstoff an den zahlreichen Panoramafenstern ermöglicht nicht nur einen hervorragenden Blick auf das Hohenzolern-Schloss, sondern verspricht auch eine äußerst effektive Wärmedämmung.

In Sigmaringen plante das dort ansässige Architekturbüro PQ – Planquadrat ein modernes Wohngebäude, das sich behutsam in die Bestandsbebauung eingliedert. Die 23 Eigentumswohnungen sollen moderne Architektur, barrierearmes Wohnen und eine ruhige, zentrale Lage verbinden. Besonders die Panoramafenster mit ihrem Blick auf das Schloss Hohenzollern und die helle, lichtdurchflutete Optik machen den Reiz dieser Wohnungen aus.
Die Balkone, Loggien und Dachterrassen bieten Wohnkomfort auch im Freien. Das Ingenieurbüro Rohmer GmbH aus Laupheim plante die Balkon­anschlüsse mit dem glasfaserbewehrten »Schöck Isokorb XT-Combar«, der laut Hersteller eine hervorragende Wärmedämmung verspricht.

Viele Wohnungen mit Balkon, Loggia oder Dachterrasse
Der Bauherr, die Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden- Württemberg mbH (GSW), ist ein in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Sachsen-Anhalt tätiges Wohnungsunternehmen mit Hauptsitz in Sigmaringen. Das Projekt »Wohnen mit Schlossblick« ist ein modernes, fünfgeschossiges Wohngebäude mit Tiefgarage, das wie drei separate Wohngebäude wirkt. Insgesamt sind 23 moderne und barrierearme Wohneinheiten entstanden, die aus zwei, drei, oder vier Zimmern bestehen. Die kleinste Wohnung hat eine Größe von rund 50 m2 und die größte misst rund 185 m2. Alle Wohnungen verfügen über Balkone oder Loggien, deren Zugänge barrierearm gestaltet sind. Die Dachgeschosswohnungen mit umlaufenden, bodentiefen Fenstern bieten großzügige Dachterrassen.Klassischer Stahlbetonbau in »KfW 70«-Standard
Generalunternehmen beim Bau war die Baufirma Georg Reisch aus Bad Saulgau. Bauleiter Jochen Lindner_ »Wir haben das gesamte Gebäude, auch aufgrund der Erdbebenzone 3, in klassischer Stahlbetonbauweise mit Ortbeton ausgeführt. Die 20 cm starken Außenwände sind mit einer 160 mm starken Wärmedämmung und Putz versehen. Da fast jede Wohnung mit einem Balkon geplant ist, mussten wir besonders bei den Balkonanschlüssen auf Wärmebrücken achten. Der Wärmeabfluss ist besonders hoch, wenn beide Bauteile – Balkon und Geschossdecke – aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit bestehen, wie in unserem Fall aus Stahlbeton.«
Die thermische Entkopplung von auskragenden Bauteilen gehörte daher zu den größten Herausforderungen beim Neubau im Niedrigenergiestandard. Wenn die Balkonplatte ohne thermische Trennung zum Gebäude hin eingebaut wird, entsteht am Übergang eine Wärmebrücke, die zu Bauschäden führen kann oder das Erreichen des geforderten Energiestandards verhindert. Gelöst wurde dieses Problem mit dem »Schöck Isokorb XT-Combar«, dessen Zugstäbe aus Glasfaserverbundwerkstoff gleichzeitig eine größere Balkonfläche ermöglichten. Denn die verbesserte Wärmedämmung erlaubte in diesem Fall, unter Einhaltung der Biegeschlankheit, größere Balkone bei gleichem Wärmeabfluss. Das bedeutet_ mehr architektonischer Gestaltungsfreiraum ohne zusätzliche Dämmmaßnahmen.

Isokorb und Glasfaser_ Das Beste aus zwei Welten
Bei der neuen Lösung »Isokorb XT-Combar« treffen laut Hersteller zwei Produktwelten aufeinander – der »Isokorb XT« und »Combar« aus Glasfaserverbundwerkstoff. Im Bereich Bewehrungstechnologie sowie bei Sandwich- und Elementwänden ist »Combar« etabliert. Der Glasfaserstab besteht aus korrosionsresistenten, besonders dicht gepackten Glasfasern, die mit einem Vinylesterharz gebunden sind. Ist das Material ausgehärtet, erfolgt die Profilierung und die Endbeschichtung. Als Ergebnis verspricht Schöck ein Bewehrungsmaterial mit einzigartigen statischen, physikalischen und nachhaltigen Eigenschaften und vielen Vorteilen_ zum Beispiel hohe Zugfestigkeit und Dauerhaftigkeit, sehr gute Korrosionsbeständigkeit und deutlich geringeres Eigengewicht als Stahl.
In aufwendigen Versuchsreihen wurde das von Schöck entwickelte Material in den »Iso­korb XT-Combar« integriert. Die Eigenschaften der »Iso­korb«-Technologie werden laut Hersteller ergänzt um die minimale Wärmeleitfähigkeit des Glasfaserverbundwerkstoffs von 0,7 W/mK.
Der »Schöck Isokorb XT-Combar« verfügt über die bauaufsichtliche Zulassung des DIBt, ist typengeprüft und brandschutzklassifiziert. Laut Hersteller entsteht eine wärmetechnisch überlegene Alternativlösung zu Betonstahl (Lambda=50-60 W/mK) und Edelstahl (Lambda=15-17 W/mK) mit bisher nicht erreichten Wärmedämmwerten und der Reduktion von Wärmebrücken auf ein Minimum.

Montage der vorgefertigten Balkone
Aus Gewichts- und Platzgründen wurden die Balkone im Reisch-Fertigteilwerk als 6 cm starkes Halbfertigteil vorgefertigt. Laut Bauleiter Lindner wurden die 9 m langen Balkone zusätzlich in zwei Teile geteilt. »Dadurch konnten wir vor Ort die bis zu 3,6 t schweren Bauteile problemlos mit dem Kran auf der temporären Unterkonstruktion positionieren, sodass sich die Anschlüsse in die Bewehrung der Decke fügen«, erläutert er. »Der untere Teil des ›Schöck Isokorb‹ wurde bereits im Fertigteilwerk in das Halbfertigteil betoniert. Nachdem auf der Baustelle der obere Teil des Isokorb aufgesetzt war, konnten wir die Decke und die Balkone mit einer 19 cm hohen Betonschicht fertig betonieren. Die in zwei Elemente geteilten Balkone, haben wir nach dem Versetzen mit Ortbeton wieder zu einer Balkonplatte verbunden. Die Oberseite wurde dann vollflächig abgedichtet und die untere Stoßfuge dauerelastisch verfugt«, so Jochen Lindner.
Die kürzeren und leichteren Glasfaserstäbe sorgen im Vergleich zu Stahl für ein geringeres Gewicht und kompaktere Maße. Dadurch wird der Einbau im Fertigteilwerk und auf der Baustelle einfacher. »Mit dem Einsatz des ›Schöck Isokorb XT-Combar bei der Wohnanlage in Sigmaringen konnte eine wärmebrückenarme und dennoch sehr wirtschaftliche Ausführung erzielt und auch den statischen Anforderungen Rechnung getragen werden. Dank der konstruktiven Unterstützung der technischen Abteilung des Unternehmens Schöck hat die Umsetzung auf der Baustelle sehr gut funktioniert«, resümiert Anton Rohmer.

Nach oben
facebook twitter rss