Das Bad Innenbereich

»Wichtigste internationale Kontaktplattform«

Vom 28. September bis zum 2. Oktober präsentierten 872 Aussteller aus 39 Ländern ihre Produktneuheiten aus den Bereichen Architektur- und Wohnkeramik sowie Badezimmerausstattung auf der CERSAIE 2015. Der Veranstalter weist mit insgesamt knapp über 100 000 Besuchern eine kon­stant hohe Besucherzahl für die Fachmesse aus.

Für die deutschen Hersteller verlief die Weltleitmesse »zufriedenstellend«, obwohl im Bereich Fliese eine leicht rückläufige Besucherzahl zu verzeichnen war. Michael Wester, Vorsitzender des Bundesverbands Keramische Fliesen e.V. und Vorstand der Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG, resümiert den Messeverlauf aus Sicht der Mitgliedsunternehmen_ »Die CERSAIE bleibt für uns die wichtigste internationale Kontakt-Plattform: Fast alle großen deutschen Handelsunternehmen haben ihre deutschen Industriepartner auf der Messe besucht, darüber hinaus konnten interessante neue Kontakte ins Ausland geknüpft werden. Gleichwohl ist zu beobachten, dass zahlreiche italienische Fliesenhersteller nicht mehr präsent sind und Produzenten anderer Belagsmaterialien, allen voran Holz und Parkett, die vakanten Plätze besetzen. Die präsentierten Neuheiten auf den deutschen Messeständen sind indes rundweg auf positives und reges Interesse gestoßen. So gesehen können wir mit dem Verlauf zufrieden sein, wenngleich der jährliche Turnus Besuchern und Ausstellern einiges abverlangt. Nun gilt es, die Kontakte in konkrete Geschäfte umzusetzen«.
Das Fliesendesign 2016 zeichnet sich erneut durch eine beeindruckende Vielfalt der Formate und Oberflächen aus. Bei der maximalen Größe der Formate waren auf der Messe Fliesen mit 3 m Kantenlänge zu sehen – gleichzeitig aber auch ein Revival kleinerer Formate. Viele Hersteller präsentierten Neuheiten mit dezidiert handwerklicher Anmutung, die z.B. durch Kanten- und Glasureffekte erzielt wurde. XL-Quer- und Riegelformate bleiben ebenso im Trend wie diverse Schnittdekore in Riegel- und Riemchenoptik. Dank Digitaldruck und einer sichtlich weiter voranschreitender Verfeinerung der Technologie sind die aktuellen Materialimitationen in Optik und Haptik authentisch wie nie zuvor.»In meiner neuen Funktion im Konzern der Eczacibasi-Gruppe war die CERSAIE für mich die erste große internationale Messe und ich war beeindruckt von der Fülle an Angeboten und Produkten aus der Branche. Umso mehr freue ich mich persönlich über das ausgesprochen positive Feedback, das wir von unseren Kunden für die neue Villeroy & Boch Fliesenkollektion 2016 erhalten haben«, so das Fazit von Tom Waltasaari, Geschäftsführung Vertrieb V & B Fliesen GmbH.
»Wir hatten in diesem Jahr für die Steuler-Fliesengruppe ein klares, markenübergreifendes Konzept, mit dem wir die Neuordnung der Sortimentspolitik unserer vier Marken aufzeigen wollten. Unsere Investition in das Feinsteinzeug-Werk in Bremerhaven stand im Mittelpunkt und vermittelte unserem Messeauftritt eine klare Botschaft und eindeutige Handschrift. Mit solch einem zentralen Thema für die Gruppe macht eine Messebeteiligung für uns Sinn und rechtfertigt den enormen Aufwand, den wir in unsere Präsentation investiert haben«, so Peter Wilson, Geschäftsführer bei Steuler Fliesen. »Wir haben jedoch sehr wohl zur Kenntnis genommen, dass die CERSAIE bei unseren inländischen Kunden an Bedeutung verloren hat. Spürbar weniger Fachhandelskunden haben die Messe besucht – und von diesen nur ausgewählte Mitarbeiter. Dies geht meines Erachtens Hand in Hand mit der zunehmenden Bedeutung der Produkt­ausschüsse, die verstärkt als Plattformen für Sortimentsentscheidungen genutzt werden. Insofern ist es elementar für uns, dass diese Messe mehr ist als eine reine Plattform zur Präsentation unserer Neuheiten.«
»Gezeigt wurde im Format­segment so ziemlich alles, was man mit Fug und Recht Format nennen darf. Zu sehen waren 1,20 x 3,60 bis vielfältigstes Mosaik, selbst das beliebte Spaltplattenformat 11,5 x 24 erlebte eine Renaissance. Das Gefühl, dass der Trend wieder in Richtung kleinerer Formate zeigt, wurde durch zahlreiche Beispiele bestärkt. Im Bereich der Oberflächen ist festzustellen_ Ohne Digitaldruck geht nichts mehr«, so Kerateam-Geschäftsführerin Ingrid Vogel.»Das Fazit aus Sicht des Bundesverbandes trifft prinzipiell auch auf unsere beiden Marken Agrob Buchtal und Jasba zu. Die Gesamtbilanz der gezeigten Neuheiten ist sehr positiv. Vom Messecharakter her standen für uns Gespräche mit Marktpartnern vor allem aus Zentral-, Nord- und Osteuropa sowie aus Übersee im Fokus«, so Michael Wester, Vorstand Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG.
Stefan Zeidler, Geschäftsführer Norddeutsche Steingut/Grohn und NordCeram_ »Vor vier Jahren haben wir mit der Neuorientierung der Marke Grohn begonnen. Nachdem wir in den letzten Jahren viel für den Aufbau des Wandfliesensortiments bis hin zu Fliesen in 30 x 90 cm getan haben, stand 2015 ›Feinsteinzeug 100% made in Germany‹ im Mittelpunkt. Sowohl das neue Dielenformat ›Holzart‹ in 20 x 120 cm wie auch unsere neue Serie ›Unikat‹ in 75 x 75 cm und die Ergänzung unseres Sortiments ›Zwei.‹, das 2 cm starke Platten für den Außenbereich bietet, fand großen Zuspruch.
»Die neue Serie ›Tecno-Stone‹ im Format 120 x 120 cm steht sinnbildlich für die Investition von mehr als 8 Mio. € im Werk NordCeram in Bremerhaven. Wir sind somit die ersten, die dies in Deutschland selbst herstellt. Die positive Resonanz unserer Kunden auf die neuen Sortimente bestätigt uns in unserer Strategie«, so die Bilanz von Karl Heinz Fabel, NordCeram-Geschäftsführer.Anwendungsperfektion über die Fläche hinaus, mit ausgefeilten Abschlüssen oder Stufen passend zur Serie aus einer Hand, das zeigte Ströher in Bologna_ für Planer, Verarbeiter und Bauherren ein Komfort, der Zeit, Nerven und auch Kosten spart. Mit der Grobkeramikserie »Gravel Blend«, den Klinkerriemchen »Riegel 50«, »Handstrich« und einer Architekturbrand 3D-Unikatskeramik präsentierte der Hersteller sein Boden- und Fassadensortiment, das die traditionellen Vorzüge dieser im Extrudierverfahren hergestellten Keramik ausspielen kann.

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