Im Blickpunkt

Vom Reisfeld auf die Terrasse_ Münsterländer auf neuem Terrain

Aus einem über 50-jährigen Erfahrungsschatz als Spezialist für Holzprodukte im Innenbereich schöpft ter Hürne die Kraft und die Ideen für die Zukunft. Das Familienunternehmen betritt in diesem Frühjahr neuen Boden – und zwar »draußen«. Für die strategisch angelegte Neuausrichtung der Marke unternehmen die Münsterländer jetzt den nächsten Entwicklungsschritt.

»Mit unserer neuen Marke Plenera wollen wir ein klares Statement in punkto Innovationskraft und Nachhaltigkeit für das neue Geschäftsfeld Outdoor setzen«, begrüßte Geschäftsführer Bernhard ter Hürne seine Gäste anlässlich der Markteinführung im Textilmuseum Bocholt.

Einen Monat lang waren nationale und internationale Kunden unter dem Motto »Zukunft sichern« in das Bocholter Textilmuseum eingeladen, um sich ein Bild von Plenera zu machen. Dort erwartete die Fachbesucher die Demonstration eines Materials, das sich deutlich durch seine Eigenschaften und seine Beschaffenheit von WPC-Produkten unterscheidet – es ist etwa 18 % teurer als WPC. Das Vermarktungskonzept, das mit den Marktforschern der GfK sowie den Neuromarketing-Experten der Gruppe Nymphenburg für den Innenbereich entwickelt wurde, hat ter Hürne auf die Außenanwendung für Plenera in drei lebensnahen Zielgruppen umgesetzt. Wie dies für Plenera funktioniert, zeigten drei großflächig inszenierte Gartenwelten.

»Markenwachstum durch innovative Produkte, intelligente Kommunikation und emotionale Präsentation.« Bernhard ter Hürne

Aus diesem wirkungsvollen und seit drei Jahren erfolgreich positionierten Vermarktungsansatz leiten sich die POS-Module für Plenera ab. Eine Produktpräsentation, die alle Vorzüge der Neuheit lebendig macht und gleichzeitig die Motive des Endverbrauchers treffend anspricht, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das funktionierende Vertriebskonzept in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Schulungen für Fachverkäufer sowie Garten- und Landschaftsbauer komplettieren das Vermarktungspaket, das seit April 2012 dem Handel zur Verfügung steht.



Bilder_ ter Hürne

Ausstellung.
Plenera besteht zu ca. 60 % aus Reishülsen: v.l. Michael Meier (Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung), Geschäftsführer Bernhard ter Hürne und Dr. Niels Meyer (Leiter Innovations- und Produktmanagement).
Der Aufbau von Plenera. Hierzu stellt der Hersteller seinen Kunden eine detaillierte Anleitung zur Verfügung.
Johannes Wittland.: »Outdoor als New Business_ Wir wollen unsere Kunden ganzheitlich bedienen.«

»Das neue Geschäftsfeld zählt zu den stärksten Wachstumsmärkten der Branche. Mit dem Begriff Wohnen verbindet man heute mehr als nur Innenräume. Das veränderte Wertegefühl der Menschen, innen und außen in einer naturnahen Umgebung zu leben, ist ein starker Treiber für diesen Trend. Der nachhaltige und umweltbewusste Lebensstil gewinnt in hochwertig orientierten Käuferschichten zunehmend an Bedeutung und wird von Zukunftsforschern als einer der stärksten Megatrends beschrieben«, so der für das Innovations- und Produktmanagement verantwortliche Dr. Niels Meyer.

Plenera sei »die logische Fortsetzung einer langjährigen Tradition, die im Werkstoff Holz begründet ist«. Die ausgereifte Kompetenz für Holzprodukte wie Parkettböden übertrage ter Hürne nun auf den Umgang mit dem innovativen Naturmaterial, erläuterte Verkaufsleiter Johannes Wittland im Rahmen der Unternehmenspräsentation. Das Ergebnis dieser gewachsenen Erfahrung seien Produkte, die richtungsweisend seien und auch der marktorientierten Gegenwart in vollem Umfang Rechnung trügen.

Der Begriff »Plenera« ist aus dem Französischen abgeleitet und bedeutet so viel wie »unter freiem Himmel«. Dieser ist weltweit für ter Hürne geschützt. Plenera besteht zu 100 % aus natürlichen Rohstoffen_ zu ca. 60 % aus Reishülsen, ca. 22 % aus Steinsalzen und ca. 18 % aus Mineralöl. Für die Herstellung müsse kein einziger Tropenbaum gerodet werden, die Konsistenz sorge für eine hervorragende Ökobilanz, so das Versprechen des Herstellers. Die Rezeptur von Plenera geht auf die Entwicklung von Resysta International zurück, die Resysta-Produkte seit über zehn Jahren weltweit mit hervorragenden Referenzen einsetzt. Mit Plenera »Made of Resysta« entsteht ein Ingredient Brand in der Markenkommunikation von ter Hürne.

»Die Wahl für Plenera als erste Alternative zu Tropenholz ist damit ein aktiver Beitrag für eine nachhaltige Umwelt«, so Niels Meyer. Die Fähigkeit, das Material vollständig recycelbar in den Produktionskreislauf zurückzuführen, perfektioniere den hohen ökologischen Anspruch. Als reines Naturprodukt behalte Plenera das »Holz-Feeling«. Die samtige Haptik der Oberfläche komme der eines Holzes so nah, dass selbst Fachleute den Materialunterschied kaum feststellen könnten. »Das ist auch gut so«, so Meyer, »denn Plenera lässt sich mit jedem Werkzeug, das für die Bearbeitung von Holz geeignet ist, ebenso gut verarbeiten.«

Der Entscheidung für Plenera liegt eine zweijährige, intensive Markt- und Trendrecherche des Anbieters zugrunde. Endverbraucher wollen in zunehmendem Maße verantwortungsvoll konsumieren, aber dabei nicht auf innovative Entwicklungen verzichten, die einen echten Gebrauchsnutzen versprechen. Plenera-Terrassendielen sind hier zukunftsweisend, denn sie lassen alle Bedenken vergessen, die bei Terrassendielen aus Holz entstehen. Kein Wetter könne das Material beeindrucken, denn es sei gegenüber Sonne, Schnee oder Regen extrem widerstandsfähig, erläuterte der Leiter des Innovationsmanagements.

»Es quillt nicht auf, es reißt und splittert nicht – ideal für alle Bereiche, die der Witterung ausgesetzt sind und gerne barfuß betreten werden.« Selbst UV-Strahlung, die bei Holzdielen außen zu einer starken Vergrauung führt, beeinträchtige die Optik kaum. Die Ausstrahlung der Terrassendielen, die durch unterschiedliche Farblasuren individuell und ganz einfach gestaltet werden können, bleibe ebenso beständig wie das Material selbst. Entsprechend anspruchslos sei das Material in seiner Pflege und Wartung. Die Sicherheit, auch auf nassen Dielen immer standfest zu bleiben, verdanke Plenera seiner Eingruppierung in die höchste Rutschhemmklasse, so Niels Meyer abschließend.

Jetzt gelte es, etwa 170 Partner im deutschsprachigen Raum für den Vertrieb von Plenera aufzubauen, erläuterte Bernhard ter Hürne im Gespräch mit der Redaktion.

Dabei greife man auf die bereits vorhandenen Kundenstrukturen zurück, spreche aber darüber hinaus auch die GaLaBauer, Landschaftsarchitekten und Kommunen an. »Zunächst müssen wir bei unseren langjährigen Kunden Begeisterung für das Produkt schaffen«, nannte der Geschäftsführer den nächsten Schritt. Die werden je nach »Umsetzung des Systems« – Präsentation am POS, Lagerhaltung etc. – in drei Gruppen eingeteilt.

von Gerd Rottstegge.

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