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Recycling-Forschungsprojekt gestartet

Nach rund einem Jahr Vorbereitungszeit mit intensiver Abstimmung von Inhalten und Finanzierung ist das Recycling-Forschungsprojekt des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme (FV WDVS) gestartet. Dies wurde anlässlich der Mitgliederversammlung Mitte November in Fulda bekannt.

Zu den Initiatoren des Projektes zählen der FV WDVS und der Industrieverband Hartschaum (IVH) zu gleichen Teilen sowie Dr. Clemens Hecht, Sprecher der Qualitätsgruppe WDVS (Österreich) und technischer Vorstand des Europäischen WDVS-Verbandes EAE.

Der Titel des Projektes lautet_ „Möglichkeiten der Wiederverwertung von Bestandteilen des Wärmedämm-Verbundsystems nach dessen Rückbau durch Zuführung in den Produktkreislauf der Dämmstoffe bzw. Down-cycling in die Produktion minderwertiger Güter bis hin zur thermischen Verwertung“. Das Projekt wird durchgeführt an den beiden Fraunhofer Instituten für Bauphysik (IBP) sowie für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV), und am Münchner Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FWI). Beim Material konzentrieren sich die Wissenschaftler im ersten Schritt auf EPS basierte WDVS-Systeme, die den mit Abstand größten Marktanteil besitzen (> 80%).

Die Forschungsergebnisse werden den Auftraggebern gewichtige Argumente liefern gegen den in der Öffentlichkeit oft geäußerten Vorwurf an die Branche, das Recyclingthema nicht gelöst zu haben. Das Forschungsprojekt wird auch aufgrund der in der EU-Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG geforderten Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes gestartet. Es sieht u.a. vor, dass bis 2020 70 Prozent aller Bau- und Abbruchabfälle stofflich verwertet werden müssen.

Die Gesamtkosten für das auf 18 Monate angelegte Forschungsprojekt betragen 210.000 €.

Der FV WDVS hatte noch 2011 einen Antrag auf Fördermittel beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung innerhalb des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung gestellt. Vor kurzem erging der positive Bescheid der Behörde über 50% der Summe. Das Geld stammt aus Mitteln des Programms „Zukunft Bau“. Die zweite Hälfte der Kosten verteilt sich auf die drei Initiatoren, welche auch die Forschungsschwerpunkte wie folgt definiert haben_


  • Erstellen einer Übersicht abgeschlossener oder derzeit laufender Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Verwertung / Nachnutzung von Bauprodukten zur Ermittlung möglicher Synergien

  • Schaffung von Transparenz über die Menge rückzubauender WDVS und derzeitige Handhabung (Verschmutzungsgrad, Sammellogistik usw.).

  • Ermitteln wirtschaftlich sinnvoller Möglichkeiten der sortenreinen Trennung und Wiederverwertung von WDVS-Bestandteilen

  • Kostenermittlung für eine Wiederverwertung oder ein Downcycling als Bestandteil der Lebenskreisanalyse

Zur späteren Umsetzung des Recycling planen die Initiatoren gemeinsam mit einem Maschinenhersteller u.a. die Entwicklung einer Fräse, die Putz, Gewebe und EPS trennt. Putz und Gewebe fänden als Zuschlagstoff im Straßenbau Verwendung. EPS würde an der Baustelle mit Hilfe eines Recyclingmobils direkt in den Ausgangsstoff Styrol umgearbeitet. Dabei ergäbe sich eine extreme Volumenreduktion von 1_50.

Im Zuge der Projektplanung hat der FV WDVS den Ist-Zustand beim Recycling intensiv analysiert. Danach liegt die Abfallquote aus Abriss bzw. Systemrückbau in Deutschland bei lediglich 1 Promille. WDVS-Systeme aus den 70er oder 80er Jahren werden nicht rückgebaut, sondern per Aufdopplung an die geltenden Energiestandards (EnEV) angepasst.

Die Menge der bei der Applikation von WDVS anfallenden Abschnittsabfälle schwankt nach dieser neusten Erhebung zwischen 3% und 7%. Bezogen auf 2011 ergibt das bei einer EPS-Gesamtmenge von knapp 4.2 Mio. m? und einer durchschnittlichen Plattendicke von 11,8 cm Rückführungsmengen von rund 125.000 m? (3%) bis 290.000 m? (7%). Diese Dämmstoffabschnitte werden vom Fachhandwerk in Plastiksäcken gesammelt und gemeinsam mit den Systemanbietern zu 100% wiederverwertet_ entweder innerhalb der Produktion neuer Dämmplatten (Anteil bis zu 8% laut EPS-Qualitätsrichtlinie möglich), in Form von z.B. Grundmauerschutz- und Drainageplatten oder im Bereich des Fußbodenbaus.

 

 

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