Der Projektentwickler 3iPro und das Generalunternehmen Köster setzten bei dem Gebäude auf eine Holz-Hybridlösung: Nur das Untergeschoss und die Kerne für Treppenhäuser und Aufzugsschächte sind aus Stahlbeton. Photovoltaikmodule sind auf der Pergola der Dachterrasse und umlaufenden Krempen in die Fassade integriert, und für die Bewässerung wird Regenwasser genutzt. Ein Dachgarten krönt die moderne Unternehmenszentrale. Das Umkehrdach mit insgesamt 1 700 m² bietet zum Innenhof hin Terrassen mit Sitzbänken, umgeben von einer extensiven und intensiven Begrünung.
Um diesen »krönenden Abschluss« bei dem Holzdach zu ermöglichen, wählte das Generalunternehmen einen darauf abgestimmten Deckenaufbau. »Dieser Aufbau gewährleistet den Brand- und Schallschutz in der Holzkonstruktion und ist komplett rückbaubar«, sagt Projektleiter Ivan Grgic von Köster. Dafür verlegten die Facharbeiter des beauftragten Handwerkbetriebs Scheu Flachdachbau zunächst eine zweilagige bituminöse Abdichtung mit wurzelfester Oberlage als Abdichtung. Darauf brachte das Dachdeckerteam die »Ravatherm XPS 300 SL«-Dämmplatten von Ravago Building Solutions zweilagig in einer Gesamtstärke von 400 mm ein. »Das ging zügig und schnell – wir mussten die Dämmplatten ja nur ineinanderschieben und minimale Anpassungsarbeiten an Anschlüssen und Durchdringungen vornehmen, Verkleben oder mechanisches Befestigen ist hier entfallen«, sagt Luigi Castellucci, Projektleiter der Firma Scheu Flachdachbau. Um die Anforderungen an den Schallschutz sicherzustellen wurde auf dem 40 cm hohen Dämmungsaufbau – mit einer Trennlage aus MK-Vlies von Ravago – eine zusätzliche Betonplatte mit 50 mm eingeplant.
Im letzten Schritt wurden unter den begrünten Teilbereichen der Dachfläche Wasserretentionsboxen mit passendem Grünaufbau eingebaut. Für die als Aufenthaltsbereiche vorgesehenen Teilbereiche der Terrassenflächen verlegte das Team des Dachbegrüners Betonplatten auf Stelzlager.
Hohe Rückbaubarkeit als wichtiger Beitrag zur Platin-Zertifizierung
»Bei der Entscheidung für den Dachaufbau war auch die Rückbaubarkeit – und damit die Recyclingfähigkeit – ein wichtiges Kriterium. Der Aufbau mit den ›Ravatherm«-Dämmplatten lässt sich Schicht für Schicht wieder abtragen, weil sie nicht verklebt werden müssen«, sagt Projektleiter Ivan Grgic und ergänzt: »Das ist ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit und zählt auch bei der Platinum-Zertifizierung durch die
Deutsche Gesellschaft für Nachhaltigkeit (DGNB).« Zudem gebe es so weniger Komponenten, die altern oder beschädigt werden können, betont Joachim Dittweiler, Gebietsleiter Technik Süd-West bei Ravago. »Unsere Dämmplatten sind langlebig, unempfindlich gegen Feuchtigkeit und können problemlos wiederverwendet werden.« Die DGNB hat das Gebäude bereits mit Platin vorzertifiziert – mit einer der höchsten Punktzahlen aller Gebäude in Deutschland. Auch den Standard »QNG premium« der KfW erreicht das Gebäude. Als Nächstes strebt der Projektentwickler eine CO2-positive Zertifizierung im laufenden Betrieb an.
Die Rückbaubarkeit ist ein unverzichtbarer Bestandteil eines umfassenden Nachhaltigkeitskonzepts, wie es für die Hitachi Energy Germany Zentrale in Mannheim erarbeitet wurde. Dazu tragen die »Ravatherm XPS«-Dämmplatten langfristig bei: Denn sie lassen sich am Ende des Lebenszyklus einer Immobilie wiederverwenden, womit eine kostenintensive und umweltbelastende Entsorgung entfällt. Ravago arbeitet zudem zusammen mit dem FPX-Verband im Rahmen des Programms »XPS-Circular« an einer nachhaltigen Lösung, um die Restabfälle der XPS-Produkte wiederzuverwenden.
Derzeit entsteht der zweite Bauteil der Unternehmenszentrale. Die beiden Gebäude sind durch einen Keller- und Tiefgaragenbereich verbunden. Der beheizte Mittelbereich mit den Technikräumen wurde in das Dämmkonzept einbezogen, die Tiefgarage selbst wird nicht beheizt. »Ohne diese Dämmung gäbe es eine Kältebrücke, durch die es zu einer Kondensatwasserbildung kommen könnte«, begründet Projektleiter Grgic. Im Anschlussbereich zum Gebäude wurde daher »Ravatherm 300 SL« in einer Stärke von 140 mm verbaut: zum einen senkrecht direkt am Fassadenanschluss und zum anderen als 1,50 m breiter Streifen rings um das Gebäude.