Aktuelles Fassade

Rathscheck: Eine Schieferfassade für das Holzhaus

In Grabs in der Schweiz entstand ein Holzhaus, das man auf den ersten Blick als solches nicht erkennt, denn zunächst fällt nur die Schieferfassade ins Auge. Der Holzbauer Hanspeter Gantenbein liefert mit diesem Objekt ein gutes Beispiel für die Verbindung von traditionellem Schiefer und moderner Architektur.

Wegen der Hanglage musste das Grundstück mit Stahlankern und Spritzbeton gesichert werden. Aus Beton wurde das Kellergeschoss errichtet. Es ist mit einer 14 cm dicken Perimeterdämmung zum Berg und einem WDVS zum Tal hin gedämmt. Hier befindet sich auch der Eingangs- und Garagenbereich. Die zwei Geschosse darüber stehen rundum frei und wurden als reiner Holzelementbau auf Betonplatte errichtet. Für den Bau der zwei Geschosse benötigten die Holzbauer 30 m³ Holz. Die im eigenen Betrieb vorgefertigten Holzelemente mit Tragkonstruktionen aus Holzständern sind beidseitig mit Schichtholzplatten beplankt. Die Wanddicke der mit Zellulose verfüllten Elemente beträgt 200 mm. Außen wurden zusätzlich 80 mm Holzweichfaserplatten verbaut (U = 0,17 W/(m²·K)). Je nach Konstruktion und Bedarf mussten anschließend für die Beschieferung noch nagelbare Oberflächen geschaffen werden. Dazu dienten unter anderem eine Rohschalung mit Nut + Feder, 27 mm dick.

Schiefer auf Holz

Wenn drei miteinander harmonierende Gebindehöhen verwendet werden, kommt die dynamische Deckung gut zur Geltung. Der Bauherr entschied sich für 7,5 cm, 12 cm und 15 cm. Alle Schiefer sind geschraubt. Es kamen 12 000 spezielle Edelstahlschrauben zum Einsatz. Geschraubt wurden sie mit dem Schiefer-Befestigungssystem »DrillSklent« von Rathscheck, das auf einen Akkubohrschrauber montiert ist.


Dynamisch modern

Die dynamische Deckung ist eine relativ einfach zu erlernende Deckart, die speziell für die moderne Architektur entwickelte wurde. Die Steine werden mit einfacher Höhenüberdeckung von mindestens 40 mm auf Stoß gedeckt. Die Stoßfugen sind mit 100 mm breiten Metallstreifen hinterlegt. Um das typisch »dynamische« Deckbild zu erhalten, sind die Steinbreiten stark zu variieren, sodass sich ein unregelmäßiges Fugenbild ergibt. Die Stoßfugen sind mindestens 50 mm zu versetzen. Die Befestigung der Ortsteine erfolgt generell mit mindestens vier Schiefernägeln oder -stiften bzw. Schieferschrauben. Die Breite der Ortsteine muss mindestens 125 mm betragen. J

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