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Oktober 2015

Akzente in der Raumgestaltung


Die deutsche Holzindustrie verzeichnete im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein leichtes Umsatzwachstum von 1,2 % auf 16,6 Mrd. €. Damit hat sich die Branchenkonjunktur deutlich verlangsamt, denn im Vergleichszeitraum 2014 stieg der Umsatz noch um 4,1 %. In fast allen Segmenten der Branche spielt die Bautätigkeit eine maßgebliche Rolle. Die meisten Unternehmen sind direkt oder indirekt von der Baukonjunktur abhängig, weil sie Bauten herstellen, Baumaterial liefern oder den fertiggestellten Wohnraum einrichten.
Das zweitgrößte Segment des Holzgewerbes, der sogenannte »baunahe Bereich«, umfasst die Hersteller von Fertighäusern, Fenstern, Türen, Treppen und anderen Bauelementen. Dieser Bereich war im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 % rückläufig (knapp 2,3 Mrd. €). Der Rückgang betrifft vor allem Fenster, Türen und Bauelemente. Zu deren negativer Entwicklung hat nach Aussage des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie der aggressive internationale Preisdruck beigetragen, der in Deutschland schon länger zu einem Importdruck insbesondere bei Fenstern und Türen führte.
Das Top-Thema in unserer Oktober-Ausgabe bilden die Türen. Bei der Gestaltung von Wohnräumen spielt die Auswahl der richtigen Innentüren eine immer größere Rolle. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit galten Innentüren als Bauelemente mit wenig gestalterischer Relevanz. Das hat sich gravierend geändert. Mit Innentüren werden heute gezielt Akzente in der Raumgestaltung gesetzt. Im Trend liegen derzeit raumhohe Türen, deren Türblatt vom Boden bis zur Decke reicht, sowie wandbündige Türlösungen mit reduzierter Zargenbreite, bei denen Bänder und Zarge versteckt mit der Wand eine Einheit bilden.
Beim Thema Oberflächen dominieren naturgetreu nachgebildete Laminat-Oberflächen, sogenannte Nature-CPLs. Und wahre Dauerbrenner sind weiße Türen. Die Farbe Weiß bestimmte auch in diesem Jahr die Raumgestaltung mit. Bei vielen Herstellern neu im Programm sind Weißlacktüren mit individuell gestaltbarer Fräsung oder Lasergravur. Der Trend zur individuellen Gestaltung von Türen findet sich auch bei den Glastüren wieder. Neben mit Lasertechnik verzierten Glaselementen sind auch Glastüren mit innenliegender Fotofolie angesagt.
Stark im Kommen sind auch die Schiebetüren. Sie sind praktisch, elegant und platzsparend. In Zeiten ausufernder Immobilien- und Grundstückspreise müsste unter dem Aspekt des Raumgewinns das Thema »Schiebetür« eigentlich besonders forciert werden. Dabei ist dieses Thema keineswegs neu_ Bereits vor über 100 Jahren wurden in den Wohnungen der Jugendstil-Villen vielfach Schiebetüren eingebaut, die »in der Wand verschwinden«. Mit einer lässigen Handbewegung konnte das Personal den Salon erheblich vergrößern – und der Festivität der Herrschaft auf verdoppelter Fläche stand nichts mehr im Wege. Die Betonung von Großzügigkeit spielt auch heute eine Rolle zum einen bei Edelsanierungen, aber wohl eher, um einen Zugewinn an Raum bei den üblicherweise kleineren Grundrissen zu schaffen, die heute mehrheitlich im Wohnungsbau üblich sind. Im Bereich der Schiebetüren hat sich Eclisse, nach eigenen Angaben der »Impulsgeber für Schiebetüren« – seit dem Eintritt auf den deutschen Markt vor vier Jahren – mittlerweile einen guten Namen gemacht und seinen Umsatz vervielfacht. Anlässlich seines Besuches der Redaktion schildert Andreas Barthel, Geschäftsführender Gesellschafter der Eclisse Deutschland, in unserem »Blickpunkt« die Entwicklung seines Unternehmens.

Eine informative Lektüre wünscht Ihnen

Gerd Rottstegge

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