Das Dach

Objektsanierung mit Sturmsicherung

Zimmermeister Leo Lintl und Dach-deckermeister Jonny Bosselmann zeigten Innovationsfreude_ Sie entschieden sich bei der Sanierung eines 50er-Jahre-Eigenheims in Wettenberg bei Gießen für den Dachziegel »F 12 Ü – Süd« von Nelskamp mit der vormontierten Windsogsicherung »Dachstick«.

Zunächst mussten die Dachdecker das Dach vollständig abdecken. Dann wurden die Sparren aufgedoppelt, um nach heutigen Vorgaben zu dämmen, und eine neue Lattung verlegt. Mit 24 cm Holzfaser-Dämmung sowie einer sechs Zentimeter dicken Unterdach-Dämmplatte erfüllt das Dach jetzt den Standard eines Neubaus gemäß Energie-Einspar-Verordnung (EnEV).
Anstelle der bisher üblichen Sturmsicherung mit Klammern kam der neue »Dachstick« von Nelskamp zum Einsatz. Lintl und Bosselmann nutzten das Verlegeschema von Dachstick-Erfinder DDM Christoph Gruß: Es richtet sich nach den Bestimmungen des ZVDH – DIN 1055-4 (Windlasten) und DIN EN 14437 (Abhebewiderstand von Dachziegeln und Dachsteinen). Der Dachdecker verringert so den Aufwand einer 1_2- oder 1_3-Befestigung, da grundsätzlich jeder Ziegel in den gekennzeichneten Dachbereichen befestigt wird.Entsprechend werden die Dachziegel auf Sattel- oder Walmdächern in der ersten oder zweiten Windzone am Rand (mindestens 1,75 m) 1_1 mit dem Dachstick gesichert, Dachdurchdringungen mindestens 1,50 m rundum. Neben den Kehlen wird ein 1 m Fläche mit Stick-Dachziegeln eingedeckt. Diese Angaben gelten bis
56 Grad Dachneigung und 10 m Gebäudehöhe, bis 45 Grad Dachneigung und 18 m Gebäudehöhe, bis 40 Grad Dachneigung und 25 m Gebäudehöhe, bis 14 m Giebelbreite für den Ortgang bzw. bis 14 m Gebäudebreite für Traufe, First und Grat.
Bei einer Dachneigung bis 65 Grad und
25 m Gebäudehöhe werden Pult- und Zeltdächer in der ersten oder zweiten Windlastzone in allen Bereichen mit dem Dachstick gesichert. Abweichende Fälle sind einzeln zu prüfen oder im Einzelnachweis zu berechnen, das schreiben die Fachregeln vor. Im Zweifel sowie zur Erstellung einer höchstmöglichen Sicherheit für den Auftraggeber empfiehlt Nelskamp aber die Verlegung der Dachstick-Ziegel auf der gesamten Fläche.
Auf dem 130 m2 großen und 45 Grad geneigten Satteldach in Wettenberg wurden etwa 1560 Dachziegel verlegt, 300 von ihnen mit Dachstick_ am Ortgang, den beiden Kaminen und rund um die drei Dachfenster. »Die Kombination aus Dachziegel und vormontierter Sturmsicherung beschleunigt den Arbeitsprozess erheblich, denn die Montage erfolgt ohne zusätzliches Werkzeug«, stellt Leo Lintl fest.
Bei der Entwicklung der neuartigen Sturmsicherung hatte Erfinder Christoph Gruß genau dieses vor Augen_ »Ein einziger Handgriff, kein Spezial-Werkzeug. Zudem soll sich der Stick selbst erklären.« Das Handwerker-Team in Wettenberg bestätigt die einfache Handhabung und schnelle Verarbeitung_ Der Dachstick wird aufgeklappt, der Ziegel wie gewohnt verlegt und der Stick anschließend auf die Lattung geschoben. Lintl_ »Klammern fallen einem aus der Hand oder verhaken sich ineinander. Das gibt’s beim Dachstick nicht.« Außerdem: Mit dem »Dachstick-Revi« kann der Verarbeiter den Stick jederzeit von außen lösen und wieder befestigen. So ist auch der Austausch einzelner Ziegel unkompliziert und kostengünstig.
Umdenken muss der Dachdecker lediglich bei der Platzierung der Ziegel auf dem Dach_ »Bisher hatten wir einfach ein Päckchen mit Sturmklammern zur Hand. Jetzt müssen die Dachziegel mit Dachstick an der richtigen Stelle bereitliegen«, berichten die Verarbeiter. Dafür entfällt die Lagerhaltung_ »Mehr als 3000 verschiedene Sturmklammern gibt es auf dem Markt. Entsprechend aufwändig und teuer ist ihre
Bevorratung«, weiß Christoph Gruß aus eigener Erfahrung.

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