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Juli 2012

Produkte von Profis für Profis


Der Baubranche fehlt es an Nachwuchs. Und für die Zukunft sieht es aller Voraussicht nach nicht besser aus. Allein als Ersatz für die Fachkräfte, die in den Ruhestand gehen, werden jährlich über 10 000 Berufsanfänger benötigt. Die müssen dann aber auch langfristig »dem Bau« erhalten bleiben.

Ob die Bindung an den erlernten Bauberuf tatsächlich so stark ist, dass sie ein Leben lang hält, wollte eine jüngst in Auftrag gegebene Studie herausfinden. Hierzu wurden 5800 Berufseinsteiger aus der Bauwirtschaft zu ihrer Berufsausbildung und ihren Karriereplänen befragt. Mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse sollen Strategien weiterentwickelt werden, durch die sich Fachkräfte am Bau gewinnen und binden lassen. Dieses drängende Thema brennt zurzeit den Unternehmen – ganz gleich, ob Herstellern, Handel oder Handwerk – auf den Nägeln, und auch wir haben uns an dieser Stelle wiederholt diesem Thema gewidmet.

Eine grobe Perspektivrechnung zeigt, dass die derzeitige Altersstruktur bei den Baufachkräften in den kommenden Jahren wesentliche Herausforderungen für die Sicherung des Fachkräftebedarfs aufwirft. Bei gleichbleibenden Ausbildungszahlen und Abwanderungsquoten wird sich nur etwa die Hälfte der altersbedingten Austritte in der Bauwirtschaft ersetzen lassen. Erst durch die langfristige Bindung ausgelernter Fachkräfte an den Betrieb macht sich die Investition in die Ausbildung bezahlt. Deshalb muss sich die Branche an den Bedürfnissen der Azubis und jungen Facharbeiter orientieren, so die Ergebnisse der Befragung.

Hoffnung macht allerdings, dass der Berufsnachwuchs auf Karriere durch Weiterbildung setzt. So streben sowohl die meisten Azubis als auch eine große Zahl der Bauprofis in Zukunft die Meisterprüfung an. Zum einen ist es die schiere Quantität an ausgebildeten Fachkräften, die der Bau in der Zukunft benötigt. Wie schlecht es derzeit darum steht, zeigen die Ausbildungszahlen. So haben beispielsweise nur etwa 2 000 junge Leute im vergangenen Jahr einen Ausbildungsvertrag zum Fliesenleger unterschrieben. Für den Beruf des Estrichlegers entschieden sich deutschlandweit gerade einmal 133 Schulabgänger.

Mittlerweile werden hierzulande bei Großobjekten mangels ausreichender Zahl kompetenter Verarbeiter immer häufiger bedeutende Teile der Bauüberwachung auf Spezialisten aus den Reihen der Industrie verlagert.

Apropos Spezialisten_ Wir berichten Monat für Monat über Hersteller, die den Verarbeitern neue Produkte an die Hand geben, die deren Arbeit schneller, weniger gesundheitsschädlich und vor allem effizienter machen. Einer von ihnen ist der schwäbische Werkzeughersteller Kress, der mit einem neuen Bohrhammer – der sowohl über Netz als auch über Akku funktioniert - einen lang ersehnten Anwenderwunsch umsetzte und mit dieser bahnbrechenden Innovation ein Ausrufungszeichen in Sachen Innovationskraft setzte (Seite 9). Im Bereich der Baustoffe stellen wir mit JASTO ein Unternehmen vor, das mit dem Z-Stein ein neuartiges Steinkonzept für hochwärmedämmendes Außenwand-Mauerwerk entwickelte und damit großen Erfolg im Markt hat (Seite 24).

Produkte von Profis für Profis. Damit die einen das richtig verarbeiten, was die anderen herstellen, bedarf es entsprechender Aus- und Fortbildung der qualifizierten Fachkräfte in adäquater Anzahl. Dadurch vermeiden wir das, was mein Kollege Martin Bartolovic vor kurzem in der Türkei entdeckte (Seite 74).

Sollten Sie zu diesem Thema oder zu anderen Beiträgen in dieser Ausgabe Anregungen oder Wünsche haben, schreiben Sie uns per E-Mail an rottstegge [ät] sbm-verlag.de. Wir freuen uns über Ihre Zuschrift. Eine informative Lektüre wünscht Ihnen

Gerd Rottstegge

 

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