Die gewählte Lösung mit »Hardie VL Plank«-Faserzementpaneelen zeichnet sich durch hohe Widerstandsfähigkeit im täglichen Betrieb, geringen Wartungsaufwand sowie eine wirtschaftliche Verarbeitung aus. Die ausgewählte Fassadenbekleidung ist zudem nicht brennbar und erfüllt die Anforderungen der Baustoffklasse A2-s1, d0 nach EN 13501-1. Damit profitieren die Gäste des Ferienparks nicht nur von modernen Häusern, sondern auch von einem hohen Maß an Sicherheit.
Ferienanlage mit langer Geschichte
Der Ferienpark Feuerkuppe in Sondershausen/Straußberg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits zu Zeiten der DDR wurde das weitläufige Areal als Betriebsferienlager, Trainingsstätte und Pionierferienlager genutzt. Heute präsentiert sich die 1951 gegründete Einrichtung als traditionsreiche und zugleich moderne Kinder- und Jugendbildungsstätte, die sich als ein Ort beschreibt, »an dem Kinder und Jugendliche mit Herz, Hand und Verstand lernen sowie sich und ihre Umwelt neu erleben können«. Mit insgesamt 636 Betten und rund 60 000 Übernachtungen jährlich zählt der im Kyffhäuserkreis gelegene Ferienpark zu den bekanntesten Kinder- und Jugendunterkünften in der Region und darüber hinaus.
Die jungen Gäste erwartet auf dem 22 ha großen Gelände ein vielfältiges Sport- und Freizeitangebot. Für ihre Unterbringung stehen 42 jugendgerecht eingerichtete Bungalows, acht moderne Häuser und ein Gästehaus zur Verfügung. Der weitgehend in Holzständerbauweise errichtete Gebäudebestand stammt überwiegend aus den frühen 1980er-Jahren. Über Jahrzehnte hinweg beschränkten sich die Maßnahmen am Bestand weitgehend auf einfache Instandhaltungen und Fassadenanstriche. Auch nach der Übernahme des Ferienparks durch den Landkreis blieb die bauliche Substanz zunächst unverändert erhalten. Der zunehmende Verschleiß und die sichtbaren Schäden an den Gebäuden machten schließlich eine grundlegende Sanierung erforderlich.
Im Zuge der Modernisierung der Gebäudehülle stand vor allem die Suche nach einem langlebigen, robusten und zugleich wirtschaftlich zu verarbeitenden Fassadensystem im Fokus, das auch gestalterisch überzeugen sollte. »Gesucht wurde ein Material, das sehr haltbar, vandalismussicher und besonders robust gegenüber Einwirkungen von außen ist und außerdem dauerhaft geringe Wartungs- bzw. Instandhaltungskosten verursacht. Es musste den Belastungen und Anforderungen einer öffentlichen Ferienanlage gewachsen sein«, fasst Ina Seichter, Geschäftsführerin des KiEZ Ferienpark Feuerkuppe, die Überlegungen zusammen.
Nach intensiver Baustoffrecherche standen verschiedene Produkte zur Auswahl. Die Entscheidung fiel schließlich auf »Hardie VL Plank«-Fassadenpaneele aus Faserzement mit authentischer Holzmaserung im Farbton »Cashmere«. Die Paneele sind optisch von echtem Holz kaum zu unterscheiden, jedoch deutlich robuster. Sie werden mit geringem Energiebedarf auf Basis von Portlandzement, Sand und Zellulosefasern hergestellt. Eine spezielle Rezeptur sorgt dabei für die besonderen Eigenschaften des Baustoffs: Stabilität, Stoßfestigkeit und Witterungsbeständigkeit. So kombinieren »Hardie VL Plank«-Fassadenpaneele durch ihre Technologie und Materialzusammensetzung eine natürliche Holzoptik mit der Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit von Faserzement. Der Hersteller bietet darauf eine Garantie von 15 Jahren.
Robuste Oberflächen
Verantwortlich für die spezifischen Materialeigenschaften der »Hardie VL Plank«-Fassadenpaneele ist eine klimaspezifische Faserzementtechnologie. Diese sogenannte »Hardie Zone«-Technologie sorgt dafür, dass die »Hardie VL Plank«-Fassadenplatten jedem Wetter standhalten. Basis ist die Kombination individueller klimatischer Variablen, mit denen die langfristige Leistung der Außenwandbekleidungen an verschiedene Klimazonen angepasst werden kann. So sind die Platten für den deutschen und europäischen Markt mit der HZ5TM -Technologie ausgestattet, die auf das europäische Klima mit seinen Frost-Tau-Zyklen, starken jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sowie dem Wechsel von Regen und Sonne im Sommer abgestimmt wurde. Im Gegensatz zu echtem Holz verwittern »Hardie VL Plank«-Fassadenpaneele daher nicht und sind wartungsarm sowie langlebig. Einmal montiert, erfordern sie keine aufwendige Pflege mehr.
Dauerhaft ansprechende Optik
Eine speziell entwickelte Beschichtungs- und Auftragsmethode, die sogenannte »ColorPlus«-Technologie, bei der die Farbe im Werk in mehreren Schichten aufgetragen wird, bildet die Grundlage für die Langlebigkeit und Strapazierfähigkeit der Farbbeschichtung und schützt vor Verblassen durch starke UV-Strahlung. Regelmäßige sowie kosten- und zeitintensive Wartungsanstriche werden dadurch überflüssig. Verschmutzungen können bei Bedarf mit Wasser und einem milden, lösungsmittelfreien Haushaltsreiniger einfach entfernt werden.
Neben ihrer Langlebigkeit und Wartungsfreundlichkeit überzeugten die gewählten Fassadenpaneele auch durch Sicherheitsaspekte und ökologische Kriterien. Mit den »Hardie VL Plank«-Paneelen wählten die Projektverantwortlichen eine sichere und ressourcenschonende Fassadenlösung. Die umweltfreundlichen Eigenschaften der Hardie-Fassadenbekleidungen wurden mit einer Environmental Product Declaration (EPD) zertifiziert. Die EPD stellt sicher, dass »Hardie VL Plank«-Fassadenpaneele auf allen Gebäuden installiert werden können, die nach den Gebäudezertifizierungssystemen DGNB, BNB, BREEAM und LEED bewertet werden sollen. Die Fassadenplatten erfüllen zudem die Anforderungen der Baustoffklasse A2-s1, d0 und sind somit gemäß internationaler Klassifizierung nicht brennbar.
Wirtschaftliche Verarbeitung
Im ersten Bauabschnitt wurden zunächst acht Häuser renoviert. Dabei wurden die ursprünglichen Zementfaserplatten auf der Außenwand der in Holzständerbauweise errichteten Häuser größtenteils zurückgebaut und durch eine vorgehängte hinterlüftete Fassade aus »Hardie VL Plank«-Fassadenpaneelen auf einer Holzunterkonstruktion ersetzt. Weitere Gebäude sollen je nach Förderung folgen. Die Faserzement-Fassadenpaneele sind mit einem Nut-und-Feder-System ausgestattet, sodass sie bei der Montage nahtlos ineinandergreifen. Lediglich eine schmale Schattenfuge bleibt sichtbar.
Das Nut-und-Feder-System ermöglicht zudem eine einfache und schnelle Verarbeitung. Am Fußpunkt der Fassade montierten die Mitarbeiter des Dachdeckerhandwerksbetriebs Blankenburg Bedachung aus Sondershausen zuerst ein spezielles waagerechtes Metall-Starterprofil. Die »Hardie VL Plank«-Fassadenpaneele wurden anschließend Reihe für Reihe mit der Nut auf die Feder des vorherigen Elements gesetzt und direkt auf der Unterkonstruktion befestigt. Ein zusätzliches Befestigungssystem ist nicht erforderlich. Im vorliegenden Fall hat sich die Befestigung mit einem Nagelschussgerät und Coilnägeln aus Edelstahl bewährt. Da die Befestigungsmittel im oberen Bereich eines jeden Paneels sitzen, verdeckt die darüber montierte Plattenreihe die Befestigungspunkte des unteren Elements vollständig. So entsteht ein sauberes, klar strukturiertes Fassadenbild.
Für den Zuschnitt der Paneele verwendeten die Handwerker eine Kreissäge und das »Hardie Blade«-Sägeblatt. Ausschnitte führten sie mit Stich- oder Lochsägen aus, die mit Hartmetall-, Bimetall- oder diamantbestückten Sägeblättern ausgestattet sind.
»Durch das Nut-Feder-System müssen die Paneele nur noch aufeinander gesteckt und befestigt werden. So einfach geht es dann Paneel für Paneel nach oben«, fasst Geschäftsführer Maximilian Blankenburg seine Erfahrungen zusammen. Nach mehreren kleineren Projekten war die Sanierung der Häuser im Ferienpark Feuerkuppe für ihn und seine Mitarbeiter das erste größere Projekt, das er mit »Hardie VL Plank«-Fassadenpaneelen ausführte. »Trotz unserer geringen Erfahrung mit dem Produkt lief alles unkompliziert und erstaunlich schnell«, sagt der Dachdeckermeister. »Bis zu 20 Prozent weniger Zeitaufwand im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen«, schätzt der Chef von drei Mitarbeitern die Zeitvorteile ein und betont noch einmal: »Die Montage ist tatsächlich äußerst unkompliziert. Ausschlaggebend für die spürbar schnellere Verarbeitung war jedoch das Zusammenspiel mehrerer Komponenten.« So sei ein entscheidender Faktor gewesen, dass das System durch Metallzierleisten für den Abschluss von Außen- und Innenecken sowie für Tür- und Fensterrahmen ergänzt wird. »Damit stand für alles eine Lösung zur Verfügung. Zudem wurden wir von James Hardie gut begleitet und beraten. Es hat einfach alles gepasst«, stellt Maximilian Blankenburg fest.
Rund vier Monate benötigten er und seine Mitarbeiter für die Fassadenbekleidung der acht Bungalows. »Nur zwei bis drei Wochen wurden pro Gebäude benötigt«, sagt der Firmeninhaber. Insgesamt wurden dabei rund 1 000 m2 »Hardie VL Plank«-Fassadenpaneele verarbeitet.