Im Blickpunkt

Innovationen und individuelle Lösungen

»Dass der Ziegel zu den ältesten Baustoffen der Menschheitsgeschichte gehört, heißt noch lange nicht, dass auch die Unternehmen, die sich damit beschäftigen, automatisch steinalt werden.«

Mit dieser etwas »flapsigen« Formulierung brachte Bernhard Feldhaus es anlässlich des 150-jährigen Firmenjubiläums 2007 auf den Punkt, dass sein Betrieb – Feldhaus Klinker – auf dem besten Wege dorthin sei. Vor 46 Jahren, als er in die elterliche Firma eintrat, habe er weder gehofft noch erwartet, dass aus seinem kleinen Ziegelwerk einmal ein Unternehmen der heutigen Größenordnung würde. Als ihm seine Mutter 1968 die Leitung des Betriebes übertrug und er Firmeninhaber wurde, sei es von Anfang an sein festes Ziel gewesen, den Betrieb wirtschaftlicher und rationeller zu führen. Eine rasante Entwicklung nahm ihren Lauf.

Heute befindet sich das Unternehmen aus dem Osnabrücker Land bereits in der fünften Generation und Bernhard Feldhaus führt den Familienbetrieb gemeinsam mit seinen Töchtern Nicola und Petra Feldhaus.

Was machte Feldhaus Klinker in den zurückliegenden 157 Jahren so erfolgreich? »Erfolgsfaktoren sind keine feste Größe«, entgegnet Petra Feldhaus, »denn das unternehmerische Handeln muss sich stets auf ´s Neue den sich verändernden Gegebenheiten des Marktes anpassen.« Voraussetzung aber sei eine gelungene Kombination von innovativen Ideen mit einem großen betrieblichen Know-how, so die ­Juniorchefin. Am Ende stehe heute das Image, die Marke. »Der Name Feldhaus Klinker steht seit Generationen für Zuverlässigkeit und höchsten Anspruch.«1857 zunächst als landwirtschaftlicher Betrieb mit Nebenerwerbsziegelbrennerei gegründet, entwickelte sich nach und nach der Haupterwerbszweig. Seit 1960 werden in Bad Laer nur noch Ziegel hergestellt. Feldhaus ist heute aufgrund seiner Klinkerprodukte weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. Durch die Kombination aus Tradition und Innovationsbewusstsein nimmt das Unternehmen eine Spitzenposition bei Klinkerprodukten ein. Vom 130 000 m² großen Werksgelände werden die Kunden in aller Welt beliefert. Heute arbeiten insgesamt 114 Mitarbeiter am Erfolg der Unternehmensgruppe mit.

Es zeugt schon von besonderer Einsatzbereitschaft, wenn sich ein mittelständisches Familienunternehmen derart lange auf dem Markt behauptet und die Übergänge zwischen den Generationen immer wieder erfolgreich bewältigt. Dies gilt umso mehr für ein ­Unternehmen der Baustoffbranche, denn die ist immer wieder starken Schwankungen unterworfen. Um den wachsenden Ansprüchen des Marktes zu genügen, ist Feldhaus Klinker mit modernster Technik ausgestattet und gehört aufgrund der permanenten Produktionsoptimierung heute zu einem der größten Produzenten von Klinkerriemchen. Die »dünnen Klinker« mit einer Stärke von 9 oder 14 mm haben sich mittlerweile als ideale Kombination mit Wärmedämmverbundsystemen bei Sanierung und Neubau etabliert.

Der Werksstandort wurde in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut und um sechs Produktlinien erweitert. Alles unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten, so dass es der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gleich zwei Förderungen für umweltgerechte Entwicklungen wert war. Mittlerweile steht ein Hallenbau allein für rund 8 300 m² Lagerung der Klinkerriemchen zur Verfügung.Alte Handwerkskunst mit moderner Technik

Als verlässlicher Partner von Architekten, Handel und Handwerk bietet Feldhaus ein Klinker-Sortiment, das keine Wünsche offen lässt: Ob rustikal oder modern, Klinkerriemchen bieten interessante Gestaltungsmöglichkeiten. Um den aktuellen Farb- und Stiltrends zu entsprechen, werden in Bad Laer ständig neue Sorten entwickelt, wie Klinkerriemchen der Produkt­linie »sintra« in Handformoptik, »vascu« in ­Wasserstrichoptik und zuletzt »carbona« und »salina« als Schmolz-/Kohlebrand. Dabei liegt die Besonderheit darin, Oberflächen alter Handwerkskunst mit moderner Technik auf nur 9 mm oder 14 mm Stärke als Grobkeramik in robuster Klinkerqualität herzustellen.Die Klinkerriemchen sind heute unangefochten das Hauptprodukt. Auf die Winkelriemchen hält Feldhaus sogar ein Patent. »Wir sind in der Lage Oberflächen abzubilden, wie beim Handformklinker, die aber besondere Klinkerqualität mit geringer Wasseraufnahme besitzen«, erläutert Petra Feldhaus. Einen großen Teil der Inspirationen und Ideen erhält Feldhaus aus dem Ausland. In Ländern wie beispielsweise den Niederlanden oder Osteuropa gingen Architekten bedeutend kreativer und spielerischer mit dem Material Klinker bzw. Klinkerriemchen um, so die Erfahrungen. Im Vergleich dazu würden hierzulande Fassaden eher konservativ gestaltet. Demzufolge konnte Feldhaus seine Exportquote – derzeit bei etwa 50 % – in den letzten Jahren steigern. »Wir sind in den Auslandsmärkten stets auf der Suche nach weiteren neuen Partnern, mit denen wir langfristig zusammenarbeiten wollen.« Um das auf mittlerweile über 1 500 Produkte angewachsene Sortiment an Klinkerprodukten sowie die steigende Nachfrage nach individuellen Gestaltungsmöglichkeiten für gewerblich und privat genutzte Immobilien umfassend präsentieren zu können, begann man im vergangenen Jahr mit dem Bau eines neuen Ausstellungsgebäudes. Auf etwa 1 000 m² sollen demnächst Bauinteressierte aus dem In- und Ausland zusätzlich über die umfassende Bandbreite der Produkte informiert werden. Darüber hinaus werde Feldhaus sein Objektgeschäft ausbauen und die Architektenberatung intensivieren.

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