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Innentüren: Die drei wichtigsten Trends 2018

Eine Innentür muss als Ganzes zur Einrichtung passen und den guten Geschmack des Bauherrn unterstreichen. Ihr Design orientiert sich an den Trends in der Möbel und Einrichtungsbranche. Jeld-Wen, nach eigenen Angaben Marktführer, berücksichtigt bei der Entwicklung der Innentüren-Designs diese Kriterien und ist nach eigenen Angaben bestrebt, zusätzlichen Mehrwert durch ein besonderes Maß an Funktionalität, Komfort und hochwertigste Verarbeitung zu bieten. Hier zeigt der Hersteller auf, welche Innentürentrends die Verarbeiter heute, morgen und übermorgen nicht verpassen dürfen.

Vor dem Beginn der industriellen Fertigung von Bauelementen war die Innentür eines der Kernthemen der Wertschöpfung jeden Schreiners und Tischlers. Doch im Zuge des Wirtschaftswunders der Nachkriegsjahre ersetzten vielerorts maschinell gefertigte Produkte die einstige Handwerkskunst.
Der nach eigenen Angaben weltweit größte Hersteller will den Spieß umdrehen und setzt bei der Entwicklung neuer Modelle auf handwerkliche Werte wie Fingerspitzengefühl, den leidenschaftlichen Umgang mit Materialien sowie die Liebe zur Architektur. Das Unternehmen, in Person von Jeppe Visby, Produktmanager Design & Oberfläche, bedient sich hierbei verschiedener Inspirationsquellen_ Bei der Planung neuer Modelle berücksichtigt Visby auch den Anspruch des Unternehmens, die neuen Modelle in einer extrem kurzen Lieferzeit anbieten zu können.
Gerade in Jahren vor der internationalen Leitmesse BAU, die für das Unternehmen die wichtigste Plattform zur Einführung neuer Produkte darstellt, ist es wichtig, die relevanten Trends zu ermitteln. Der Produktmanager Design & Oberfläche besucht mit seinem Team regelmäßig Inspirationsmessen wie die Internationale Möbelmesse in Köln, den Salone del Mobile in Mailand oder auch die Interzum, bei der viele Zulieferer der Möbelbranche ihre neuesten Entwicklungen zeigen. »Die Küchen- & Möbelbranche ist für uns in Sachen Farben sowie Material die Leitbranche, denn eine neu entwickelte Tür muss als Ganzes zur Einrichtung passen«, führt Visby aus.
Im Rahmen der Recherchen, zu denen auch Design- und Fachmagazine hinzugezogen werden, achtet Visby primär auf Material und Farben. »Welche Farbtöne sind ›in‹ und welche werden interessant für die Zukunft? Die Trends bei Möbel- und Küchenherstellern helfen uns definitiv bei der Auswahl«, schildert er.
Wenn ein »Tür-Konzept« alle internen Vorgaben erfüllt, startet die Produktentwicklung mit Produktionsversuchen und stellt die Prototypen einem repräsentativen Querschnitt an Probanden vor. Springt auch hier die Ampel auf Grün, hat die Oberfläche oder das Modell, begleitet von einem positiven Business Case, laut dem gebürtigen Dänen Visby eine gute Chance, auf den Markt zu kommen.

Trend 1 – die Haptik
Der Trend geht eindeutig weg von sogenannten aufgesetzten Türen, also Modellen mit Leisten, Füllungsplatten oder anderen abstehenden Elementen – abgesehen von einigen Regionen oder manchen Bau­stilen. Insofern ist die Tür schon deutlich glatter geworden. Jeld-Wen erlebt aktuell allerdings einen regelrechten Push in Richtung organisch anmutender, sehr tief strukturierter Repro-Oberflächen in Weiß.
Die Verbraucher sehnen sich nach Oberflächen und Materialien in einem naturnahen Look. Visby übersetzt das auf die Tür und rät: »Wer aktiv und progressiv moderne Türen beraten möchte, muss sich mit geprägten Türen auseinandersetzen.« Als Beispiel hierfür nennt der Hersteller die Modelle »Carisma«. Die beiden Modelle haben eine tiefe Prägung, die durch ein neuartiges Produktionsverfahren erreicht wird, und damit eine sehr natürliche, wohnliche Anmutung. Zudem sind die Kanten des Falzes eckiger und damit geradliniger, d. h., der Radius ist enger geworden was vom Markt her gewünscht ist.

Trend 2 – Weiß bleibt Thema
Für Visby bleibt das Thema Weiß spannend_ Denn durch die Gestaltung der Türen-Geometrie können weiße Türen auch anders wirken. Aus gefälzten Türen und stumpfen Türen haben die Produktentwickler im Hause Jeld-Wen eine dritte Variante entwickelt – eine Art Weiterentwicklung des Falzes bzw. der Verbindung zur Wand. Bei der Recherche in historischen Berliner Gebäuden sah Visby eine Tür, die auf die Zarge gesetzt war und nicht in die Zarge. Das war die Geburtsstunde der »Planar«, und der Geburtshelfer war eine von Schreinerhand geschaffene Tür, die sicher schon 90 Jahre alt war.Visby erklärt die Herangehensweise_ »Wir haben bei der »Planar« den flächigen, architektonisch geradlinigen Trend aufgenommen und die Tür vor die Zarge montiert. Im Entwicklungskontext arbeiteten wir fieberhaft darauf hin, dass diese Art der Montage sowohl für die mittlerweile gängige Holzumfassungszarge als auch für die in den 70/80erJahren sehr oft eingesetzte Stahlzarge umsetzbar ist. Es gelang uns schließlich durch die Verwendung spezieller Beschläge, das Ziel zu erreichen.«
Die Zargen werden bei der »Planar« mit einem extra großen Falz überdeckt. Hieraus ergibt sich die Option, Tür und Zarge zweifarbig zu gestalten. Die zweite Farbe beeinflusst jedoch nicht das Gesamtbild, sondern wird nur sichtbar, wenn die Tür geöffnet wird.
Doch braucht der Türenmarkt diese dritte Art des Falzes? Jeld-Wen hat seit seiner Markteinführung die Erfahrung gemacht, dass sein »schwebendes Element vor der Wand« eine sehr designaffine und hochwertige Klientel anspricht. Trend Nummer Zwei ist für das Unternehmen also eine neue, flächige Architekturtür, die als Alternative zu stumpfen, flächenbündigen Modellen angesehen werden kann.

Trend 3 – Strukturierte Holz-Reproduktionen
Doch weder bei Jeld-Wen, noch bei anderen Herstellern werden künftig alle Türen weiß sein. Täuschend echte Holz-Repros – vorzugsweise heimische Hölzer wie diverse Eiche-Modelle, aber auch Rotbuche oder graue und annähernd schwarze Farbtöne – sowie Oberflächen, die wie Beton aussehen, sich wie Beton anfühlen, aber kein Beton sind, gehören zu den typischen, gut verkäuflichen und mengenmäßig interessanten Türmodellen der Gegenwart.
Jeld-Wen hat diese Modelle strukturiert und als eigenständige Oberflächenkollektion »Duri-Top« im Markt platziert. Dabei ist es den Entwicklern gelungen, selbst die Kanten sowie die Glasleisten mit den entsprechenden gleich strukturierten Oberflächen des Türblattes zu versehen.

Ausblick auf die kommenden Trends
Jeppe Visby und sein Team sehen das Thema Haptik für die nahe Zukunft als zentral an, der Anteil am Markt wird spürbar wachsen. »Zudem bekommen wir eine neue Diskussion rund um den Glanzgrad der Oberflächen und, wenn wir die Entwicklungen der Möbelmesse richtig deuten, dann könnten dunkle akzentuierte Türen an Aufmerksamkeit gewinnen und der Trend sich ein wenig mehr Richtung Dunkel verschieben.«

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