Fassade

Holzfaser-WDVS wirkt Klimawandel entgegen

Die energetische Sanierung des betagten Uffinger Bahnhofs ist in vollem Gange_ An der gesamten Fassade wird von bayerischen Fachhandwerkern auf einer Unterkonstruktion aus Holzträgern das Inthermo Holzfaser-Wärmedämmverbundsystem montiert. Zum Abschluss ist eine Beschichtung der Dämmplatten mit einem mineralischen Systemputz vorgesehen.

Der betagte Zweckbau, der in keinem guten Zustand war und mit der Zeit immer mehr verfiel, wurde im November 2012 an ein Ehepaar aus der Region verkauft. Die neuen Eigentümer fassten sich ein Herz, ließen das Hauptgebäude entkernen und zur energetischen Sanierung im Frühjahr dieses Jahres vorbereiten. Seit April wird der dreigeschossige Ziegelbau mit einem Wärmedämmverbundsystem auf Holzfaserbasis ummantelt, das der ökologisch orientierte Anbieter Inthermo entwickelt hat. Handwerker aus der Region wie Zimmermeister Klaus Hofmann, Geschäftsführer der Frewoo kreativ-Bau aus Sindelsdorf, sorgen mit meisterlichem Können und großer Liebe zum Detail für die fachgerechte Instandsetzung der Fassade. Der Effekt_ Dem steinzeitlichen Energiehunger, der für ungedämmte Mauerwerksgebäude typisch ist, schiebt die Ummantelung mit natürlichen Inthermo Holzfaserdämmstoffen nachhaltig einen Riegel vor. Dafür sorgen einerseits flexible Dämmmatten aus Holzfasern, die einlagig in die 10 cm tiefen Gefache eingebracht werden, sowie 6 cm dicke Holzfaserdämmplatten vom Typ »Inthermo HFD-Exterior Compact«; sie sind auf den lotrecht montierten Holzträgern so verklammert, dass sich eine vorbildlich ebene, durchgehend putzbare Fassadenfläche ergibt.»Durch die Dämmmaßnahmen dürfte der rechnerisch ermittelte Wärmedurchgangskoeffizient der Außenwände von ursprünglich U = 0,87 W/m2K auf einen zeitgemäßen U-Wert von nur noch 0,23 W/m2K sinken«, sagt Dipl.-Bauing. Markus Blau, technischer Berater bei Inthermo. Bemerkenswert_ Der Wärmedurchlass der vormals ungedämmten Ziegelwand wurde von ihm in einem aufwendigen Berechnungsverfahren für das Jahr 1929 bestimmt, um über eine verlässliche Vergleichsgrundlage für die energetische Optimierung zu verfügen. Das Ergebnis ist nicht weniger als ein Quantensprung, der zeigt, was mit profundem Ingenieurwissen, erstklassigen Naturdämmstoffen und handwerklichem Können heute alles möglich ist.
»Die Holzfaserdämmung soll die Bausubstanz unseres betagten Bahnhofsgebäudes schützen, indem sie im Sommer die Hitze und im Winter die Kälte sowie Tag für Tag den Lärm vorbeifahrender Regionalbahnen von unseren künftigen Büro- und Aufenthaltsräumen fernhält«, beschrieb Frithjof Finkbeiner zu Beginn der Dämmarbeiten seine Erwartungen. Mindestens ebenso wichtig ist ihm, dass die Fassadendämmung des betagten Bahnhofsgebäudes, das seine Frau Karolin und er von Grund auf modernisieren und erhalten wollen, möglichst große Mengen des Klimakillers CO2 neutralisiert.
Nach Abschluss der Sanierung soll das Sekretariat der Plant-for-the-Planet-Stiftung ins Bahnhofsgebäude einziehen, um von dort aus ihre weltweiten Aktivitäten zu koordinieren. Auch soll die Stiftung juristische Eigentümerin der Immobilie werden. »Für Bahnreisende haben wir dem Hauptgebäude einen großzügigen Aufenthaltsraum aus Holz hinzugefügt, der sich harmonisch in das architektonische Umfeld einfügt. Darin wird auch der Fahrkartenautomat seinen neuen Standort finden«, erläutert Frithjof Finkbeiner die Umsetzung der Planungen zum neuen Bürgerbahnhof, an dessen Gestaltung sich zahlreiche Uffinger Gemeindemitglieder mit konstruktiven Vorschlägen beteiligt haben.

Achim Zielke

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