Titelstory

Hochwertige Dekorfolien für immer breitere Anwendungsfelder

Wer nicht genau hinschaut, erkennt es nicht mehr. Und wessen Fingerspitzen nicht sehr sensibel sind, spürt es auch nicht mehr.

Einen optischen und haptischen Unterschied zwischen natürlichem Holz oder Aluminium mit behandelten Oberflächen und Oberflächen aus Kunststoff gibt es praktisch nicht mehr.

Einen maßgeblichen Impuls zu dieser Qualitätssteigerung hat vor fast 20 Jahren die RENOLIT SE in Worms mit ihrer Dekorentwicklung »Golden Oak/Sherwood G« ausgelöst.
»Das honigfarbene Eichedekor setzte damals neue Maßstäbe in der perfekten Imitation von Holzstrukturen und erschloss den Folien – vor allem bei Fensterprofilen – zusätzliches Kundenpotenzial.« Stefan Friedrich, Leiter des Geschäftsbereiches RENOLIT EXTERIOR, hat seinerzeit die Qualitätskriterien für Kunststoffprodukte auf der Seite der Systemgeber maßgeblich vorangetrieben und erinnert sich noch lebhaft an diesen historischen Schritt.

Aufwändige Druckbilder


»Sherwood G/Golden Oak« hat sich seither quer durch Europa als führendes Dekor durchgesetzt – mit hochwertigem Druckbild, das damals keinerlei »Plastik-Gefühl« mehr aufkommen ließ. Wesentlichen Anteil an der naturgetreuen Reproduktion hatte die Tiefdrucktechnik, deren Maschinen derzeit mit bis zu sechs Farben arbeiten können.
Voraussetzung für einen hochwertigen Druck ist eine perfekt passende Basisfolie. Basierend auf der rund 60 Jahre alten Technologie des Kalandrierens wurde die Herstellung von Folien immer weiter entwickelt und verbessert. Eine größtenteils automatisierte Farbmischerei, automatische Dickenmessungen, Oberflächenkameras und nicht zuletzt hoch spezialisierte und erfahrene Mitarbeiter stellen sicher, dass die vielen Kilometer Basisfolie fehlerfrei aus den Anlagen kommen.

In weiteren Arbeitsgängen wird dann die Basisfolie bedruckt und untrennbar mit dem Acrylat-Oberteil verbunden. Neben den Holzdekoren profitiert auch die Qualität der Unifarben von der Weiterentwicklung in der Farb-, Druck- und Prägetechnologie. So sorgen Effektpigmente für einen metallischen Schimmer, der auch zurückhaltende Farben exklusiv und wertvoll wirken lässt. Die heutige Metallic-Kollektion für RENOLIT EXOFOL-Produkte umfasst fast 20 verschiedene Farbtöne.
Eine hochwertige Haptik verstärkt diese farbliche Perfektion und unterstützt die Vielfalt in der Fassadengestaltung. Holzporen wirken wie geschliffen, samtig-matte Strukturen fühlen sich an wie Softlack und raue Oberflächen sehen aus wie sandgestrahlt. Auch in puncto Funktionalität haben die Prägungen Fortschritte gemacht_ Erhabene Strukturen sind mittlerweile deutlich unempfindlicher gegenüber Kratzern geworden.
Wind und Wetter beanspruchen die Folien im Außeneinsatz stark. »Damit die Optik nicht zulasten der Widerstandsfähigkeit geht, setzen wir uns deshalb intensiv mit der Pigmententwicklung auseinander«, blickt Produktmanager Franz-Josef Weber zurück. Aktueller Entwicklungsstand ist die Solar Shield Technology (SST). Ihre IR-reflektierenden Farbpigmente reduzieren die Wärmebildung im Profil um deutlich mehr als 10°C. Die IR-Reflexion an der Basisfolie schützt nicht nur die Folie selbst, sondern auch den Klebstoff und das Profil – gleichgültig, ob es aus weißem oder dunklem Kunststoff besteht. Natürlich profitiert auch das derzeit jüngste Mitglied der Außenfolienfamilie RENOLIT EXOFOL von SST.

Außenfolie ohne Weichmacher


RENOLIT EXOFOL PX enthält ein speziell für dieses Produkt entwickeltes Polyacrylat, das als transparente Deckschicht sowohl die Druckfarbe als auch die Basisfolie schützt. Dadurch verbessert sich die Witterungsbeständigkeit und verlängert sich die Lebensdauer. Darüber hinaus besteht ihre Trägerfolie aus weiterentwickelten Rohstoffen mit einer PVC-Rezeptur ohne Weichmacher. »Das Polyacrylat enthält hocheffiziente UV-Absorber, deren Wirkung in diesem Fall nicht durch Weichmachermigration beeinträchtigt wird«, so Dr. Dirk Heukelbach, Leiter Forschung und Entwicklung RENOLIT EXTERIOR.
Die Dekorpalette für RENOLIT EXOFOL PX umfasst zurzeit 26 Holzdekore und Unifarben aus den Classic- und Premier-Kollektionen. Populäre Designs wie »Sherwood G«, »Golden Oak«, »Piedmont A« und klassische dunkle Mahagonitöne zählen ebenso dazu wie bevorzugte Trenddekore (»Siena«, »Winchester«, »Teresina«, »Wisconsin«). Das Angebot an elf Unifarben mit Grau- und Grün- sowie Crème- und Weißtönen will das Unternehmen im Laufe dieses Jahres noch ausbauen.

Zusätzliche Folie als Schutzschild


Noch einen Schritt weiter in puncto Schutz und Unempfindlichkeit geht RENOLIT EXOFOL FX. Diese Hochleistungsfolie kam in ihrer ersten Entwicklungsstufe bereits 2005 auf den Markt und erhält als zusätzliche Schicht eine Polyvinylidenfluorid-Folie (PVDF), die auf die Basisfolie aus Acrylat (PMMA) aufgebracht wird. Ein naher chemischer Verwandter des PVDF ist z. B. als Teflonbeschichtung bei Bratpfannen bekannt.
Dieser Fluorkunststoff erhöht einerseits die Resistenz der Folie gegen Schmutz und Chemikalien und verbessert nochmals die Witterungsbeständigkeit der Oberfläche, sodass RENOLIT EXOFOL FX auch extreme klimatische und Umweltbedingungen verträgt. Ihre geringe Oberflächenspannung hat die Folie schmutzabweisend und pflegeleicht gemacht, selbst Graffiti lassen sich mühelos entfernen. Der Selbstreinigungseffekt hat neue Anwendungsfelder für Bauelemente erschlossen, beispielsweise in der Fassadengestaltung von Hochbauten.
Hinter dem technischen Fortschritt stehen umfangreiche Test- und Forschungsprogramme. Über viele tausend Stunden hinweg werden Folienmuster aller Dekore und Farben einer künstlichen Bewitterung ausgesetzt, deren Intensität mit der jahrelangen Einwirkung starken Sonnenscheins bei wechselnden Witterungsbedingungen vergleichbar ist. Einer der entscheidenden Versuche für die Dauerbelastung ist der Xenotest, der im Zeitraffer Aufschluss über die Witterungsbeständigkeit einer Folie gibt. Hierbei wird in einem Lichtbogen taghelles Licht erzeugt, das in seiner Zusammensetzung dem natürlichen Sonnenlicht entspricht. Eine regelmäßige Beregnung mit Reinstwasser simuliert intensive Regengüsse. Zusätzlich zu diesen Laborbedingungen testet RENOLIT seine Folien über Jahre hinweg unter freiem Himmel – an mehreren Standorten in Europa und in Übersee. Die Entwicklungen werden stets durch unabhängige Institute wie das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum geprüft und erfüllen grundsätzlich die entsprechenden RAL-Zertifizierungen.
Eine Kaschierfolie für den Außeneinsatz ist also ein weitaus komplexeres Produkt, als man auf den ersten Blick vermutet – vorausgesetzt, sie wird überhaupt als eigenständiges Produkt wahrgenommen. Diesem Fortschritts- und Qualitätsstreben danken allerdings die Endverbraucher, die sich zunehmend für folienkaschierte Fensterprofile und andere Bauelemente entscheiden und somit den Markt erheblich haben wachsen lassen. Geringer Pflegeaufwand in Verbindung mit anspruchsvoller Gestaltung spricht für sich. Nicht nur zur Renovierung alter Fensterelemente werden deshalb zunehmend Folienoberflächen ausgewählt.
Innerhalb einer Zeitspanne von eineinhalb Generationen haben sich Kunststoffprodukte im Bauwesen als feste Größe etabliert. Und es sieht danach aus, als ob wir immer häufiger ganz genau hinschauen müssen, ob wir es mit echtem Holz, mit Aluminium oder mit Kunststoff zu tun haben.

INFO


Die RENOLIT Gruppe zählt zu den international führenden Herstellern hochwertiger Kunststoff-Folien und verwandter Produkte für technische Anwendungen. Das unabhängige Familienunternehmen setzt seit über 65 Jahren Maßstäbe in Qualität und Innovation und beschäftigt heute rund 4500 Mitarbeiter an 21 Produktionsstandorten und 17 Vertriebsgesellschaften.

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