Im Blickpunkt Aktuelles

Bodenständig und stets offen für neue Ideen

Kneer-Südfenster ist einer der größten und renommiertesten Komplettanbieter von Fenstern und Haustüren in Deutschland. Das Familienunternehmen beschäftigt in drei Werken ca. 650 Mitarbeiter und fertigt jährlich 300 000 Fenster und 7 000 Haustüren.

Im Jahre 1932 gründete Alois Kneer in Westerheim auf der Schwäbischen Alb eine kleine Möbelschreinerei – das war der Anfang einer Erfolgsgeschichte.
Zu Beginn der 60er Jahre übernahm der Sohn Horst Kneer die Leitung des Familienunternehmens. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Unternehmensgruppe zu einem der führenden Hersteller von Fenstern und Haustüren. Heute leitet Florian Kneer in dritter Generation die Kneer-Südfenster-Gruppe mit den Werken Westerheim, Schnelldorf sowie Massen in Brandenburg.

Baustoff-Partner: Herr Kneer, womit konnte Ihr Unternehmen seine ersten Ausrufungszeichen im Markt setzen? Was waren die Meilensteine in Ihrer Unternehmensgeschichte?

Florian Kneer_ Der entscheidende Schritt für den großen Erfolg war die 1958 getroffene Entscheidung meines Vaters, sich ganz auf Fenster und Haustüren zu spezialisieren. Vorausschauend war es von ihm auch, frühzeitig im Auslandsgeschäft aktiv zu werden. Er hat nicht nur den Vertrieb auf den Export ausgerichtet, sondern auch die Produktion im Ausland aufgenommen, beispielsweise durch eine Niederlassung in Ägypten.
Die Bedeutung der Wärmedämmung von Fenstern und Türen im Sinne der Nachhaltigkeit wurde in unserem Unternehmen früh erkannt und Technologien ständig weiterentwickelt. Unsere Fenster-Systeme für Passivhäuser beruhen auf innovativen Lösungen wie z. B. integrierte Luftkammern – die auf ökologischer Basis höchste Anforderungen erfüllen. Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung des Aluminium-Holz-Fensters, an das wir von Anfang an geglaubt und in das wir investiert haben. Heute gibt es eine wachsende Nachfrage nach Fenstern und Haustüren in dieser Materialkombination, da sie die Vorteile des Naturbaustoffs Holz mit der Wetterbeständigkeit von Aluminium kombinieren.

Baustoff-Partner: Kneer steht nicht zuletzt auch für »Design«. So erhielt Ihr Unternehmen 2012 den Architects Partner Award. Aber welche Produkte sind die „Hauptumsatzträger“ in Ihrem Sortiment?
Kneer: An erster Stelle stehen die Kunststoff-Fenster, die hohe Energieeffizienz zu einem günstigen Preis-Leistungsverhältnis bieten. Auf Platz 2 folgt der Aluminium-Holzfenster-Bereich, in dem wir noch ein großes Zukunftspotenzial für den exklusiven Hausbau sehen. An dritter Stelle steht das Holzfenster, das uns ganz besonders am Herzen liegt, schon von unseren Ursprüngen her. Deshalb haben wir jetzt ein Holzfenster eingeführt – das HF 82 Effizient –, das bereits die Anforderungen der nächsten Energieeinsparverordnung vorwegnimmt und bei dem wir Synergien im Unternehmen genutzt haben, um es zu einem attraktiven Preis anbieten zu können.

Baustoff-Partner: Wie hat sich Ihr Unternehmen auf den Exportmärkten entwickelt? Spüren Sie die derzeitige unsichere Stimmung in etlichen Märkten innerhalb der Euro-Zone?
Kneer_ Mit Sicherheit ist die wirtschaftliche Stabilität der südlichen Euroländer ein Problem. Die Bautätigkeit ist hier stark eingebrochen bzw. stockt nach wie vor. Wir exportieren jedoch vorwiegend nach Österreich, in die Schweiz, ins Elsass, nach Russland und nach Südafrika.

Baustoff-Partner: Wie definieren Sie die Positionierung Ihres Unternehmens im Wettbewerbsumfeld? Was macht das »Typische«, das »Besondere« bei Kneer aus? Und wo sehen Sie die Stärken Ihres Unternehmens?
Kneer: Unsere Stärke als mittelständisches Familienunternehmen ist unsere Bodenständigkeit und die Verbundenheit mit unseren Mitarbeitern und in der Region. Direkte Wege, schnelle Entscheidungen und ein angenehmes Miteinander gehören zu unserer Firmenphilosophie. Wir sind offen für neue Ideen und so entstehen immer wieder innovative Entwicklungen, die wir an unsere Kunden weitergeben. Bei uns bekommt der Kunde alles aus einer Hand, er hat einen einzigen Ansprechpartner, der sich um alles kümmert, und das spart Zeit und Geld – weil er sich auf unsere Qualität und auf unseren Service verlassen kann. Dafür steht die Marke Kneer-Südfenster, das schätzen unsere Händler ebenso wie jeder einzelne Bauherr.
Wir bieten Bauherren und Modernisierern alle Möglichkeiten für zukunftsorientiertes Bauen_ mit hochwertigen Fenstern, die einen guten Wärme-, Schall- und Einbruchschutz vereinen – ob aus Holz, Aluminium-Holz, Kunststoff, Aluminium-Kunststoff oder aus Aluminium. Als einer der wenigen Hersteller sind wir in der Lage, Fenster aus allen Materialien und Materialkombinationen individuell zu fertigen, passend zu moderner Architektur ebenso wie für den klassischen Sanierungsbereich – bis hin zu Holzdenkmalfenstern.
Auch in Sachen Wohngesundheit sind wir ganz vorn dabei als geprüfter Partner des Sentinel Haus Instituts. Oder als Anbieter von Passivhaus-Fenstern. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Spitzen-Lösungen für alle Ansprüche zu entwickeln und anzubieten.

Baustoff-Partner: Wo sehen Sie die Potenziale für die Zukunft?
Kneer: Einer der wichtigsten Trends ist das komfortbetonte Wohnen – Fenster und Türen sollen auch in Zukunft ohne Einschränkung von allen Bewohnern genutzt werden können – in jedem Lebensalter. Damit verbunden ist die Anforderung nach Barrierefreiheit, leichter Bedienbarkeit und höchster Sicherheit.
Wir bieten aktuell Eingangs- und Terrassentüren mit barrierefreien Schwellen, motorisch unterstützte Öffnungssysteme, komfortable Fensterbedienung und elektrisch bedienbare Sonnenschutzsysteme an. Fenster und Haustüren werden mehr und mehr Bestandteil der modernen Haustechnik_ Die Bedienung über Funkfernsteuerung, zentrale Haussteuerungsanlagen oder Smartphones ist die Zukunft. Bei Haustüren sind heute schon sehr stark Fingerprint-, Transponder-Systeme oder Funkfernsteuerungen sowie elektromechanische Öffnungs- und Schließsysteme gefragt. Ganz neu können unsere Kunden auch Haustüren mit Drehtürantrieb erhalten, die über Funkfernbedienung einen barrierefreien und berührungslosen Zugang ermöglichen.

Baustoff-Partner: Welche Investitionen sind in den kommenden Jahren geplant?
Kneer: Wir haben die Produktion an unserem Stammsitz in Westerheim auf der Schwäbischen Alb in den letzten zwei Jahren kräftig ausgebaut und rund 5 Mio. E investiert_ in hochmoderne Produktionshallen für Kunststoff-Fenster und -Haustüren sowie für die Produktion von Aluminium-Holz-Fenstern und -Türen. Mit dieser Ausweitung unserer Kapazitäten sind wir für die Zukunft bestens aufgestellt. 120 000 Bauelemente aus Kunststoff werden im Westerheimer Werk pro Jahr produziert – mit Spielraum nach oben. Im Aluminium-Holz-Bereich wurde der Produktionsdurchlauf optimiert und in allen wesentlichen Bereichen wie Alu-Zuschnitt, Holzbearbeitung, Oberflächenbeschichtung, Beschlagsmontage und Elementtransport in neueste Technologien investiert. Dadurch wurde den gestiegenen Qualitätsanforderungen und der verstärkten Nachfrage im Sinne kurzer Lieferzeiten Rechnung getragen.

Baustoff-Partner: Wie sehen Sie die nähere Zukunft – den Markt im Allgemeinen, aber vor allem Ihre eigene Firmenkonjunktur?
Kneer: Wir gehen auch weiterhin von einer anhaltend hohen Nachfrage nach hochwertigen Fenstern und Haustüren aus. Dass wir mit unseren Produkten richtig liegen, dafür sprechen die Auftragslage und die guten Perspektiven für die kommenden Jahre. Die Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden werden weiter steigen, die Politik ist dabei zentraler Treiber der Energiewende. Altersgerechtes Bauen wird in den nächsten Jahrzehnten sowohl im Neubau als auch im Bestand eine Hauptaufgabe sein, damit die Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen können. Und selbst wenn der Export als Folge der Euro-Schuldenkrise zurückgehen sollte, können wir diese Delle aufgrund einer starken Inlandsnachfrage gut ausgleichen.- gr -

 

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