HOBA: Brandschutz für denkmalgeschütztes Verlagshaus

Für die Sanierung des revitalisierten und unter Denkmalschutz stehenden Axel-Springer-Hochhauses in Hamburg mussten Brandschutzmaßnahmen ergriffen werden. Hierzu wurden Brandschutzelemente von Hoba (Holzbau Schmid) eingesetzt. Die ursprüngliche Optik blieb weitgehend erhalten.

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Derzeit entsteht in Hamburg das neue Springer-Quartier. Dort, wo einst das der Mittelteil des alten Verlagsgebäudes stand, wird ein achtgeschossiger Neubau mit Laden- und Gastronomieflächen, Büros sowie Mietwohnungen errichtet. Eine dreigeschossige Tiefgarage bietet Platz für 300 Pkw- und 600 Fahrradstellplätze. Das äußere Erscheinungsbild nimmt Gestaltungselemente der 1950er-Jahre auf – charakteristisch sind die profilierte Natursteinfassade, große Fensterflächen und eine klare Gestaltung der Sockelzone. Über die Jahre hinweg war das Gebäude derart in Mitleidenschaft gezogen, dass eine Sanierung erforderlich war. Die Architekten verliehen dem Gebäude eine komplett neue denkmalgerechte und energiesparende Fassade.

Um den Anforderungen einer modernen Büronutzung gerecht zu werden, musste der Innenausbau komplett erneuert und an manchen Stellen den aktuellen Sicherheitsanforderungen angepasst werden. Eine dieser Auflagen, die die Planer zu berücksichtigen hatten war der Brandschutz im Bereich des Foyers. Dieses zeichnet sich durch seine helle offene Gestaltung aus, wobei es über ein Atrium mit dem Obergeschoss verbunden ist. Um dieses herum gruppieren sich Büroräume mit Glastrennwänden und Glastüren. Das Brandschutzkonzept sah vor, dass ein Feuerabschluss zwischen dem Foyer und den angrenzenden Räumen zu schaffen ist.


Detailgetreuer Nachbau

Konkret bedeutete dies, dass hier Türen und Trennwände eingebaut werden mussten, die ihre Funktion im Brandfall mindestens 30 Minuten lang erfüllen. Doch diese sollten sich aufgrund des Denkmalschutzes optisch so wenig wie möglich von den Originalelementen unterscheiden. Bei den ursprünglich eingebauten Trennwänden handelte es sich um eine weiß gestrichene Stahlrahmenkonstruktion mit Glashalteleisten aus Messing. Die Türen bestanden aus einem Rohrrahmensystem mit Anschweißbändern im Stil der 60er-Jahre. Zudem musste ein Teil der Glastrennwände entsprechend der DIN 18008 absturzsicher sein. Bei ihrer Suche nach einem Hersteller solcher Elemente kamen die Verantwortlichen auf die Firma Hoba zu. Nach einer Kostenschätzung erhielt das süddeutsche Unternehmen den Auftrag, die Bestandselemente nachzubauen. Hoba verwendete hierfür, nicht wie bei den ersten Einbauten Metall, sondern Holz. Dieses entsprach aber in den Abmessungen nahezu der Originalvorlage und wurde entsprechend farbig lackiert. Dadurch sehen Türen und Trennwände den ursprünglich eingesetzten Elementen zum Verwechseln ähnlich.

Eingebaut wurden sie von der Tischlerei Edgar Ritter Holzdesign aus Hamburg. Deren Mitarbeiter montierten die Elemente, die eine maximale Höhe von 2,7 m haben und teilweise über 16 m lang sind, innerhalb weniger Wochen ein. Zudem stellten sie neun Hoba-Brandschutztüren auf. Im Frühjahr 2020 zog der Axel-Springer-Verlag wieder in die Räume ein, die dank der detailtreuen Nachbildung im Glanz der alten Tage erstrahlen.  J

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