Seit 1956 steht Hauraton mit Sitz in Rastatt für durchdachte Entwässerungslösungen, die mittlerweile von der Oberflächenentwässerung bis zum Regenwassermanagement reichen. Ein wesentlicher Baustein des Portfolios sind »Recyfix«-
Entwässerungsrinnen aus recyceltem Polypropylen für die Oberflächenentwässerung. Vor 30 Jahren entwickelt, sind die Rinnen heute in zahlreichen Varianten erhältlich und weltweit etabliert.
Nachhaltig und praxisorientiert
Seit ihrer Einführung vereinen die »Recyfix«-Baureihen nach Unternehmensangaben technische Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und Designqualität. Bereits der Name »Recyfix« verweist auf einen Kernaspekt: Der Werkstoff entsteht aus recycelten Kunststoff-Alltagsprodukten. Diese werden in Sortier- und Aufbereitungsanlagen gereinigt und zu einem Granulat verarbeitet, aus dem später die Rinnenkörper entstehen. Vor diesem Hintergrund betont Marcus Reuter, Vorsitzender der Hauraton-Geschäftsführung: »1995 waren wir unserer Zeit voraus – und sind es auch heute noch, in einem Markt, der stark auf Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.« Für ihre Kreislauffähigkeit tragen die »Recyfix«-Unterteile das Umweltzeichen »Blauer Engel«. Zudem ist das Material korrosionsfrei, formstabil und resistent gegenüber Frost, Streusalz, UV-Strahlung und Chemikalien.
Auch in der Verarbeitung spielt »Recyfix« seine Stärken aus: Das Rinnenunterteil mit einer Nennweite von 100 mm wiegt nur rund 2 kg und kann ohne Hebehilfe transportiert und eingebaut werden. Das erleichtert die Handhabung auf der Baustelle, beschleunigt den Einbau und kann Zeit sowie Kosten reduzieren. Hinzu kommt die einfache Anpassung vor Ort: Die Rinnenkörper lassen sich ohne spezielles Werkzeug durch Sägen oder Bohren bearbeiten. Vormontierte Komponenten unterstützen eine schnelle und sichere Installation.
Varianten für viele Einsatzbereiche
Auf dieser Basis ermöglicht »Recyfix« nach Unternehmensangaben ein breites Einsatzspektrum von geringen bis extremen Belastungsbereichen – ob im Straßen- und Tiefbau, auf Verkehrs- und Industrieflächen, in Gewerbegebieten oder im privaten Umfeld.
Wo neben der Entwässerung zusätzlich ein hohes Rückstauvolumen gefragt ist, kommen die Linien »Recyfix Hicap T« und »Recyfix Hicap F« zum Einsatz. Für Verkehrs- und Schwerlastflächen stehen »Recyfix Monotec«, »Monotec Ultra« und »Recyfix NC« zur Verfügung. Für öffentliche und gewerbliche Flächen wurden »Recyfix Pro« und »Recyfix Plus« sowie die Punktentwässerung »Recyfix Point« mit ihrer variantenreichen Optik konzipiert. Je nach Einsatzbereich sind die Systeme in Nennweiten von 100 bis 680 mm und in Belastungsklassen von A 15 bis F 900 nach EN 1433 erhältlich.
Deutliche Veränderungen
»Recyfix« ist freilich nur ein Teil der Erfolgsgeschichte, die Hauraton in den vergangenen Jahrzehnten geschrieben hat. Dass das Unternehmen auch unter schwierigen Rahmenbedingungen Kurs halten kann, zeigt der Blick auf 2025: Obwohl das Jahr von einem herausfordernden Marktumfeld und internen Veränderungen geprägt war, blieb die Geschäftsentwicklung nach Unternehmensangaben insgesamt leicht positiv. Gleichzeitig setzte Hauraton zentrale organisatorische und technologische Entscheidungen um. Marcus Reuter erklärt: »Wir haben 2025 genutzt, um Strukturen zu verändern und gleichzeitig handlungsfähig zu bleiben. Die Kombination aus neuer Vertriebslogik, Investitionen in digitale Technologien und systemischen Lösungen ist aus unserer Sicht der richtige Weg, um uns langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen.« Ein klarer Schwerpunkt lag auf der Neuaufstellung von Vertrieb und Marketing: Nach mehrjähriger Vorbereitung wurde im Oktober 2025 eine neue Vertriebsstruktur in Deutschland eingeführt – mit stärkerer Fokussieung auf Entscheider im Projektgeschäft. Marcel Flattich, Geschäftsführer Sales & Marketing, erklärt: »Wir haben aber nicht bei null angefangen. In Ländern wie Polen oder Frankreich arbeiten wir seit Jahren erfolgreich mit dieser Vertriebslogik. 2025 haben wir die Erkenntnisse konsequent auf den deutschen Markt übertragen.« Parallel dazu etablierte Hauraton ein »One Face to the Customer«-Modell mit einem zentralen Ansprechpartner für den Handel.
Digitaler Fortschritt
Auch technologisch setzt das Unternehmen auf Veränderung: Automatisierung, digitale Prozesse und Qualifizierung sollen Hauraton in die Zukunft begleiten. Michael Schenk, Geschäftsführer Technology & Operations, betont: »Automatisierung und Qualifizierung sind für uns zentrale Voraussetzungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und Arbeitsplätze langfristig zu sichern.« Ein strategischer Meilenstein sei vor diesem Hintergrund die Beteiligung am Digital-Start-up RX Watertec, das digitale Lösungen zur Überwachung und Steuerung im Regenwassermanagement entwickelt. Erste digitale Anwendungen, die gezielte Retrofit-Lösungen ermöglichen, sind bereits verfügbar. Weitere sollen ab 2026 folgen.
Vom Stammsitz auf die Rennstrecke
Hinsichtlich des Portfolios ist der Systemgedanke für Hauraton heute wichtiger denn je: So wurden 2025 der Flachtank »Neo« zur Regenwasserspeicherung sowie »Drainfix Store« für die Speicherung in eingeschweißten Rigolen im Markt etabliert; hinzu kam eine Vertriebskooperation im Bereich Retentionsbodenfilter. Außerdem hat Hauraton das Filtersubstratsystem »Drainfix Clean« ausgebaut und um eine Basic-Variante ergänzt, die auf unterschiedliche regulatorische Anforderungen in internationalen Märkten zugeschnitten ist. Die österreichische Zulassung nach Ö-Norm eröffnet zusätzliche Absatzchancen.
Dass die strategische Ausrichtung auch im Projektgeschäft greift, zeigt der Großauftrag des Jahres: die Ausstattung der neuen Formel-1-Rennstrecke in Qiddiya (Saudi-Arabien). Hierbei handelt es sich um das bislang größte Einzelprojekt der Unternehmensgeschichte mit einem Auftragsvolumen von mehr als 9 Mio. Euro. Geschäftsführer Marcus Reuter erklärt: »Solche Projekte entstehen nicht kurzfristig. Sie sind das Resultat vieler Jahre Marktbearbeitung und konsequenter Investitionen.«
Damit soll es auch in Zukunft weitergehen: Für dieses Jahr hat Hauraton u. a. die Einführung des digitalen Planungstools »TreePilot« angekündigt. Mit diesem Werkzeug will das Unternehmen die fachgerechte Auslegung von Baumstandorten erleichtern, Verantwortliche bei fundierten Entscheidungen in frühen Projektphasen unterstützen und mehr Planungssicherheit für Kommunen schaffen.
Die Zielrichtung ist somit klar: Hauraton treibt die Transformation zum Systemanbieter für ganzheitliches Regenwassermanagement weiter voran. Marcus Reuter fasst zusammen: »Wir sind mitten in der Umsetzung. 2025 hat gezeigt, dass wir auch in anspruchsvollen Zeiten handlungsfähig bleiben und mit der Neuausrichtung auf einer belastbaren Grundlage weiteres Wachstum aufbauen.«