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Grünraumgestaltung auf der Tiefgarage

Wie sich ein Tiefgaragendach in eine attraktive, hochwertige Grünanlage verwandeln lässt, zeigt das Postdörfle in Stuttgart. Hier sorgen 500 m3 »Liapor« dafür, dass der maximale Auflastdruck nicht überschritten wird. Gleichzeitig ließ sich dank der Einblastechnik vom Silo-Lkw die Auffüllung besonders schnell und wirtschaftlich vollziehen. Und die feuchteregulierende Wirkung des Blähton-Granulats unterstützt zudem das Wachstum der intensiven Dachbegrünung.

Die zunehmende Verdichtung von innerstädtischen Wohngebieten stellt hohe Ansprüche an die Gebäudearchitektur, aber auch an die Gestaltung von Grünflächen. Hier gilt es, auch auf engstem Raum hochwertige Freiflächen zu schaffen, die den Bewohnern ein Stück Natur vor der Haustür bieten und als grüne Oasen auch für Fauna und Flora verfügbar sind. Wie sich diese Anforderungen in der Praxis optimal umsetzen lassen, zeigt das sogenannte Postdörfle im Norden Stuttgarts. Hier entstand vor kurzem unter der Bauherrschaft der Stuttgarter GWG Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Baden-Württemberg AG ein neues Wohnquartier mit über 40 Eigentumswohnungen.
Für eine ansprechende Grünraumgestaltung blieb beim Postdörfle aber nur der Platz zwischen den vierstöckigen Gebäuden – direkt auf dem Dach der 24 x 11 m großen Tiefgarage. »Hier ging es darum, ein besonders leichtes und stabiles Material für die Auffüllung des Tiefgaragendachs zu finden«, erklärt Uli Sautter von der Stier Garten- und Landschaftsbau GmbH & Co. KG in Stuttgart, die hier sämtliche Gärten und Wegflächen gestaltete. »Die Entscheidung fiel für rund 500 m3 »Liapor«-Rundkorn der Korngröße 8 – 16 mm, womit sich eine Überschreitung  des maximal zulässigen Auflastdrucks von bis zu 21 kN/m. im Bereich der Wachstumsflächen und der Belagsflächen ausschließen ließ.«Dass sich das gesamte Blähton-Volumen zeit- und kostengünstig mittels bis zu 120 m langer Schlauchleitungen direkt vom Silo-Lkw auf das Garagendach einbringen ließ, war ein weiterer Entscheidungsgrund für »Liapor«. »Die Einblastechnik sorgt im Gegensatz zur Verarbeitung anderer Füllmaterialien für einen sehr schnellen und wirtschaftlichen Eintrag ohne zusätzliche Nachverdichtung«, so Uli Sautter. So ließ sich die gesamte, bis zu 2,50 m mächtige Auffüllung innerhalb von nur zwei Wochen im Februar diesen Jahres komplett abschließen.
Beim Postdörfle wurden die ­Liapor-Blähton-Kugeln in einer 2,00 bis 2,50 m mächtigen Schicht aufgetragen. Auch bei dieser Materialstärke ist optimale Stabilität gegeben, da sich das Granulat ganz von alleine zur dichtesten Kugelpackung zusammenfügt – für dauerhafte statische Sicherheit. Mit »Liapor« ließen sich so alle statisch-bautechnischen Vorgaben optimal umsetzen, doch auch die eigentliche Grünraumgestaltung wird so aktiv unterstützt: »Die Fähigkeit, Wasser zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben, ist ein weiterer positiver Effekt des ›Liapor‹-Blähton-Granulats, den alternative Materialien nicht bieten können. Dies wirkt sich vorteilhaft auf die gesamten Vegetationsflächen aus«, so Uli Sautter.
Die obere Begrenzung der »Liapor«-Schüttung bilden ein Geogitter und ein Geotextil. Darauf wurden in jeweils 50 bis 60 cm Stärke eine Schottertragschicht im Bereich der Wege sowie eine Intensivsubstratschicht im Bereich der Vegetationsflächen angelegt. Diese bildet die Basis für die als intensive Begrünung ausgelegte Bepflanzung.
Und die kann sich sehen lassen_ »Alle Bäume, Hecken, Sträucher und Rasenflächen sind gesund und wachsen ohne Probleme«, so das Fazit von Uli Sautter. »Der gesamte Aufbau ist stabil und weist keinerlei Setzungen oder Absenkungen auf.«

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