Das Fenster Die Türe

Funktionale Türen im Hotelbau

Hotelgäste widmen Türen nur wenig Interesse – solange sie sich nur einfach öffnen lassen. Dabei verdienen sie durchaus mehr Beachtung_ Die Bauelemente sind komplex konstruierte Anlagen, die Sicherheit, repräsentative Optik und einfache Funktion vereinen.

Planer und Verarbeiter wissen das sehr wohl – und schenken den Türen (und Toren) weitaus mehr Aufmerksamkeit. Die Auswahl erfolgt genau abgestimmt auf den Einsatzort und -zweck, ebenso wichtig ist der fachkundige Einbau. In bestimmten Fällen gehört anschließend die regelmäßige Funktionsprüfung zum »Türenleben«. Beispiele aus vier Hotels zeigen, wie das aktuell in der Praxis aussieht.
Schloss Elmau, Krün: Fünf Sterne und hohe Sicherheitsanforderungen_ Spätestens seit dem G7-Gipfel zählt Schloss Elmau zu den weltweit bekannten Hotels. Das historische Gebäude wurde im Frühjahr durch einen Fünf-Sterne-Trakt erweitert. Der Schutz vor Feuer- und Rauch steht im gesamten Gebäude an übergeordneter Stelle. In den Versorgungs- und Technikräumen im Untergeschoss kommt es auf funktionsorientierte Lösungen an. Robust und zuverlässig sind die Teckentrup-Türen der Serie »62«. Als ein- oder zweiflügelige Variante bieten sie Feuer- und Rauchschutz. Im Schlosshotel sind sie als T30- und T90-Feuerschutzabschlüsse und als Mehrzwecktür (»Teckentrup dw 62«) eingebaut. Um die Übergänge zwischen Gäste- und Betriebstrakten vor unbefugtem Zutritt zu schützen und zugleich ein einfaches Öffnen zu ermöglichen, erhielten die Türen dort einen berührungslosen Zugang über Chipkarten.
Scandic Hotel, Hamburg_ Flure, Lounge, Tiefgarage, Versorgung – die Stichworte zeigen, dass hier Vielfalt gefragt ist. Der Blick auf die unterschiedlichen Ausprägungen, die die einzelnen Türen aufweisen, verdeutlicht dies_ Die einzelnen Funktionen sind für jedes Element genau definiert. Der Brandschutz variiert zwischen T30 und T90, mal mit, mal ohne Rauschschutz. Die werkseitig bereits verzinkten und grundierten Türen erhielten bauseits ihre Endlackierung, andere Elemente kamen als Edelstahl-Ausführung zum Einsatz. Durchgänge, die ganztägig offen stehen (sollen), sind mit Feststellanlagen ausgestattet. Barrierefreiheit stellen Drehflügelantriebe sicher, die Fluchtwegsicherung erfolgt über SVP-Schlösser (selbstverriegelnde Panikschlösser) in Verbindung mit Fluchttüröffnern.
Intercity Hotel, Berlin_ Türenvielfalt auch hier – Technikraum, Gästezimmer, Veranstaltungssaal, alle Räume brauchen die entsprechenden Zugänge. Hier ist neben den Türen ein Tor das technisch-ästhetische Highlight_ Als Brandschutz-Schott trennt es den Veranstaltungssaal von der Cateringzone. Damit Personen auch bei geschlossenem Tor in den Saal gelangen bzw. diesen verlassen können, ist es mit einer Schlupftür ausgestattet. Die Türen des Intercityhotels sind in Anthrazit lackiert – wie auch die Zargen. Je nach Anforderung bieten sie Feuerschutz (zum Teil mit Rauchschutz). Aufgrund der modularen Bauweise der Türen sehen sie im gesamten Hotel einheitlich aus. So entsteht eine konsistente, ästhetische Optik.
Hotel Winters, Berlin_ Auch dieses Beispiel zeigt, wie sich Funktion und Design in einer gemeinsamen Linie fügen. Im gesamten Techniktrakt gelten zum Beispiel hohe Brandschutzanforderungen bis T90. In den Laufwegen ist Durchsicht gefordert, andere Räume müssen rauchdicht schließen. Im Winters kommt die Feuerschutz-Türen-Serie »Teckentrup 42 und 62« (T30 / T90) zum Einsatz. Doch tatsächlich ist kaum eine Tür wie die andere_ Einige Türen sind mit Verglasung ausgestattet, in den Fluchtwegen halten Haftmagneten die Türen offen. Schützenswerte Räume sind mit erhöhtem Einbruchschutz (Klasse RC 3) ausgestattet. Hier sorgen beispielsweise Zapfen auf der Bandseite und Sicherheitsschlösser dafür, dass Einbruchversuche nicht so leicht gelingen.

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