Nutzfahrzeuge für Handwerker

Flexibleres Arbeiten durch Mitnahmestapler im Lkw

Das Unternehmen Holz Possling in Berlin setzt zur Anlieferung von Baustoffen jetzt auch drei Lkw mit Mitnahmestaplern von Palfinger ein. So kann der Lieferant noch flexibler auf Kundenwünschen eingehen. Gleichzeitig bedeuten die neuen Maschinen eine erhebliche Arbeitserleichterung.

In Sachen Bauen ist die Firma Holz Possling in Berlin ein erfahrener Profi. Seit über 175 Jahren ist das Traditionsunternehmen in Familienbesitz. In der Zeit hat sich der Betrieb zum größten Holzspezialisten in Berlin und Brandenburg entwickelt und ist nach eigener Aussage für viele Baugeschäfte, Zimmer- und Tischlereien sowie Privatkunden erste Anlaufstelle.
Rund 75 000 Artikel führt der Holz- und Baustoff-Fachhändler an seinen drei Berliner Standorten im Sortiment, beschäftigt 490 Mitarbeiter und hat von Beginn an die Belieferung der Kunden ins Visier genommen. Dafür stehen derzeit 21 eigene Lkw für tägliche Transporte und drei Sprinter für Expresslieferungen bereit. Die meisten der 7,5- bis 26-Tonner sind mit einem Lkw-­Ladekran ausgerüstet, um den Kunden ganz autark schwere Palettenware vor die Tür oder bis aufs Dach zu stellen. Ein weiterer Helfer im Baustofftransport ist der »PK 22002 EH« von Palfinger, der bei der Firma Possling fast täglich im Einsatz ist.

Sinnvolle Kombination aus Lkw und Mitnahmestapler
Relativ neu ist das Angebot von Lieferungen per Lkw mit Mitnahmestapler für mittelschwere Lasten. Nicht überall reicht der lange Arm der Ladekrane hin_ Wenn Toreinfahrten zu meistern sind oder in Betrieben und Baustellen längere Wege mit der Fracht absolviert werden müssen, geraten Kranfahrzeuge häufig an ihre Grenzen.
Deshalb orderte Holz Possling 2013 die erste Kombination aus Dreiachser und Lkw-Mitnahmestapler. Nach den guten Erfahrungen im Ladekranbereich setzte der Baustoff-Profi auch hier auf die Marke Palfinger. Vor knapp einem Jahr hat Possling den dritten Lkw mit dieser Lösung in den Dienst gestellt_ Einen 300 PS starken Mercedes-Benz Antos mit dem Mitnahmestapler »F3-253 PX 4W«, der die Flexibilität bei der Anlieferung nochmals erhöht.
»Die Mitnahmestapler haben sich in unserem Unternehmen bewährt. Die Technik ist robust, sehr zuverlässig und äußerst sparsam«, so Klaus Mechsner, Marketingleiter bei Holz Possling. »Mit der Stapler-Lösung hat der Holz Possling-Vertrieb ein weiteres Serviceargument in der Hand und kann bei den Kunden besser punkten«, argumentiert Mechsner.
Mehrheitlich stamme die Kundschaft aus Großhandel und Gewerbe. Nur ein Fünftel machen Privatkunden aus.

In Minutenschnelle ist das Transportgut ausgeladen
Der 54-Jähre Rainer Prohn ist Kraftfahrer bei Holz Possling und steuert den jüngsten Lkw mit Mitnahmestapler. Beim Beladen muss er nur in seltenen Fällen selbst die eine oder andere Palette mit seinem Vier-Wege-Stapler verladen.
»Der Lkw-Stapler ist schnell einsatzbereit, äußerst wendig und hebt Lasten bis 2,5 Tonnen. Mehr brauche ich für meine Einsätze selbst mit schweren Steinpaletten oder Sackware nicht«, sagt Prohn, der schon 25 Jahre für Holz Possling arbeitet und bislang zehn Jahre mit einem Kranfahrzeug unterwegs war.
Der Stapler ist schnell einsatzbereit und ebenso schnell vom Heck seines Dreiachsers gelöst, um die erste Palette mit Feinbeton-Säcken auf die Ladefläche zu schieben. Mit maximal 7 km/h ist er dabei nicht ganz so schnell wie seine Kollegen aus dem Lager mit ihren konventionellen Gabelstaplern unterwegs, muss dafür aber nicht erst lange auf deren Einsatz warten.
»Die Handhabung des Mitnahmestaplers ist spielend leicht, genau wie seine Bedienung«, sagt Prohn. Einen Staplerschein hat er seit Jahren in der Tasche. Doch der werde für diese Art Umschlagtechnik nicht gebraucht_ Eine kurze Einweisung reicht völlig aus. Dank der schwenkbaren Vorderräder in jede Richtung kann der Stapler sogar seitlich fahren, so dass der Lkw-Fahrer auch mit über sechs Meter langen Bauplatten auf engem Raum gut zurechtkommt.
Zwar sei der Platzbedarf beim Entladen auf der Straße größer als mit einem Kran, dafür komme er aber dank Durchfahrtshöhe von 3,3 m mit der Ladung auch auf Hinterhöfe, durch Tore und in Lagerhallen der Endkunden. Sein Lkw mit 3,6 m Gesamthöhe muss da häufig draußen bleiben.

»Die letzte Meile übernimmt der Mitnahmestapler«
Immer wenn das Abladen mit anderer Technik wesentlich komplizierter zu bewerkstelligen wäre oder der Lkw nicht bis zur gewünschten Abladestelle heranfahren kann, übernehmen die Mitnahmestapler laut Palfinger den Weg der »letzten Meile«. Selbst unwegsames Gelände meistern die dreirädrigen Mitnahmestapler laut Hersteller durch Allradtechnik und Differentialsperre mit Bravour. Hinzu kommt eine Steigfähigkeit von 30 Prozent unter Last.
Auf sein Arbeitsgerät verzichtet der gelernte Mischanlagenfahrer fast nie. Beim nächsten Kunden sind fünf schwere Bauplatten abzuladen und der Kundenstapler ist anderweitig im Einsatz. »Ohne meinen Stapler müsste ich jetzt mindestens eine Stunde warten, bis der vor mir eingetroffene Sattelzug komplett entladen wäre«, sagt Prohn und ist glücklich, seine Tour nach kaum mehr als 15 Minuten fortsetzen zu können. Schiebeplane auf, Zurrgurte ab, Stapler herunter, Palette aufgenommen, auf dem Boden abgesetzt und fertig. Bei 3,7 m Hubhöhe könnte er die Palette sogar gleich in ein Hochregal einlagern.
Auch das alleinige Abladen von einer Lkw-Seite sei meistens möglich. Die Gabel reiche 2,1 m weit, so dass er sich jede Palette auf der 2,5 m breiten Ladefläche zurechtschieben und problemlos aufnehmen kann. Durch den Mitahmestapler verliert Prohn zwar rund zwei Tonnen Nutzlast, dafür aber keinen Zentimeter Ladelänge. Bis zu 6,7 m langes und insgesamt zwölf Tonnen schweres Baumaterial könnte der Wahlberliner auf seinem 26-Tonner packen, bis die Kapazitätsgrenze erschöpft ist. Doch das ist so gut wie nie der Fall.

Viel Beinfreiheit und eine gute Übersicht
Mittags ist Prohn von seiner ersten Tour zurück. Danach startet die zweite Runde. Bis zu acht Kunden am Tag beliefert Prohn und legt dabei zwischen 100 und 200 km mit seinem Mitnahmestapler-bestückten Lkw zurück. Für das Arbeitsgerät am Heck findet der Possling-Fahrer lobende Worte_ So biete der Stapler eine große Beinfreiheit und beim mittig angeordneten Sitz behalte er stets den Überblick.
Damit ihn das Gerät nicht im Stich lässt, steht eine regelmäßige Wartung und Betankung auf dem Plan. Einmal pro Woche füllt Prohn der Einfachheit halber mittels Kanister fünf bis zehn Liter Diesel nach. Mehr genehmigt sich der Vierzylinder-Motor im Mitnahmestapler nicht. Größere Reparaturen wie auch die Wartung der Palfinger Geräte übernehmen CTM Fahrzeugbau Berlin und Lagertechnik Berlin für Possling, mit denen Rahmenverträge bestehen.

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