FHS Holzbau GmbH Das Kompetenzzentrum in Sachen Treppen

Vor 25 Jahren gründete Max Frisch die Firma FHS Treppen aus dem bayerischen Grassau, die sich seitdem als Treppen-Komplettanbieter für das Handwerk am Markt etabliert hat. Neben der materialübergreifenden Kompetenz (Holz, Stahl, Glas) zeichnen sich die Produkte von FHS Treppen durch eine hohe Verarbeitungs- und Veredelungsqualität aus. In den letzten Jahren hat sich FHS Treppen insbesondere mit seinen Brettsperrholz-Fertigtreppen eine gewisse Alleinstellung erarbeitet.

Lesedauer: min | Bildquelle: FHS Treppen
Von: Peter Lang

Als Max Frisch seine Firma FHS Treppen im Jahr 2001 gründete, erkannte er eine Marktlücke im Treppensegment. Treppen wurden damals, anders als Fenster oder Türen, überwiegend noch von kleineren Betrieben gefertigt und regional vertrieben. Mit fortschreitender CNC-Technik wurde es für kleinere Schreiner und Zimmerer immer unwirtschaftlicher, ohne eigenes Bearbeitungszentrum konkurrenzfähig zu produzieren. »Unser Ziel war es, als Treppen- Komplettanbieter alle Treppen in Holz-Stahl-Edelstahl und Glas für den Fachkunden so vorzufertigen, dass er sie nur noch montieren muss – ohne Schweißen, ohne Holz abzusägen, alles mit fertiger Oberfläche«, erklärt Max Frisch die Grundidee.

Frisch, der bereits als Software-Entwickler und im Massivholz- und Furnierbereich sowie im Stahlbereich als Geschäftsführer tätig war, hatte vor der Gründung von FHS bereits eine Schreinerei und Schlosserei mit 15 Mitarbeitern in Tschechien gegründet. Bis heute produziert FHS Treppen im tschechischen Veseli (Böhmen), und das in erster Linie wegen des Angebots an qualifizierten Facharbeitern. »Der Grund für die Unternehmensansiedlung in dieser Region war das Bestehen eines der größten Möbelkombinate mit ca. 1 000 Mitarbeitern, das nur 8 km vom FHS Werk entfernt war. Eine Ausbildungsstätte für das Schreinerhandwerk ist ebenfalls in der Nähe«, erklärt Max Frisch und betont zugleich: »Es waren stets die hervorragend qualifizierten Mitarbeiter, die FHS nach vorne brachten, und diese sind nur zu FHS gekommen, weil FHS ihnen eine berufliche Herausforderung, einen hohen Anspruch an Qualität, einen modernen Maschinenpark und eine bestmögliche innerbetriebliche Weiterbildung bietet.«

Hohe Spezialisierung in der Fertigung

Gerade im Treppenbau werden materialübergreifende Kompetenz und hohe Verarbeitungsqualität immer wichtiger, so Max Frisch, da die heutige Architektur immer mehr Designertreppen im Materialmix verlangt. Entsprechend investierte FHS Treppen nicht nur in hochqualifizierte Mitarbeiter, sondern auch in den Ausbau des Werks in Veseli. Wurden keilgezinkte Platten zunächst noch zugekauft, entstand im Lauf der Zeit ein eigener Zuschnitt-Bereich mit mehreren Vielblattsägen, Optimierungs-Kappanlage, Keilzinkenanlage und Hochfrequenzpresse. Hinzu kam eine Klimahalle, in der inzwischen Ware für mehr als 1 500 Treppenanlagen bei einer Holzfeuchte von 7 Prozent lagert. Die gesamte Produktion von FHS ist klimatisiert. Gleichzeitig wurde im Stahlbereich investiert – eine Laserschneidanlage, eine sechsachsige Wasserstrahl-Schneidanlage, diverse Abkant- und Biegemaschinen für bis zu 30 mm starke Stahlbleche, eine Roboterschweißanlage sowie mehrere Stangendrehautomaten geben dem Unternehmen die Flexibilität, nahezu jedes Stahlteil konstruieren und produzieren zu können.


Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Wandelementen kam noch ein kleines Brettsperrholzwerk hinzu, das schwerpunktmäßig Produkte fertigt, die ein hochautomatisiertes Werk nicht wirtschaftlich herstellen kann. Ein Beispiel sind rissfreie Oberflächen bei Brettsperrholz in allen Holzarten – diese können für Wände, Decken und Dachelemente eingesetzt werden.  

BSP-Fertigtreppen und die »F-Eiche«

Brettsperrholz, kurz BSP, ist das Stichwort. Denn FHS Treppen hat mit der BSP-Fertigteil-Treppe eine absolute Spezialität im Sortiment. Zum Hintergrund erklärt Max Frisch: »Die Idee lag nahe, denn zum einen verfügt FHS mit vielen zigtausenden produzierten Treppen über ein optimales Treppen-Fachwissen, dazu über eine leistungsstarke Stahlabteilung und eine kompetente Konstruktionsabteilung, zum anderen fallen Brettsperrholzreste an, die üblicherweise der thermischen Verwertung zugeführt werden. Diese Teile dienen bei FHS als Ressource für Fertigteiltreppen.« Vor einigen Jahren wurde die Fertigteil-Treppe erstmals per Kran in ein Holzhaus eingehoben und nach Abschluss der Ausbaugewerke in eine attraktive Wohntreppe verwandelt. Dank der im Werk vorliegenden CAD-Dateien ist kein erneutes Aufmaß auf der Baustelle erforderlich, lediglich die Wünsche des Endkunden wie Holzauswahl oder die Geländer-Materialien sind noch zu erfassen.  

FHS hat seine Fertigteil-Treppe konsequent weiterentwickelt. Mittlerweile ist ein Treppenmodul für die Gebäudeklassen 3 und 4 mit kompletter Treppenhauswand und schallentkoppelt gelagerter Brettsperrholztreppe für den Geschosswohnungsbau verfügbar. Außerdem kann die BSP-Fertigteiltreppe auch mit einer vormontierten Stahlwange mit Stahlgeländer oder alternativ mit einer eleganten Stahl-Geländerscheibe geliefert werden. Damit hat die Baufirma nicht nur eine perfekte Rohbautreppe, sondern auch ein optimales Baugeländer, das nach Abschluss der Ausbaugewerke schnell und einfach zu einer eleganten Wohntreppe ausgebaut werden kann.

Die Innovationsfreude des Unternehmens  zeigt sich auch bei einer anderen Eigenentwicklung, der »F-Eiche«. Das F steht übrigens für Fichte. Max Frisch erklärt, was es damit auf sich hat: »Gerade im Holzbau fallen durch Auskappen viele saubere, kurze Fichtenteile an, die für die Brettsperrholzproduktion nicht mehr verwertbar sind und dadurch anfangs im Hacker landeten.  Durch Keilzinken kann man diese wertvolle Ressource jedoch zu fehlerfreien Lamellen zusammenfügen. Daraus lassen sich keilgezinkte Massivholzplatten verleimen, die als stabile, leichte und rissunempfindliche Trägerplatte für die ›F-Eiche‹-Stufen eingesetzt werden.« Es handelt sich also um Eiche-Stufen mit einem Kern aus Fichte. Das Produkt kann außerdem für Tischplatten, Küchenarbeitsplatten, Fensterbänke und viele andere Massivholzprodukte eingesetzt werden.

Exklusiver Partner des Handwerks

Seine Produkte fertigt und liefert FHS exklusiv für Fachkunden aus dem Handwerksbereich, vorwiegend an Schreiner, Tischler, Zimmerer und Metallbauer.  Endkunden werden an den nächsten Fachbetrieb verwiesen, ein Vertrieb über den Handel findet ebenfalls nicht statt. Der Austausch mit dem Fachpublikum findet auf Messen wie der BAU oder der Holz-Handwerk statt. Auf der letzten BAU präsentierte FHS für Decken- und Dachelemente eine wassergeführte, integrierte Deckenheizung und -kühlung. Für das Produkt erhielt FHS auf der Messe den Innovationspreis Architektur und Bauwesen. Bei gut gedämmten Gebäuden ist die wassergeführte Deckenheizung in Brettsperrholz-Elementen eine ideale Möglichkeit, durch die thermische Bauteilaktivierung mit großflächiger Wärmeabgabe über Strahlung positive physiologische Effekte zu erzielen und damit ein behagliches Raumklima zu erzeugen. Hinzu kommt laut Max Frisch, dass die Deckenheizung günstiger ist als eine konventionelle Fußbodenheizung.  Mit den genannten Eigenentwicklungen ist es FHS Treppen gelungen – trotz des Preisdrucks der Märkte – alle Mitarbeiter durch die Baukrise 2023 zu führen. »FHS ist finanziell solide aufgestellt und verfügt über sehr hohe Lagerbestände, die es ermöglichen, jahreszeitliche Preisschwankungen gut auszugleichen und für den Kunden langfristige Preise zu garantieren«, zieht Max Frisch eine positive Bilanz der letzten Jahre.

Zu den erfolgreichsten Produkten gehören die innovativen Eigenentwicklungen, wie Max Frisch hervorhebt: »Die Fertigteiltreppe aus Holz ist ein Produkt, das der Markt gut annimmt, und dank unseres eigenen ISO-9010 zertifizierten Stahlbaus können wir gekapselte, biegesteife Verbindungen umsetzen, die recht nahe an Treppenanlagen herankommen, die bisher nur in Stahlbeton realisiert werden konnten. Die exklusive, praktisch rissfreie Oberfläche bei Brettsperrholz-Elementen rückt immer mehr in den Fokus von Bauherren mit gehobenem Anspruch. Ebenso wird die ›F-Eiche‹ gerade für Treppenstufen und Podeste sowie für Tisch- und Küchenarbeitsplatten immer mehr eingesetzt. Mehr als zwei Drittel aller produzierten Stufen werden inzwischen aus ›F-Eiche‹ gefertigt.«

Und welche Innovation folgt als Nächstes? Da will sich Max Frisch noch nicht in die Karten schauen lassen. »Über ungelegte Eier soll man nicht sprechen«, sagt er schmunzelnd. Aber es gebe im Holzbau noch enorm viel zu entwickeln und FHS sieht hier noch ausgedehnte Betätigungsfelder. Gerade die Einfachheit und Bezahlbarkeit des Bauens liegen dem Unternehmen am Herzen, ebenso eine weitgehende Energie-Autarkie.

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