Im Blickpunkt

Ein flexibler und schneller Entwicklungspionier

Gegründet im Jahre 1948, entwickelte sich Blanke in sechseinhalb Jahrzehnten zu einem führenden Anbieter praxisnaher und anwendungsfreundlicher Systemlösungen für den Fliesenleger. Heute profitieren Kunden und Partner in über 80 Ländern von den Produkten des Iserlohner Familienunternehmens.

Wie fing alles an, was waren die entscheidenden Weichenstellungen in der Unternehmensgeschichte? Wo sieht sich Blanke heute, und was ist für die nahe Zukunft geplant?

Peter W. Blanke, geschäftsführender Gesellschafter der in dritter Generation als Familienunternehmen geführten Blanke GmbH, beantwortete die Fragen der Redaktion.

Baustoff-Partner: Herr Blanke, bitte schildern Sie die Gründungsphase Ihres Unternehmens. Mit welchen Produkten und Herausforderungen fing alles an?

Peter W. Blanke_ Nach dem Krieg gründete mein Großvater im Jahre 1948 das Unternehmen. Er fertigte in seiner Werkstatt sogenannte Zeichnungsteile, das sind Drahtbiegeteile, die heute in ganz unterschiedlichen Bereichen wie der Gebäude- und Sicherheitstechnik, der Sanitärindustrie, der Automobilindustrie und der Landwirtschaft Anwendung finden. Zudem stellte er auch Produkte für die Innendekoration wie komplette Gardinenstangen und Schienensysteme her. Ab 1976 lieferte die Blanke & Co. die ersten Fliesenabschlussschienen.

Baustoff-Partner: Wie hat sich das Unternehmen seit der Gründung im Jahre 1948 entwickelt?

Blanke: Mein Großvater Wilhelm Blanke startete als Ein-Mann-Betrieb vor 65 Jahren. Heute beschäftigt die Blanke GmbH allein in Deutschland 130 Mitarbeiter. Das Unternehmen zeichnet sich bis heute durch die beiden Kernkompetenzen Fliesenzubehörsysteme und Drahtbiegeteile aus. Hier haben wir uns innerhalb der letzten Jahre durch praxisnahe und anwendungsfreundliche Systemlösungen einen Namen gemacht. Natürlich hat sich nicht nur die Mitarbeiterzahl positiv entwickelt, sondern auch der Umsatz. So konnten wir in den letzten Jahren zweistellige Wachstumsraten erzielen.

Baustoff-Partner: Womit konnte Blanke seine ersten »Ausrufungszeichen« im Markt setzen? Worin sehen Sie die »Meilensteine« in der Unternehmensgeschichte?Blanke: Neben den hochwertigen und unterschiedlichsten Fliesenzubehörprofilen sind es vor allem die technischen Produkte von Blanke, die deutliche Ausrufungszeichen im Markt setzten. Denn seit mehr als zehn Jahren bieten wir in den Bereichen Entkopplung, Abdichtung, Fußbodenkonstruktion und Entwässerung qualitativ hochwertige, dauerhaft funktionsfähige und baupraktisch sinnvolle Produktlösungen an.

Schon früh haben wir erkannt, dass der Bereich Profile sich zunehmend in einen »Me-too-Markt« wandelt. Deshalb entwickelten wir vor zehn Jahren das Abdichtungssystem »Diba«, das wir heute in einer enormen Produktvielfalt anbieten.Eine ähnliche Entwicklung hat auch die Entkopplungs- und Belagsträgermatte »Permat« genommen. Sie ist mittlerweile der Dreh- und Angelpunkt unserer modernen Fußboden-Systeme. Planer und Fliesenleger können heute zwischen der »reinen« Entkopplung oder der Entkopplung kombiniert mit zusätzlichen Funktionen bzw. Eigenschaften wählen. Unsere neuste Systementwicklung ist neben der mittlerweile schon etablierten Fußbodenheizung »Permatop« der estrichfreie Fußbodenaufbau »Permatfloor«. Hierbei setzten wir konsequent auf »Dämmen statt Estrich«, um funktionale Vorteile und Eigenschaften in einem möglichst leichten und niedrigen Aufbau – nämlich nur 4,5  m – unterzubringen.

Baustoff-Partner: Was sind die Bestseller aus dem Blanke-Sortiment?

Blanke: Interessanterweise zählen nach wie vor unsere hochwertigen Profile in Edelstahl oder Messing verchromt zu den Bestsellern unseres Unternehmens. Dies macht zum einen deutlich, dass wir uns mit unserer Produktionstechnologie und -qualität auch in diesem hart umkämpften Profile-Markt weiter sehr gut behaupten können. Zum anderen zeigt es aber auch, dass der Profile-Markt als solcher immer noch ein bedeutendes Kerngeschäft innerhalb des Fliesenzubehörs ist. Für uns Grund genug, diesen spannenden Markt auch weiterhin – übrigens mit zeitlosen, neugestalteten Profil-Designs wie der »Blanke•Cubeline« – zu bedienen.

Baustoff-Partner: Wie hat sich Ihr Unternehmen auf den Exportmärkten entwickelt?

Blanke: In den letzten Jahren haben wir unsere Aktivitäten in den europäischen Märkten deutlich verstärkt. Zum einen durch den regelmäßigen Besuch von internationalen Messen wie der Cersaie oder der Swissbau, zum anderen durch die aktive Marktbearbeitung über Vertriebs- oder Handelspartner direkt vor Ort. Darüber hinaus gibt es schon seit über zehn Jahren eine Vertriebsniederlassung in den USA.

Insgesamt profitieren heute unsere Kunden und Partner in über 80 Ländern von der Produktqualität und den traditionellen Werten unseres Familienunternehmens aus Iserlohn.

Baustoff-Partner: Wo steht Blanke heute?

Blanke: Wir verstehen uns auch aufgrund unserer Größe als flexibler und schneller Entwicklungspionier im Bereich der technischen Systeme für den Fliesenzubehörmarkt. Insbesondere unsere Kundennähe und der sich daraus ergebende offene Kundendialog bescheren uns immer wieder interessante Anregungen und Produktideen. In Kombination mit schnellen Entscheidungswegen innerhalb des Unternehmens sind wir heute in der Lage, binnen einer extrem kurzen Zeit neue Produktsysteme bis zur Marktreife zu entwickeln. Daraus hat sich in den letzten Jahren ein gewisses Gespür für praxisnahe Systemlösungen entwickelt, was es uns ermöglicht, nahezu jedes Jahr mit einer Vielzahl von Produktneuheiten oder -weiterentwicklungen anzutreten.

Baustoff-Partner: Wo sehen Sie noch Potenziale für die Zukunft?

Blanke: Für unser neustes Fußbodensystem »Blanke•Permatfloor« sehe ich ein besonderes Marktpotential. Denn unsere Kernzielgruppe, die Fliesenleger, können hiermit eine Leistung anbieten, die bisher nicht in ihrem Leistungsprofil vorhanden war. Sie schaffen sich mit dieser leistungsfähigen Fußbodenkonstruktion auch die ideale Grundlage für ihre Hauptaufgabe_ die Verlegung von Fliesen.

Aber auch für die Planer und Bauleiter bietet diese praxisnahe Systemlösung besondere Vorteile_ Neben der deutlich geringeren Verarbeitungszeit im Vergleich zur traditionellen Estrichverlegung ist zudem ein Gewerk weniger zu koordinieren. Damit ist »Permat- floor« nicht nur eine hervorragende technische Lösung für die Fußbodenkonstruktion im Neubau oder bei der Sanierung, sondern auch noch eine zeitsparende Schnittstellenlösung für die baubegleitende Planung und Koordinierung.

Baustoff-Partner: Welche Investitionen sind in den kommenden Jahren geplant?

Blanke: Wir werden in den kommenden Jahren weiter in die Marktbearbeitung investieren, um die errungene Marktposition zu stärken und weiter auszubauen. Dies gilt vor allem für Deutschland und das europäische Ausland. Natürlich investieren wir auch weiterhin Geld, Zeit und Kraft in die Entwicklung von innovativen Produktsystemen, um den sich ständig wandelnden Anforderungen in der Baupraxis mit praktischen Lösungen gerecht zu werden.

– Gerd Rottstegge –

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