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Dezember 2012

Ausgabe 12/12 - 01/13

Optimismus auch ohne Steuerbonus


Die mittlerweile bereits seit 2010 anhaltende erfreuliche Entwicklung im Wohnungsbau setzte sich auch in diesem Jahr fort. Bis Ende September wurden hierzulande 178 100 Wohnungen genehmigt. Laut Statistischem Bundesamt waren das 6,2 % oder 10 400 Wohnungen mehr als in den ersten neun Monaten des Jahres 2011.

Für das kommende Jahr ist nach ZDB-Prognosen eine Umsatzentwicklung im Wohnungsbau in einer Größenordnung zwischen + 4 % und + 6 % drin. Dabei sieht man der Gefahr einer Immobilienpreisblase eher entspannt entgegen. Gegenwärtig ist keine expansive Kreditvergabe zu beobachten, die Mietpreise halten mit den Kaufpreisen Schritt, es gibt Nachholeffekte bei der Nachfrage und die Preisentwicklungen liegen in den Kostensteigerungen begründet. Für die nach wie vor gute Situation im Bauhauptgewerbe sorgt zu einem gewissen Maß die Angst der Deutschen vor einer Inflation. Die latente Furcht vor einer Entwertung des Euro lässt viele Menschen in Sachwerte flüchten – und damit bevorzugt in Immobilien. Unterstützt wird diese Entwicklung durch die noch immer extrem niedrigen Bauzinsen.

Neben dem Wohnungsbau bieten auch die Genehmigungen im Wirtschaftsbau ein positives Bild – mit einem erwarteten Umsatzwachstum von 2,5 %. Dennoch ist hinsichtlich der Umsatzprognose für 2013 trotz guter Frühindikatoren Vorsicht angebracht. Die eher schlechte Entwicklung im öffentlichen Bau bestimmt in diesem Jahr noch das Gesamtbild. Aber dank Steuereinnahmen in Rekordhöhe wird voraussichtlich die Investitionstätigkeit der Kommunen und der öffentlichen Hand im nächsten Jahr wieder spürbar anziehen. Unterm Strich ist das nun zu Ende gehende Baujahr zufriedenstellend verlaufen, und auch 2013 sieht die Branche überwiegend optimistisch entgegen.

Einen unterstützenden Auftrieb hätte es überdies geben können, wenn sich auch die Politik hier in gebotener Weise eingebracht und den Weg für eine nachhaltige Investitionspolitik freigemacht hätte. Doch das über einjährige Vermittlungsverfahren zur steuerlichen Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden ist gescheitert. Bund und Länder einigten sich Mitte Dezember darauf, sämtliche strittigen Teile zur steuerlichen Förderung aus dem Gesetz zu streichen, da eine Verständigung »trotz intensiver Vermittlungsbemühungen« nicht möglich gewesen sei, heißt es in einer Mitteilung des Bundesrates. Die von vielen Wohneigentümern erhoffte steuerliche Förderung von Sanierungsmaßnahmen wird daher nicht in Kraft treten.

Es wird also keinen Steuerbonus für Gebäudesanierungen geben. Das nun gescheiterte Vorhaben der Regierung hatte vorgesehen, die Maßnahmen zur Dämmung von Gebäuden, den Austausch zugiger Fenster oder den Einbau energiesparender Heizungsanlagen steuerlich zu begünstigen. Dies hätte bis 2016 insgesamt 1,5 Milliarden Euro gekostet. Aber insbesondere die SPD-geführten Bundesländer hatten zu starke Belastungen für ihre Haushalte befürchtet.

Wie dem auch sei_ Die zuliefernde Industrie jedenfalls hat sich für das neue Jahr in Position gebracht. Zur bevorstehenden BAU haben die Hersteller von Baustoffen wieder zahlreiche Neuheiten entwickelt, die sie im Januar in München auf der Weltleitmesse einem großen Fachpublikum präsentieren werden. Diese Ausgabe des Baustoff-Partners steht natürlich ganz im Zeichen des nahenden Top-Ereignisses. Wir stellen Ihnen schon heute einen Querschnitt der Produktneuheiten vor, die Sie im Januar in München sehen werden.

Im Namen von Redaktion und Verlag wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest sowie Glück, Gesundheit und Erfolg für das neue Jahr.

Gerd Rottstegge

 

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