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Dezember 2011

Wie lange reicht der Rückenwind?


Gegen Ende eines Jahres ist es üblich, in der sogenannten »staden Zeit« die vergangenen zwölf Monate Revue passieren zu lassen. Wie war 2011? Was wird das neue Jahr an Entwicklungen und Überraschungen bereithalten?

Das »Bau-Jahr« zumindest kam nach einem längeren Winter ordentlich auf Touren. Hatte die Branche zunächst noch mit Einbrüchen auf einigen Exportmärkten zu kämpfen und verpasste die drastische Verteuerung von Rohstoff- und Energiekosten allzu optimistischen Prognosen zu Beginn des Jahres einen Dämpfer, so konnten dennoch die zuliefernde Industrie, das ausführende Handwerk und auch der Baustoffhandel das Jahr mit einer überwiegend zufriedenen Bilanz abschließen.

Unbeeindruckt vom Geschehen an den Finanzmärkten entwickelte sich der Bau hierzulande positiv. Die Baukonjunktur präsentierte sich trotz Schuldenkrise und der daraus resultierenden Verunsicherung der Märkte und Verbraucher in deutlich besserer Verfassung als noch im Frühjahr erwartet_ »Holzindustrie mit Umsatzplus«, »Erlöse der Parkettproduzenten legten deutlich zu«, »Kunststoff-Dach- und -Dichtungsbahnen boomen weiterhin«, »Konjunkturdaten im SHK-Handwerk positiv« – so ein kleiner Auszug der Meldungen, die die Schlagzeilen beherrschten.

Die Bestätigung dieser Aussagen fanden wir in zahlreichen Kontakten mit Handel, Handwerk und Industrie vor Ort. So auch aktuell auf dem Branchentag Holz in Köln. Unsere Gesprächspartner gaben dem Geschäftsverlauf 2011 ohne Ausnahme gute bis sehr gute Noten. Bei der Einschätzung der kommenden Monate überwog der – wenn auch zuweilen vorsichtige – Optimismus.

Auch Proline Systems, in dieser Ausgabe »im Blickpunkt«, sieht dem kommenden Jahr recht gelassen entgegen. 2012 sei »bereits abgehakt« – so die Geschäftsführung im Gespräch mit der Redaktion. Und das im positiven Sinne – Sorgen um die nahe Zukunft mache man sich nicht, denn Proline hat die erforderlichen Schritte unternommen, um der Zukunft mit großer Zuversicht entgegenzublicken.

All zu lang währt die ruhige Zeit allerdings nicht. Denn bereits im Januar geht´s – zumindest was die »Branchen-Events« angeht – mit Schwung weiter. Mit der Deubau in Essen, der Domotex in Hannover und der DACH+HOLZ in Stuttgart stehen gleich drei Top-Ereignisse im Terminkalender. Von diesen Messen erhoffen alle Akteure einen Startschuss für ein gutes Jahr.

Noch prägen Zuversicht und begründeter Optimismus die Befindlichkeit innerhalb unserer Branche. Aber wie lange trägt der Rückenwind? Wird sich unsere Realwirtschaft auch weiterhin vom unerfreulichen Euro-Szenario abkoppeln können? Die Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht, sind gerüstet und »gut aufgestellt«, wie das heute heißt. Die Bau-Zinsen sind noch immer auf historischem Tiefststand, die Menschen haben die Immobilien als Wertanlage und Alterssicherung wiederentdeckt. Aber auch die Politik ist vor dem Hintergrund der propagierten Energiewende gefordert, Anreize zu schaffen, um die Bereitschaft zum energieeffizienten Sanieren weiter zu forcieren.

Ich wünsche Ihnen – im Namen von Verlag und Redaktion – ein erfolgreiches 2012.
Gerd Rottstegge

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