Innenausbau

Denkmalgerechte energetische Sanierung einer Leipziger Jugendstil-Villa

Das mineralische, kapillaraktive Innendämmsystem »TecTem Insulation Board Indoor« von Knauf Aquapanel in Zusammenspiel mit dem Kalkputzsystem Knauf Rotkalk trug maßgeblich dazu bei, eine denkmalgeschützte Jugendstil-Villa in Leipzig vor dem Verfall zu retten. Und mehr noch_ Durch den Einsatz von Flächentemperiersystemen entstanden Räume, die alle Anforderungen an modernen Wohnkomfort erfüllen.

Lange Zeit bot die über 125 Jahre alte Jugendstil-Villa in der Demmeringstraße im Leipziger Stadtteil Lindenau ein bedauernswertes Bild. Das ungenutzte Gebäude zerfiel zusehends, obwohl es seit geraumer Zeit aufgrund seiner schmucken Fassade unter den Fittichen der Denkmalschutzbehörde stand. Das Schicksal der Villa schien besiegelt, bis die Architektin Katja Czogalla das Haus schließlich im Mai 2012 erwarb, um es umfassend stil- und fachgerecht instandzusetzen. Neben der sensiblen Anpassung der Grundrisse galt das besondere Augenmerk dem energetischen Konzept, das neben einer kapillaraktiven Innendämmung aus Perlite-Dämmplatten auch eine effiziente und substanzschonende Flächenheizung in Trockenbauweise an den Wand- und Deckenflächen vorsah.
Als Wärmeschutz für die Außenwände kam aufgrund der strukturierten Fassade mit Friesen und den verbliebenen Gesimsen nur eine Innendämmung infrage. Um zugleich ein angenehmes Raumklima zu schaffen, entschied sich die Architektin »TecTem« von Knauf Aquapanel in 50 mm
Dämmstärke. Als Oberputz wünschte sich die Bauherrin einen Kalkputz aus dem Rotkalk-System von Knauf, der wie der mineralische Dämmstoff aus natürlichem Perlite in der Lage ist, einen hohen Grad an Raumluftfeuchte aufzunehmen und zu puffern, was sowohl dem Klima als auch der Luftqualität im gesamten Wohnhaus zugute kommt. Alle in die Außenwände einbindenden Wände und Anschlüsse erhielten eine Wärmebrückendämmung, um der Schimmelgefahr aufgrund drastisch abfallender Oberflächentemperaturen zu begegnen.Effizient gedämmt und schön verputzt
Vor dem Anbringen des Innendämmsystems wurden die inzwischen ausreichend trockenen Wandoberflächen von Altputzen, Spachtelungen, Anstrichen, Ausblühungen und Staub befreit. Unebene Stellen auf den Wänden konnten mit »Rotkalk Grund« und »Rotkalk Fein« egalisiert werden.
Zum Ankleben der Dämmplatten – mit einem Mindestplattenversatz von mehr als 20 cm – wurde der »TecTem« Klebespachtel mithilfe eines groben Zahnspachtels vollflächig und mindestens 5 mm dick auf die Plattenrückseite aufgetragen. Passstücke und individuelle Plattenmaße schnitten die Monteure mit einem feinzahnigen Fuchsschwanz auf das passende Maß zurecht. Für einen sauberen und luftdichten Anschluss der Dämmplatten an Fenster und Türen wurden zuvor systemgerechte Profile auf die Rahmen aufgeklebt und Fugenbänder eingepasst. Abschließend wurden Versatzstellen mit einem Schleifbrett egalisiert und offene Fugen (> 2 mm) mit »TecTem« Grundierung vorbehandelt.
Nun konnte mit dem Verputzen der Innendämmung mit dem Rotkalk-System von Knauf begonnen werden. Der erste Auftrag erfolgte in 5 mm Dicke mit »Rotkalk Fein« mit vollflächiger Gewebearmierung. Den Abschluss bildet ein gefilzter Oberputz aus dem Rotkalk-System, das je nach Körnung und Farbton ganz unterschiedliche Oberflächenstrukturen ermöglicht.Flächenheizung in Trockenbauweise
Die Entscheidung, die Villa mit ihren insgesamt 235 m2 Wohnfläche über die Boden-, Wand- und Deckenflächen zu beheizen, basierte auf mehreren Überlegungen: Da man die berechnete Norm-Heizlast in Höhe von 17,2 kW mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe erzeugen wollte, brauchte es möglichst niedrige Vorlauftemperaturen und in der Folge ein Flächenheizsystem. Diese so zeitgemäße wie komfortable Raumtemperierung wollte die Bauherrin mit den Vorzügen der Trockenbauweise kombinieren. Die Vorteile des Flächenheizungssystems von Uponor lagen nicht allein in der schnellen Montage und dem reduzierten Feuchteeintrag gegenüber einem Nassputzsystem, sondern auch in dem minimalen Aufwand für die Leitungsverteilung innerhalb der Geschosse_ Während herkömmliche Radiatoren jeweils einzeln und unter Putz mit Heizrohren für Vor- und Rücklauf hätten angefahren werden müssen, gelang dies dank Trockenbau ganz ohne mühsames Schlitzeklopfen über die in den Gipsplatten integrierten und miteinander gekoppelten Rohre der Flächenheizungen an Wand und Decke.
Die Beheizung der Räume im Erd- und Obergeschoss erfolgt über die Fußbodenheizung »Uponor Siccus«, die stellenweise zwischen den Holzbalken der Decke verlegt wurde, um schwellenlose Übergänge und einen gleichmäßig hohen Fußbodenaufbau zu ermöglichen. Da das Schlafzimmer im Obergeschoss fünf Zentimeter höher war, entschied sich die Bauherrin in diesem Raum für die Deckenheizung »Uponor Renovis«, um die Niveauunterschiede in dem Geschoss auszugleichen. Das System findet sich auch im Bad im Bereich der begehbaren Dusche, jedoch hier als Nasssystem sowie hinter den Schrägen im nun gedämmten Dachgeschoss.
Die einzelnen Panels des Uponor Renovierungssystem »Renovis« bestehen aus einer 15 mm dicken Gipsplatte von Knauf, in die ein Uponor Kunststoffrohr PE-Xa 9,9 x 1,1 mm integriert ist. Die Elemente können – wie eine normale Trockenbauplatte – auf nahezu allen Untergründen an Decke oder Wand montiert werden.Die Wandheizung wurde außerdem in zwei weiteren Varianten ausgeführt: auf der Innendämmung »TecTem« sowie direkt auf dem Mauerwerk. Beide Lösungen sind bewährt und problemlos auf der Baustelle zu bewerkstelligen.
Wird die Wandheizung auf der Innendämmung montiert, muss das Rohrregister aus Kunststoff vor dem Verputzen gefüllt und abgedrückt werden. Zur Befestigung dienen Halterungen mit Festpunkten im tragenden Untergrund sowie spezielle Befestigungsschienen. Danach sind die Heizrohre mindestens 10 mm dick mit dem Rotkalk Grund zu überputzen, wobei auch hier der Kalkputz die Kapillaraktivität der Dämmplatten am besten unterstützt. Nach etwa zwei Wochen Standzeit konnte dann das Aufheizprogramm gemäß Herstellerangaben erfolgen. Erst danach wurde »Rotkalk Fein« als Armierungsmörtel in einer Putzdicke von rund 5 mm aufgetragen, in das auch ein Armiergewebe vollflächig eingearbeitet wurde. Den Abschluss bildete ein strukturierter Oberputz aus dem Rotkalk-System.
Ähnlich verlief auch die Montage der Wandheizung direkt auf dem Mauerwerk – hierbei wurde das Registersystem ausschließlich über Befestigungsschienen direkt auf der tragenden Wand fixiert. Alle weiteren Arbeitsschritte sind identisch mit der Montage auf einer Innendämmung.Optimales Raumklima
Mit der Flächenheizung gelingt es, über die Strahlungswärme nicht nur den Raum gleichmäßig und ohne Zugerscheinungen aufzuheizen, sondern auch die feuchteanfälligen Balkenköpfe im Dachgeschoss vor Kondensat zu schützen und somit Wärmebrücken und das Schimmelrisiko zu minimieren. Die Flächentemperierung über Wand oder Decke schafft zudem eine thermische Behaglichkeit, die gegenüber der konvektiven Wärmeabgabe von Radiatoren als sehr angenehm empfunden wird und gerade in hohen Altbauräumen zum Tragen kommt. Es entstehen aufgrund der geringen Temperaturunterschiede zwischen Raumluft und Heiz­fläche kaum Luftbewegungen und ­damit auch nur minimale Staubverwirbelungen im Raum. Bei der Villa in Leipzig beschränkt sich die Vorlauftemperatur auf rund 42 °C, was eine gleich­mäßige Wärmeabgabe bei niedrigen Oberflächentemperaturen ­garantiert – die oft als störend empfundene Kopferwärmung bei Deckenheizungen ist für Katja Czogalla, die die Räume im Dach- und Obergeschoss bewohnt, jedenfalls kein Thema.

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