Mit der geplanten Veräußerung seiner Aktivitäten im Bereich extrudiertes Polystyrol (XPS) würde Etex sein Dämmstoffgeschäft im Einklang mit seiner Strategie stärker auf Glaswolle fokussieren. XPS macht einen kleineren Teil des gesamten Dämmstoffportfolios von Etex aus. Der Verkauf würde zugleich zu einer Vereinfachung und Straffung des Produktionsnetzwerks beitragen. Für Austrotherm hingegen ist XPS eine Kerntechnologie und ein strategisches Wachstumsfeld.
»Wir entwickeln unser Portfolio kontinuierlich weiter, um unseren langfristigen Anspruch zu unterstützen, den Wandel hin zu nachhaltigem Bauen mitzugestalten. Die geplante Veräußerung unserer XPS-Aktivitäten würde es uns ermöglichen, unser Dämmstoffgeschäft noch stärker auf Glaswolle zu konzentrieren – einen Wachstumsbereich, in dem wir große Chancen für Innovationen, Kapazitätserweiterungen und zusätzlichen Kundennutzen sehen. Wir sind überzeugt, dass die Expertise von Austrotherm und das langfristige Bekenntnis zu XPS eine starke Basis für die weitere Entwicklung dieser Sparte bieten – mit Kontinuität und Zukunftsperspektiven für Mitarbeitende, Kunden und Geschäftspartner«, sagt Bernard Delvaux, CEO von Etex.
Für Austrotherm würde die geplante Übernahme eine Erweiterung des bestehenden Produktionsnetzwerks für XPS-Dämmstoffe bedeuten. Aufbauend auf seiner etablierten Position in Mittel-, Süd- und Südosteuropa könnte Austrotherm mit den Etex-XPS-Produktionsstandorten seine Präsenz in Deutschland sowie auf Italien, Frankreich und Spanien ausweiten. »Diese Akquisition wäre ein wichtiger Meilenstein für die weitere Entwicklung unseres XPS-Geschäfts. Sie würde unser Produktionsnetzwerk gezielt ergänzen, neue Regionen erschließen und zugleich die Betreuung unserer Kunden weiter verbessern sowie unsere Nachhaltigkeitsagenda vorantreiben«, erklärt Heimo Pascher, CEO der Austrotherm-Gruppe. Als österreichischer, familiengeführter Dämmstoffspezialist mit klarem Fokus auf XPS verfolgt Austrotherm eine langfristig ausgerichtete Entwicklungsstrategie. Neben der weiteren Expansion stehen Kontinuität für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner sowie die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele im Mittelpunkt.
Die geplante Transaktion würde die derzeit unter der Marke Ursa geführten XPS-Produktions- und Vertriebsaktivitäten an den Standorten Bondeno in Italien, El Pla in Spanien, Queis in Deutschland und Saint-Avold in Frankreich umfassen. Ebenfalls enthalten sind die damit verbundenen Vertriebsaktivitäten für Kunden in mehreren Ländern West- und Mitteleuropas. Die Marke Ursa selbst wird nicht übernommen; für eine begrenzte Übergangsphase wäre ihre Nutzung weiterhin vorgesehen.
Kommt die Übernahme zustande, würde Austrotherm seine geografische Marktabdeckung in Westeuropa, einschließlich der Benelux-Länder, deutlich ausbauen. Gleichzeitig würde die Übernahme Austrotherms Pläne zur Senkung der CO2-Emissionen an seinen europäischen Produktionsstandorten beschleunigen, unter anderem durch Investitionen in XPS-Recyclingtechnologien und den verstärkten Einsatz recycleter Rohstoffe. Zudem könnten die kombinierten Produktionskapazitäten von Austrotherm und den Etex-XPS-Werken künftig eine bessere Versorgung und Kundenbetreuung in Europa ermöglichen.
An den Standorten El Pla und Saint-Avold, wo XPS und Glaswolle derzeit am selben Standort produziert werden, beabsichtigt Etex, die Glaswolleproduktion zu behalten und weiterzuentwickeln. Geeignete Maßnahmen sollen sicherstellen, dass beide Geschäftsbereiche nach dem Verkauf unabhängig voneinander betrieben werden können. Etex bekennt sich damit weiterhin zu seinem Glaswollegeschäft an sieben europäischen Standorten und will die geografische Expansion, den Ausbau von Kapazitäten und die Entwicklung neuer Produkte weiter vorantreiben. Alle Mitarbeiter im Dämmstoffbereich und ihre Arbeitnehmervertretungen wurden über diese Entwicklung informiert. Sollte die Transaktion zustande kommen, würden die den betreffenden Werken zugeordneten Mitarbeiter vorbehaltlich der jeweils geltenden lokalen Rechtsvorschriften und Konsultationspflichten zu Austrotherm wechseln. Bis zu einem möglichen Abschluss führt Etex seine XPS-Sparte unabhängig von Austrotherm fort.