Nach dem Ausbau wurden die Kunststoffprofile eingehend untersucht. Um ein möglichst genaues Bild von ihrem Zustand zu erhalten, schnitt man die Profile auf und prüfte ihre innere Struktur. Dabei zeigte sich deutlich, dass die Profile auch nach über 40 Jahren noch voll funktionsfähig sind. Sowohl die Stabilität als auch die Oberfläche überzeugten – sichtbare Alterungserscheinungen oder strukturelle Schäden waren nicht festzustellen. »Wir sind davon ausgegangen, dass die Profile noch in gutem Zustand sind – aber das Ergebnis dann so eindeutig zu sehen, ist noch einmal etwas anderes«, erklärt Projektleiter Svilen Gass. »Das zeigt deutlich, welche Qualität bereits damals in unseren Systemen steckte.«
Bei den untersuchten Elementen handelt es sich um Aluplast-eigene Fensterprofile aus dem Jahr 1982 mit einer Bautiefe von 60 mm und einer Mitteldichtung. Die Ergebnisse passen auch zu allgemeinen Erkenntnissen aus der Branche. Laut EPPA, dem europäischen Wirtschaftsverband der Hersteller von Kunststoff-Fensterprofilsystemen, können Kunststofffenster eine Lebensdauer von bis zu 50 Jahren erreichen und in vielen Fällen sogar deutlich darüber hinaus funktionsfähig bleiben.
Warum der Austausch sinnvoll war
Trotz dieses überzeugenden Zustands war der Fensteraustausch im Zuge der Fassadensanierung sinnvoll. Der entscheidende Faktor ist die energetische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Während Fenster aus den 1980er-Jahren üblicherweise U-Werte von etwa 2,5 bis 3,0 W/(m²K) aufweisen, erreichen moderne Systeme heute deutlich bessere Werte von 0,8 bis 1,2 W/(m²K). Diese Verbesserung reduziert den Wärmeverlust erheblich und trägt spürbar zu Energieeinsparungen bei. Genau aus diesem Grund werden viele PVC-Fenster heute nicht aufgrund technischer Defizite ersetzt, sondern im Rahmen energetischer Modernisierungen.
Für die Umsetzung des Fensteraustauschs arbeitete Aluplast mit bewa-plast Beck Fenstertechnik zusammen. Das Unternehmen mit Sitz in Mengerskirchen ist auf die Herstellung und Montage von Komplettlösungen für Kunststofffenster und -türen spezialisiert. Es verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Verarbeitung moderner Profilsysteme, insbesondere der »neo«-Plattform von Aluplast. Für die Zusammenarbeit sprachen mehrere Faktoren: Neben der bestehenden Erfahrung mit dem System und seiner Montage waren vor allem eine kurze Lieferzeit und verfügbare Montagekapazitäten entscheidend. Für das Projekt in Ettlingen war eine zeitnahe Umsetzung erforderlich, die gleichzeitig den hohen Qualitätsanspruch erfüllen sollte.
Vom Altprofil zum Rohstoff
Auch in puncto Nachhaltigkeit setzt das Projekt ein klares Zeichen. Ein Teil der ausgebauten Profile verbleibt am Standort Ettlingen und wird dort ausgestellt. Er dient künftig als anschaulicher Beleg für die Langlebigkeit von Kunststofffenstern. Die verbleibenden Profile werden dem Recyclingkreislauf zugeführt. PVC kann mehrfach recyclet werden, ohne an Qualität zu verlieren.Schon heute werden alte Fenster in großem Umfang wiederverwertet und zu neuen Profilen verarbeitet. Das Projekt in Ettlingen zeigt damit auf greifbare Weise, wie langlebig moderne Kunststoffsysteme sind, wie stark sich energetische Anforderungen weiterentwickelt haben und wie wichtig ein funktionierender Materialkreislauf für nachhaltiges Bauen ist.