Fassade

Wenn die Fassade das Gesicht verliert…

Ein hochwertiger und handwerklich einwandfreier Putz ist ein sehr langlebiges Bauteil. Für die Ewigkeit ist er aber nicht gemacht – und kann es auch gar nicht sein, denn Wind und Wetter fordern ihren Tribut genau wie zusätzliche Belastungen, z.B. durch Verschmutzung, durch Luftschadstoffe, durch Algen und Pilze oder schlicht durch Alterung des Materials.

Wiederkehrende tägliche und jahreszeitliche Dehn- und Schrumpfbewegungen durch Temperaturänderungen und wechselnde Feuchtigkeit lassen den Putz über Jahre und Jahrzehnte seine ursprüngliche Struktur verlieren.

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Je nach Umgebungsbedingungen und Materialbeschaffenheit, auch des Mauerwerks oder einer unter dem Putz liegenden Dämmschicht, können Verwitterung und Alter unterschiedliche Folgen für den Putz haben. Die Spannweite reicht von einer einfachen Verschmutzung über einen Verlust der Bindefähigkeit (Abmehlen oder Absanden) bis hin zu Rissen oder Ablösungen vom Untergrund. Dann wird im einfachsten Fall eine Renovierung nötig, aber möglicherweise auch eine vollständige Sanierung durch eine Erneuerung des Putzaufbaus.

Ist Dämmen Pflicht?


Bei umfangreichen Arbeiten an der Fassade, das ist immer zu bedenken, kann die Pflicht zur Modernisierung von noch nicht oder unzureichend gedämmten Fassaden mit einem WDVS entstehen. Aus einer Putz-Instandsetzung wird dann ein Bauvorhaben mit einem deutlich größeren Umfang. Eine Wärmedämmung kann sich lohnen, muss es aber nicht in jedem Fall. Kosten und Amortisierungszeiten sollten, auch im Sinne des Auftraggebers, mit reellen Werten durchgerechnet werden. Ist die Wärmedämmung nicht wirtschaftlich, dann kann die Modernisierungspflicht entfallen – die entsprechenden Regelungen der EnEV werden tatsächlich auch immer stärker beachtet und ausgelotet.

Eine Frage der Haftung…


Der erste Blick vor einer Renovierung oder Sanierung gilt der Haftung des alten Putzes. Deutliche Ablösungen oder Abplatzungen vom Untergrund machen mit Sicherheit eine zumindest partielle, in der Regel aber vollständige Entfernung des Altputzes nötig. Geprüft werden sollte die Standfestigkeit des Putzes in jedem Fall auch dann, wenn es keine augenscheinlichen Mängel gibt, z.B. mit der bekannten Abrissprobe oder zur Ermittlung genauerer Werte mit einer Haftzugprüfung. Insbesondere, wenn eine Putz-auf-Putz-Sanierung oder eben doch eine Modernisierung mit einem WDVS geplant wird, ist die Standfestigkeit ein wesentliches Kriterium.

Der zweite Blick gilt der Putz-Oberfläche. Nach langer Standzeit wird sie in jedem Fall verschmutzt sein, eine fachgerechte Reinigung wird also das Minimum an Vorbereitung sein, das für eine Renovierung oder Sanierung notwendig ist. Mineralische Putzen sanden oder mehlen möglicherweise oberflächlich ab – bei gesicherter Standfestigkeit lässt sich dieses Problem mit Sakret Tiefengrund wässrig TGW leicht lösen. Der Tiefengrund auf Acrylatbasis ist wasserverdünnbar, lösemittelfrei und verfestigt mit hoher Eindringtiefe mineralische und dispersionshaltige Untergründe. Nicht tragfähige Beschichtungen auf dem Putz müssen grundsätzlich entfernt werden.

Eine neue Beschichtung kann bei einem intakten Putz schnell wieder eine attraktive Oberfläche herstellen.

Renovierungsanstrich


Mit einer füllstoffreichen oder faserarmierten Beschichtung können sogar kleine Risse überbrückt werden. Sakret Streichvlies überbrückt ohne weitere Maßnahmen Risse bis 0,2 mm, Sakret Hausfarbe mit einer zusätzlichen Vlieseinbettung bis 0,25 mm Breite. Nicht nur bei neuen Putzschichten, auch bei Grundierungen und Beschichtungen ist die zum Untergrund passende Materialauswahl besonders wichtig. Nicht jede Beschichtung harmoniert mit früheren Beschichtungen und mit jedem Putzmaterial. Hydrophobierende Grundierungen sind z.B. für Kunstharzputze nicht geeignet, und mineralische Edelputze benötigen CO2-durchlässige Beschichtungen.

Putzrenovierung


Einen Schritt weiter geht bei einem tragfähigen Altputz der Auftrag eines zusätzlichen, neuen Putzsystems. Nach Reinigung und Grundierung – die Art der Grundierung richtet sich nach dem Saugverhalten des Untergrunds – wird auf mineralische Untergründe zunächst entweder eine Ausgleichsschicht aus Sakret Filzfeinputz FFP oder Sakret Sanierfeinputz SFP aufgebracht. Eine Alternative mit erhöhter Standfestigkeit ist eine Armierungsschicht aus Sakret Klebe- und Armierungsmörtel KAM mit einem eingebetteten Armierungsgewebe.

Auf organisch gebundenen Altputzen wird die Armierungsschicht mit Sakret Armierungs- und Klebespachtel AKS oder Sakret Renovierspachtel RS hergestellt.

Bei der Auswahl des anschließenden Oberputzes gibt es eine große Variationsbreite. Im mineralischen System steht die gesamte Palette der Mineral- und Silikatputze zur Verfügung, im Bereich der organischen Putze ein großes Spektrum an kunstharz- und siliconharzgebundenen Oberputzen.

Optionen bei Algen- und Pilzbefall


Je nach Umgebungsbedingungen (begrünte Nah-Umgebung, Wetterexposition) ist ein möglicher Pilz- oder Algenbefall der Fassade ein Faktor, der bei einer Renovierung oder Sanierung mit einzubeziehen ist. Ein erhöhter Schutz gegen eine Besiedelung der Fassade mit Mikroorganismen lässt sich auf verschiedenen Wegen erreichen. Ein Weg ist ein glatter und dabei hochdiffusionsoffener Sakret Siliconharzputz SHP in Kombination mit der biozid ausgerüsteten Siliconharzfarbe Sakret Topsan TOP. Ein zweiter Weg setzt auf mineralische Edelputze, die durch ihre physikalischen Eigenschaften – Edelkreidung und schnelle Wasseraufnahme und -abgabe – Mikroorganismen auf natürliche Weise die Lebensgrundlage so weit entziehen, dass ihr Wachstum zumindest stark gehemmt, aber oft im Ansatz verhindert wird.

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