Der mehrteilige Gebäudekomplex wird derzeit nicht nur für die Schule, sondern auch für eine Kita und eine Flüchtlingsunterkunft genutzt. Das Gebäudeensemble gliedert sich in sechs Gebäudeteile, die allesamt unter einem zusammenhängenden Dach angeordnet sind. Ergänzt wird der Komplex durch ein danebenstehendes Solitärgebäude. Der in drei Geschossen gestaffelte Hochbaukomplex wurde Anfang der 1970er-Jahre in Stahlbeton-Skelettbauweise errichtet und erhielt im Zuge der energetischen Sanierung der gesamten Gebäudehülle bereits eine neue vorgehängte hinterlüftete Fassade aus hellen Trespa-Elementen.
Die Projektabwicklung
Im Jahr 2025 begann die Stadt Monschau mit der Einrichtung der Baustelle für die Dacharbeiten. Der alte Dachaufbau verfügte über eine langlebige 10 cm dicke Foamglas-Kompaktdachlage, die mit der Dachhaut verschweißt wurde. Den Abschluss bildete eine Betondecke. Die energetische Dachsanierung der insgesamt rund 2.600 m² großen Dachfläche beinhaltete die Herstellung eines komplett neuen Dachaufbaus nach geltender EnEV als Warmdachkonstruktion mit entsprechenden Aufbauten und Systemen für Entwässerung, Technik, Wärmepumpe und aufgeständerte Photovoltaikanlage.
Weil das Foamglas über gute Wärmedämmeigenschaften verfügt und bis dato keine Schäden aufwies, verblieb diese Lage auf dem Dach. Darauf wurde dann ein komplett neuer Dachaufbau mit einer hochdruckfesten Gefälledämmung des Herstellers Bauder aufgebracht. Sie wurde gewählt, weil sie sich durch eine hohe Dämmleistung und besonders geringe Aufbauhöhen auszeichnet.
Absturzsicherung an der Dachkante
Die Sanierungsarbeiten begleiteten die Planer und Architekten vom Architekturbüro Hansen & Hano aus Übach-Palenberg. Besondere Beachtung erforderte die Planung der Flachdachrandsicherung, denn gemäß den strengen Richtlinien der BG Bau müssen an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Dächern zulässige Absturzsicherungssysteme vorhanden sein. Bei Arbeiten in einer Absturzhöhe von über 3 m sind temporäre Absturzsicherungen, die ein Abstürzen von Personen und/oder Materialien verhindern, erforderlich. Da die Fassadenarbeiten bereits abgewickelt waren und das Gerüst nicht mehr zur Verfügung stand, suchten die Projektverantwortlichen nach einer Möglichkeit, den Dachrand für den Zeitraum der Arbeiten zu sichern.
Wichtiger Bestandteil der Planung war ein auf das Sanierungsprojekt individuell abgestimmtes Sicherheitskonzept – für die während der kompletten Sanierungsphase am Objekt arbeitenden Handwerker sowie für die Schüler, ihre Lehrer und die Nutzer der Kita bzw. der Flüchtlingsunterkunft. In Sachen Sicherheit verließen sich die Architekten auf die Kompetenz und das Know-how von Sifatec als bundesweit tätigem Spezialisten für temporäre Absturzsicherungslösungen aus dem rheinland-pfälzischen Bengel im Landkreis Bernkastel-Wittlich.
Seitenschutzsysteme für die temporäre Dachrandsicherung
Das Unternehmen bietet temporäre Seitenschutzsysteme für individuelle Absturzsicherungen an. Sicherheit beginnt für den Firmeninhaber und Dachdeckermeister Karl-Josef Simon bereits bei der Planung individueller Sicherheitslösungen und umfasst alle Arbeitsvorgänge bis hin zur Demontage und zum Abtransport aller systemrelevanten Komponenten. Dabei ergänzt Sifatec je nach Anforderung firmeneigene geprüfte und patentierte Systementwicklungen mit Baustelleneinrichtungen namhafter Hersteller.
Zum Leistungsumfang zählte nicht nur die Lieferung der Komponenten für die Dachrandsicherung. Vielmehr schloss das Sifatec-Sicherheitskonzept alle erforderlichen Leistungen ein, die ein barrierefreies und sicheres Arbeiten auf der gesamten Dachfläche bis hin zur Dachkante gewährleisteten. Dazu gehörten auch die Planung und Installation entsprechender Baustelleneinrichtungen, logistische Dienstleistungen sowie die Höhenzugangstechnik mit Kran, Aufzug, Lift und Treppenturm.
Die objektbezogene Lösung
In Monschau kam die bewährte Sifatec-Industriekonsole für die temporäre Absicherung von Flachdächern mit einer wärmegedämmten Attika aus Beton zum Einsatz. Da die VHF-Konstruktion über der Dachfläche herausragt, entwickelten die Sicherheitsfachleute eine eigene kompakte Haltekonsole, die den ca. 20 cm breiten Spalt zwischen dem Dachrand und der VHF-Konstruktion sicher überbrückt. Die verwendete Industriekonsole hängt komplett vor der Außenfassade. Der innovative Einhängemechanismus erlaubt den Handwerkern maximale Bewegungsfreiheit.
Das System besteht aus der Flachdachankerplatte, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich ist, der patentierten Flachdachaufhängung, dem Seitenschutzpfosten mit Abstützung, den Seitenschutzholmen, der Geländerstrebe sowie verschiedenen Rohrverbindern und Kupplungen. An der Fassade selbst sind keine Montagen erforderlich. Der Seitenschutz ist nach DIN EN 13374:2019, Klasse A, zertifiziert und gewährleistet eine größtmögliche Bewegungsfreiheit sowie sicheres Arbeiten. Die vorausgegangene Ausführungsplanung gewährleistete einen zügigen und sicheren Baustellenbetrieb. Dazu bot Sifatec mit seinen geprüften und patentierten temporären Absturzsicherungssystemen ein Maximum an Arbeitssicherheit, wodurch das Gefährdungspotenzial während der Sanierungsarbeiten erheblich verringert wurde.
»Die planerischen Lösungsansätze von Sifatec haben uns bereits bei der ersten Kontaktaufnahme überzeugt. Wir konnten uns in jeder Hinsicht voll und ganz auf die Sicherheitsexperten aus Bengel verlassen. In der Vorbereitung, als auch in der Ausführung erwies sich Sifatec als sehr angenehmer Gesprächspartner, kompetent und zuverlässig«, zeigt sich Ralf Hansen vom Architekturbüro Hansen-Hano mit der Zusammenarbeit zufrieden. Das Bauvorhaben befindet sich derzeit noch in der Abwicklung.