Mauerwerk & Beton

Rund 700 Teilnehmer besuchen Mauerwerkskongress

Die Mauerwerkskongresse der Schlagmann Akademie in Ulm (9. Februar) und München

(20. Februar) erreichten in diesem Jahr rund 700 Bauschaffende, die sich über aktuelle Themen rund um den Mauerwerksbau informiert haben. Planer sowie Bauausführende aus ganz Bayern und Baden-Württemberg erhielten einen aktuellen Einblick in Neuerungen rund um die tragenden Säulen Statik, Schall-, Brand- und Wärmeschutz. Neben Baurecht und Bedarfsanalysen zum Wohnungsbau konnten die Teilnehmer mit »Bauen 4.0« einen Blick in die Zukunft werfen.

Zahlreiche Themen boten die Mauerwerkskongresse in Ulm und München auch in diesem Jahr den Teilnehmern_ Sie konnten sich je nach Wissendurst und Kenntnisstand in zwei Foren bei unterschiedlichen Vorträgen informieren. Johannes Edmüller, geschäftsführender Gesellschafter Schlagmann Poroton, begrüßte als Gastgeber die Teilnehmer des Mauerwerkskongresses, bevor Moderator Alfred Emhee souverän durch den Veranstaltungstag führte. Zum Auftakt stimmte Matthias Günther, Vorstand des Pestel Instituts, die Zuhörer mit Bedarfsanalysen zum bezahlten und sozialen Wohnungsbau in die derzeit heißdiskutierte Frage »Wohnungsnot in Deutschland - ja oder nein?« ein.
Über das zentrale Thema »Neues aus dem Mauerwerksbau« referierte Professor Carl-Alexander Graubner von der TU Darmstadt. Bevor er jedoch auf die neuen Regelungen zur Mauerwerksbemessung einging, stellte er Mauerwerkskonstruktionen und Wohngebäude hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit auf den Prüfstand. In diesem Rahmen beschäftigen sich die Teilnehmer natürlich auch mit dem Thema EnEV. Von besonderem Interesse waren deshalb die Ausführungen von Professor Anton Maas, Uni Kassel, über die Anforderungen der EnEV 2017 und die Frage, ob wir uns bereits auf dem Weg zu Niedrigstenergiegebäuden befänden.

Bauvertragsrecht_ Reform sorgt für Kopfschütteln

Sind die Neuerungen bezüglich des Wärmeschutzes noch nicht rechtskräftig, gilt beim Schallschutz bereits die neue DIN 4109. Dr.-Ing. Andreas Meier, Müller BBM, zeigte auf, worauf im Wohnungsbau allgemein und bei den unterschiedlichen Baukonstruktionen im Speziellen zu achten ist. Schwieriger jedoch ist die Sachlage bei der momentanen Prüfung und Klassifizierung des Brandverhaltens von Baustoffen und Bauteilen. Professor Dr.-Ing. Jochen Zehfuss der TU Braunschweig unterrichtete hier über die aktuellen Entwicklungen, vor allem aber über die Umstellung auf die europäischen Normen. Die von der Bundesregierung im letzten Jahr beschlossene Reform des Bauvertragsrechts stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Professor Dr. Uwe Meiendresch (RWTH Aachen). Wie die noch nicht in Kraft getretenen Änderungen das Baugeschehen beeinflussen können, führte zu Kopfschütteln und vielen Fragen aus dem Publikum.
Wie ein erfolgreiches Haus der Zukunft aussehen kann, präsentierte Dipl.-Ing. (FH) Georg Dasch, Sonnenhaus Institut Straubing, mit den Ergebnissen des Monitorings des in Ziegelbauweise errichteten »Effizienzhaus Plus« in Burghausen. Architekt Dasch, der bereits seit 20 Jahren solar plant und baut, sieht in diesem Haus einen Meilenstein zu einer nachhaltigen Klimaversorgung und einen Lichtblick für kommende Generationen.
Einen Einblick in die Zukunft des Planen und Bauens gewährte Thomas Kirmayr vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP. Er erläuterte in seinem inspirierenden Vortrag, wie mit »Virtual Rapid Prototyping« Innovationen und Produktentwicklungen im Zeitalter von Industrie 4.0 entstehen und das Bauen 4.0 revolutionieren können.J

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