Im Blickpunkt

Qualitätsniveau und Sicherheit von Türen und Toren weiter verbessern

Im Herbst vergangenen Jahres unterzeichnete die E.D.S.F. – European Door an Shutter Federation – mit der BAU, Weltleitmesse für Architektur, Materialien, Systeme-, einen Vertrag mit dem Ziel, dass sich Ihr Verband und die BAU gegenseitig in Marketingaktivitäten unterstützen. Der Vereinbarung zufolge wird der E.D.S.F. die BAU 2013 bei den europäischen Mitgliedern bewerben und auf der Messe eine Vortragsveranstaltung mit dem Industrieverband Tore Türen Zargen (ttz) durchführen.

Baustoff-Partner: Welche Ziele verfolgt Ihr Verband mit dieser Kooperation?Christian Grabitz_ Der E.D.S.F. nutzt die Baumesse, als die Fachleitmesse, um die aktuellen Branchenthemen, wie Fragen zur Normung aber auch bauliche Fragen zur Energieeinsparung sowie barrierefreien Bauen, direkt an die relevante Zielgruppe zu bringen. Die BAU bietet eine hervorragende Plattform, um die Branchenmeinung bei Architekten, Bauunternehmern und Endkunden zu platzieren. Durch die Kooperation kann der E.D.S.F. seine Position breiter streuen und die BAU die Torbranche europaweit direkter über den E.D.S.F. erreichen.

Baustoff-Partner: Ein Bestandteil des Vertrages mit der BAU sieht ein Fachforum im Rahmen der Messe im kommenden Januar in München vor. Was erwartet die Besucher dort?

Grabitz: Die Besucher des geplanten Torforums werden die aktuellen Informationen zur Umsetzung der neuen und relevanten Normen auf europäischer Ebene erhalten. Hierbei herauszustellen sind vor allem die europäische Produktnorm für Feuer- und Rauchschutzabschlüsse (EN 16034), die damit zusammenhängende Umsetzung im Markt – Auslauf des nationalen Zulassungssystems/CE-Kennzeichnung – sowie die europaweite einheitliche Interpretation von Prüfergebnissen und der Austausch von Komponenten eines Feuer- und Rauchschutzabschlusses.

Wir stellen heute schon fest, dass sich der Nachhaltigkeitsgedanke in der Baubranche etabliert hat. Green Building-Zertifizierungen werden sich in den Anforderungen und Umsetzung spezialisieren – auch bisher wenig berücksichtigte Bauprodukte, werden in den Fokus der Nachhaltigkeitsbetrachtung rücken. Der E.D.S.F. wird seine bis dahin gesammelten Erfahrungen mit dem E.D.S.F.-Door-Energy-Calculator vermitteln und die nächsten Aktivitäten in dieser Thematik aufzeigen.

Darüber hinaus werden Ergebnisse der Studie »Torsysteme im Industriebau«, die mit der TU München erarbeitet und durch die Zukunft BAU gefördert wird, vorgestellt. Hierbei werden durch Simulationen ideale Tor-/Antriebskombinationen für verschiedene Industriegebäude untersucht. Mit dieser Studie wird die Torbranche belegen können, dass intelligent automatisierte Tore einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung von Industriegebäuden leisten und somit der »grüne Gedanke« aktiv unterstützt wird.

Baustoff-Partner: Was sind die derzeit bestimmenden Themen in der Tür- und Torbranche? Welche Ziele stehen bei Ihrem Verband stellvertretend für die europäischen Mitgliedsunternehmen auf der Agenda?

Grabitz: Neben den Themen des nachhaltigen und barrierefreien Bauens sowie den genannten neuen Entwicklungen bei der kommenden Produktnorm Feuer- und Rauchschutzabschlüsse, steht das Thema Service und Wartung stark im Fokus der Branche. Ziel ist es, die europäische Normung auf kundenorientiertem Stand weiter zu entwickeln, um das Qualitätsniveau und die Sicherheit von Türen und Toren im Markt zu verbessern. Leider gibt es im Markt noch zu viele ungewartete Tore, aufgrund uneinheitlicher rechtlicher und normativer Rahmenbedingungen.

In den verschiedenen Arbeitsgruppen des E.D.S.F. wird an den genannten Themen gearbeitet, um Leitlinien bzw. Hilfen für die nationale Umsetzung zu geben.

Baustoff-Partner: Welche Rolle spielen Automatisierung und Standardisierung für die Energieeinsparung?

Grabitz: Die Rolle der Automatisierung von Toren wurde leider bisher nur sekundär, u.a. von Green Building-Zertifizierern (DGNB, LEED, etc.) betrachtet. Dass eine Automatisierung einen natürlichen Komfortgewinn bedingt, ist bekannt, dass aber durch die Automatisierung riesige Energieeinsparpotenziale generiert werden können, ist vielfach unbekannt. Gerade mit Hilfe des E.D.S.F.-Door-Energie-Calculators werden die komplexen Zusammenhänge der Energieeinsparung vereinfacht dargestellt.

Baustoff-Partner: Inwieweit ist Barrierefreiheit ein Thema für die Mitgliedsunternehmen?

Grabitz: In unseren nationalen Fachverbänden wurde das Thema Barrierefreies Bauen mit automatisierten Türen früh aufgegriffen. Der demographische Wandel sowie die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention lässt dieses Thema nun zu einem Kernthema der Tür-/Tor-Branche werden. Durch gezielte Fachinformationen an Architekten, Planer und Bauunternehmer von Seiten der Mitgliedsunternehmen aber auch der Verbände, werden Vorteile durch automatisierte Türen und Tore im Rahmen des barrierefreien Bauens herausgestellt. Somit sollen wesentliche Grundlagen direkt im Planungsprozess berücksichtigt sowie Möglichkeiten der Nachrüstung aufgezeigt werden.

Baustoff-Partner: Wie beurteilen Sie die derzeitige Stimmung innerhalb der Branche?

Grabitz: Die Stimmung in der Branche ist gut, zumal die Fachmesse R+T mit vielen Neuheiten den positiven Trend weiter unterstützen konnte. Rückblickend sind viele Unternehmen gestärkt aus der »Krise« gegangen und nutzten die Messe, um ihrem Fachpublikum die Trends der Branche aufzuzeigen.

Baustoff-Partner: Wie lautet Ihre Prognose für das laufende Jahr?

Grabitz: Trotz einiger Herausforderungen im Markt, wie z.B. das Auslaufen der Konjunkturprogramme oder sich verändernde Marktstrukturen, hat die Branche ein gutes Ergebnis 2011 erzielen können.

Die nationalen Mitgliedsunternehmen sind gut aufgestellt. Aufgrund der guten Auftragslage sowie des milden Winterns, sind die deutschen Hersteller gut ins neue Jahr gestartet. Kurzfristig sieht die Prognose für 2012 gut aus – jedoch ist man mittelfristig aufgrund der sich möglicherweise schnell wechselnden Marktlage nur positiv zurückhaltend.

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