Das Dach

Phönix aus der Asche

Der Vogel Phönix, so erzählt die Sage, verbrennt und entsteigt der Asche stets verjüngt und in alter Schönheit. So ähnlich ist es auch der St. Leonhardskirche in St. Gallen ergangen. 1887 erbaut, 1931 innen renoviert, 2004 verkauft, 2007 abgebrannt, 2010 in »alter« Schönheit wieder zu neuem Leben erwacht. Und dank glasierter Biberschwanzziegel aus dem Hause Creaton auch so farbenprächtig wie am ersten Tag.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten brach am 20. Dezember 2007 ein Feuer aus. Der Dachstuhl verbrannte komplett und das Löschwasser sorgte für zusätzliche Schäden. Nur der Kirchturm konnte gerettet werden. Um nicht auch noch Regenschäden in Kauf nehmen zu müssen, verschwand die Kirchenruine unter einem Notdach, und das Fassadengerüst wurde mit Planen verhängt. Lange Zeit schien nichts zu passieren. Drei Jahre später entstieg die Kirche wie Phönix aus der Asche in alter Farbenpracht den Planen. Die strahlend helle Kalksteinfassade war per Sandstrahlung in ihren Ursprungszustand versetzt worden, das Dach war wieder so farbenfroh in Braun, Gelb und Grün wie am ersten Tag, und das Kupfer der Kehlbleche glänzte rotgold in der Sonne.

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Bilder © Creaton

Für die Dachdecker- und Spenglerarbeiten waren die Dachdecker der ortsansässigen Grob AG verantwortlich. Sie rekonstruierten nach alten Fotos und Plänen das originale Verlegemuster und fanden in Creaton den Partner, der die gewünschten Farben alle im Sortiment hat. Denn der Hersteller zeichnet sich nicht nur durch ein außerordentlich breites Sortiment an Tondachziegelmodellen, Oberflächen und Schnittformen aus, sondern auch durch seine besondere Farbkompetenz. So gibt es zum Beispiel die farbig glasierten Biberschwanzziegel der exklusiven Glasuren-Collection »Noblesse« schon standardmäßig in 60 Farbtönen. Dazu kommen die Farbtöne der Glasurenserie »Finesse« sowie die der Engoben-Collection »Nuance«, die mit ihren 18 gedeckten, warmen Farben aus der Natur besonders gut geeignet ist, die vieltönige Farbigkeit historischer Dächer abzubilden. Und wenn selbst diese Vielfalt nicht ausreicht, um einen bestimmten Farbton etwa nach denkmalpflegerischem Befund abzudecken, liefert Creaton auf Wunsch auch die benötigte Sonderanfertigung. In St. Gallen kamen drei Farben zum Einsatz_ »Finesse« braun als Grundfarbe, »Finesse« grün sowie »Noblesse« Juni 2 (gelb) als Akzentfarben für die geometrischen und floralen Muster. 380 Firstziegel »Noblesse« Juni 2 für den First und die Grate gliedern optisch die Dachflächen.

Nachdem der Dachstock wieder aufgebaut war, verlegten die Dachdecker die Unterdachbahn, montierten die Lattung und verlegten insgesamt rund 32 000 Biberschwanzziegel des Typs »Ambiente« im Sechseckschnitt, pro Quadratmeter im Schnitt 36 Stück.

Die Wabenstruktur, die sich bei dieser Schnittform als Verlegemuster ergibt, ist günstig für die Dachgestaltung mit farbigen Ziegeln. An der Traufe verlegten sie verkürzte Traufziegel im Geradschnitt. An den Anschlüssen an die Kehlen sowie zum Querschiffgiebel und zur Turmwand setzten die Handwerker in jeder zweiten Reihe Dreiviertelziegel. Auf diese Weise wird der Verschnitt vermieden, die Ortgänge sehen sauber aus, und es entsteht kein Ziegelbruch.

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