PCI Augsburg GmbH Fliesenleger-Nachwuchs zeigt seine Qualitäten

Der fünfte PCI-Alpencup fand diesmal im Ausbildungszentrum ABZ der Bauinnung in Augsburg statt. Gastgeber Sika Deutschland hatte den Wettbewerb in enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Union Nationaler Fliesenfachverbände (EUF) ausgerichtet. 14 Nachwuchshandwerker aus sieben Ländern gingen vom 25. bis zum 26. Juni ins Rennen um den Sieg. Wir sprachen in einer Wettkampfpause mit dem deutschen Duo Luis Brauner und Lukas Blos, die am Ende den dritten Platz belegten.

Lesedauer: min | Bildquelle: PCI Augsburg
Von: Peter Lang

Der PCI-Alpencup ist ein internationaler Leistungswettbewerb des Fliesenlegerhandwerks, veranstaltet in enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Union Nationaler Fliesenfachverbände (EUF). Im Rahmen der Nachwuchsförderung 2021 als neues Format eingeführt, hat sich der Fliesenlegerwettkampf mittlerweile zu einem zugkräftigen und attraktiven Event entwickelt. In diesem Jahr nahmen sieben Länder mit insgesamt 14 jungen Handwerkern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie aus Dänemark, Frankreich, Schweden und Tschechien teil.

Beim fünften PCI-Alpencup erzielte das Team Frankreich mit dem 21-jährigen Nathanael Ball und Samuel Retiere (23) mit einer starken Leistung den ersten Platz. Das Schweizer Team, dieses Jahr mit Noah Hess und Tobias Liechti, gewann wie schon 2024 Silber; der dritte Platz ging an das Team »Lulu« – Luis Brauner (22) und Lukas Blos (19) aus Deutschland.

Wie bei den bisherigen Veranstaltungen musste jedes Zweierteam gemeinsam eine Aufgabe in einem vorgegebenen Zeitfenster fertigstellen. Diese orientiert sich am Niveau der Berufs-Weltmeisterschaften (WorldSkills) bzw. Europameisterschaften (EuroSkills). Jeweils ein teilnehmendes Land ist bei der Aufgabenstellung federführend und stellt den Juryvorsitzenden. 2026 übernahm erneut die Schweiz Juryvorsitz und Aufgabenentwicklung. »Es musste eine Badewanne erstellt werden, mit einer erhöhten Sitz- und Liegefläche, die Fliesen im Format von 60 mal 120 Zentimetern zugeschnitten«, erklärt Andreas Beyer, der als Teamchef der Fliesen-Nationalmannschaft das deutsche Team in Augsburg betreute.  

Deutsches Duo mit Maßarbeit

Mit Luis Brauner aus dem Münsterland und Lukas Blos aus Ingelheim bei Mainz traten zwei der aktuell drei besten deutschen Fliesenlegergesellen in Augsburg an. Beide sind Mitglieder der Fliesenleger-Nationalmannschaft und hatten sich bei den GermanSkills 2026 für den PCI-Alpencup qualifiziert. Luis Brauner hatte sich schon als Sieger der GermanSkills 2025 für die EuroSkills 2025 in Dänemark qualifiziert, wo er einen guten fünften Platz belegte. Lukas Blos, der im elterlichen Fliesenfachbetrieb Steven Blos in Ingelheim arbeitet, konnte sich im letzten Jahr bei den Deutschen Meisterschaften im Bauhandwerk bei den Fliesenlegern durchsetzen und damit für das Nationalteam qualifizieren.

»Das Schöne als Fliesenleger ist, dass man nicht immer dasselbe macht. Mal macht man ein Badezimmer, dann einen Fliesenspiegel, das nächste Mal einen Küchenboden, es wird nicht langweilig«, hebt Luis Brauner die Vorzüge des Berufs hervor. Aber es gibt auch Sachen, die weniger Spaß machen, wie »Silikonfugen auswechseln«. Lukas Blos fügt schmunzelnd hinzu: »1,20 mal 1,20 m in zwei Zentimeter zu verlegen, macht auch keinen Spaß.«

Die Aufgabe beim PCI-Alpencup dagegen hatte es in sich. »Man muss auf viele Details achten, die Maße müssen alle passen. Dazu kommt der zeitliche Aspekt, dass wir in zwölf Stunden fertig sein müssen«, betont Luis Brauner in der letzten Pause, zwei Stunden vor Ende des Wettbewerbs. »Wir werden bis zur letzten Minute beschäftigt sein. Es bringt ja nichts, zwei Stunden früher fertig zu sein und ein schlechtes Werkstück abzugeben.«


»Im Normalfall würde man für so ein Objekt bei einem Kunden deutlich mehr Zeit benötigen, aber dann wäre die Badewanne fast unbezahlbar«, ergänzt Lukas Blos. Als einziges Team setzten die beiden Deutschen auf eine andere Taktik bei der Bewerkstelligung der Aufgabe. Anstelle einer Vlies-Butyl-Bahnabdichtung nutzten sie eine mineralische Dichtschlämme. Die Oberfläche sei dadurch gleichmäßig und vor allem rauer geworden. Lukas Blos erklärt, dass diese Methode, die der strengen Norm für Swimmingpools entspricht, für eine gleichmäßig raue Oberfläche und somit für besseren Kontakt sorgte.

Nächster PCI-Alpencup in zwei Jahren

Neben der Sika-Tochter PCI Augsburg wird der Alpencup von namhaften Firmen unterstützt. Vor Ort präsentierten sich neben Collomix (Rührgeräte) auch die Firmen Karl Dahm (Werkzeuge für Fliesenleger) und Blanke (Systemlösungen für Fliesen). In diesem Jahr findet in Shanghai noch die Berufs-WM WorldSkills statt. Bei den Fliesenlegern wird Niko Schleicher aus dem Saarland die deutschen Farben vertreten. Er hatte sich nach vier harten Wettkämpfen bei den GermanSkills knapp gegen Luis Brauner durchgesetzt. Im kommenden Jahr können sich die besten deutschen Fliesenlegergesellen für die EuroSkills 2027 in Düsseldorf qualifizieren. Der nächste PCI-Alpencup findet dann im Jahr 2028 statt.  

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