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November 2013

Messe mit Aussicht


»2013 war ein eigenartiges Jahr.« So fasste vor kurzem der Vorstandsvorsitzende eines führenden Systemanbieters für Bodenlösungen anlässlich des jährlichen Pressemeetings in Köln den Verlauf der zurückliegenden zehn Monate zusammen.

Das sich dem Ende neigende Jahr war demzufolge ein Jahr voller Schwankungen_ Die gewohnte Euphorie auf der Leitmesse BAU in München im Januar erhielt noch während der Veranstaltung einen jähen Dämpfer durch den mit aller Macht hereinbrechenden Winter. An das Verkehrschaos rund um die bajuwarische Metropole an jenen Tagen können wir uns noch allzu gut erinnern. Bescheiden gab sich die Stimmung am Bau im März und April, im Juni und Juli indes liefen die Geschäfte flott, bevor dann im August urplötzlich ein Sommerloch ausgemacht wurde. Der September und Oktober präsentierten sich wiederum recht ordentlich, sodass eine große europäische Baustoff-Handelskooperation den Herbst gar als einen »goldenen« apostrophierte.

Zwar beginnt das kommende Jahr nicht mit einem Getöse, wie es der BAU im Zwei-Jahres-Rhythmus zu eigen ist. Dennoch werden die Unternehmen auch 2014 auf die anstehenden Messen als Schrittmacher setzen. So haben die Zimmerer, Dachdecker, Bauklempner, Architekten und Planer bereits im Februar ein gemeinsames Ziel_ denn im Schatten des Kölner Doms werden auf der DACH+HOLZ zahlreiche namhafte in- und ausländische Aussteller ihre Neuentwicklungen aus den Bereichen Holzbau, Dach, Fassade, Metallbearbeitung, Klempnertechnik und Ausbau vorstellen.

Auf welchen Ständen die Aussteller zu finden sein werden, und was sie im Gepäck haben, davon erhalten Sie bereits heute einen kleinen Vorgeschmack in unserem Top-Thema »Das Dach – Aufbau, Dämmung, Deckung«. Das Wetter spielte auch in den Ausführungen des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks anlässlich der Vorpressekonferenz der DACH+HOLZ eine bestimmende Rolle. Wie ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider ausführte, hat die wirtschaftliche Entwicklung im Dachdeckerhandwerk witterungsbedingt in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres einen starken saisonalen Dämpfer erhalten.

Vor dem Hintergrund einer prognostizierten verbesserten allgemeinen Wirtschaftsentwicklung könne man allerdings für den Rest des Jahres zuversichtlich sein. Aufgrund bereits zum dritten Mal in Folge gestiegener Zahlen bei den Wohnungsbaugenehmigungen und robusten Bauinvestitionen, sieht der Zentralverband nach einem relativ deutlichen Umsatzrückgang im Jahr 2012 wieder Potenzial für ein moderates Wachstum in diesem Jahr.

Das deutsche Dachdeckerhandwerk umfasst rund 15 400 Betriebe mit 94 000 Mitarbeitern und erwirtschaftete in 2012 einen Gesamtumsatz von 8,4 Mrd. €. Zurzeit bildet das Dachdeckerhandwerk 8 400 Lehrlinge aus, rund 500 junge Leute erhalten pro Jahr ihren Meisterbrief. Treibende Kraft für das Dachdeckerhandwerk waren und sind die privaten Auftraggeber – vor allem vor dem Hintergrund der Eurokrise. Das Fehlen attraktiver Anlagemöglichkeiten, niedrige Zinsen auf Spareinlagen bei gleichzeitig niedrigen Bauzinsen veranlassen viele Anleger in privates Wohneigentum zu investieren. Eigentümer nutzen ihr Erspartes, um die Energie-Effizienz ihres Gebäudes, beispielweise durch Dämm-Maßnahmen zu verbessern, es wird mehr saniert und weniger repariert. Diese Entwicklung sei auch an den Auftragsbeständen abzulesen, heißt es.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass wir im ersten Quartal 2014 nicht allzu viel übers Wetter reden müssen und freuen uns auf ein erfolgreiches Branchenereignis mit spektakulärer »Aussich op d’r Dom«, wie es die Kölner Kult-Band Bläck Fööss in einem ihrer Songs vor Jahren zum Ausdruck brachte.

Eine informative Lektüre wünscht Ihnen
Gerd Rottstegge

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