Themenübersicht Mauerwerk & Beton

Neubau: Lückenschluss mit Poroton-WDF-Außendämmung

Der sechsgeschossige Neubau mit Keller an Münchens verkehrsreicher Lindwurmstraße beherbergt nach zweijähriger Bauphase sechs Wohn- und drei Gewerbeeinheiten. Mit dem Neubau wird eine provisorische, nur zweigeschossige Bebauung ersetzt und damit eine weitere Nachkriegslücke im Straßenzug geschlossen. Die Außenwandkonstruktion bereitete den Planern einiges Kopfzerbrechen. Mit einer Stahlbetonkonstruktion plus vorgemauerter Ziegelschale aus Poroton-WDF gelang es ihnen, alle Erfordernisse an den anspruchsvollen Neubau zu vereinen.

Mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs geht es auch in München immer noch darum, die stellenweise noch sichtbaren architektonischen Spätfolgen der Zerstörung und des provisorischen Wiederaufbaus zu beseitigen, um das Stadtbild aufzuwerten. Bei dem ständig wachsenden Druck auf den Wohnungsmarkt, der in München besonders gravierend ist, geraten solche kriegsbedingten Baulücken, in denen neuer Wohn- und auch Arbeitsraum entstehen kann, stark in den Fokus. Mit dem Neubau an der Lindwurmstraße konnte nun eine der noch verbliebenen Nachkriegs-Baulücken geschlossen werden und gleichzeitig zusätzliche Fläche für Wohnen und Arbeiten in einer zentralen, sehr urbanen Lage geschaffen werden.

Anspruchsvolle Anforderungen an Planer
Für das von der Eigentümerin beauftragte Büro Schmidt Heinz Pflüger Partner Architekten aus Moosburg (Bayern) waren die schwierige, beengte Baustelleneinrichtung und der Lückenschluss, bei dem an die flankierenden Bestandsgebäude angegliedert werden musste, eine besondere Herausforderung. Hinzu kam, dass bei der Neubebauung des 570 m2 großen Grundstücks zwar der zweigeschossige Nachkriegsbau abgerissen werden durfte, nicht aber der Bestandskeller des im Krieg zerstörten Vorgängerbaus. Dieser teilweise mit gemauerten Kappendecken sowie Tonnengewölben ausgestattete Keller konnte aufgrund seiner Ausführung hauptsächlich nur an den Außenwänden die Lasten eines Neubaus abtragen.
Hinzu kamen als weitere Herausforderung die strikten Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) mit den damit verbundenen Anforderungen an eine wärmedämmende Außenwandkonstruktion.

Neubau mit kluger Außenhaut: Stahlbeton plus WDF
Die Architekten fanden schließlich die Lösung, die allen Erfordernissen in statischer, thermischer, wirtschaftlicher und auch ökologischer Hinsicht gerecht wurde_ eine Ausführung der Tragstruktur in Stahlbeton mit einer vorgemauerten Wärmedämmfassade Poroton-WDF von Schlagmann Poroton.
Die Stahlbetonkonstruktion in einer Stärke von 25 cm erhielt laut Hersteller mit der Vorsatzschale aus Poroton-WDF in 18 cm einen hohen Wärmeschutz und zugleich eine werthaltige Fassade mit der Lebensdauer einer massiven Konstruktion. Denn der Neubau aus Stahlbeton musste optimal gedämmt werden, um die schlechteren Wärmedämm-Eigenschaften von Beton auszugleichen und damit den energetischen Anforderungen insgesamt gerecht zu werden. Damit entstand zudem eine homogene Gebäudehülle mit einheitlichem Putzgrund, die das Gebäude vor hoher mechanischer sowie natürlich-biologischer Beanspruchung auf nachhaltig ökologische Weise schützt.

Wohnen zum Innenhof
Mit dem Abriss des zweigeschossigen Ersatzbaus fiel der Startschuss für das Bauvorhaben. In Schritt zwei wurde dann der zu erhaltende Bestandskeller saniert. Auf diesem wurden die insgesamt sechs neuen Geschosse errichtet, die über ein hofseitiges Treppenhaus mit Lift erschlossen werden. Auf Straßenebene befindet sich eine Gewerbeeinheit, in der ersten Etage zwei weitere, großzügige Gewerbeeinheiten mit einer Fläche von insgesamt fast 290 m2. Die 623 m2 Wohnfläche, verteilt auf insgesamt sechs Wohnungen, sind in den verbliebenen vier oberen Ebenen untergebracht.
Dank der laut Schlagmann klug überlegten Wandkonstruktion liegt der Energiestandard weit unter den Vorgaben der EnEV 2009. Der Energiebedarf der Gewerbeeinheit im Erdgeschoss weist 41 % weniger als erforderlich aus, bei den Wohneinheiten wurde sogar ein Energiebedarf um weniger als die Hälfte (54 %) erreicht. Dazu trägt neben der hochwärmedämmenden Gebäudehülle sicherlich auch die moderne Haustechnik aus Gasbrennwertkessel und Solarthermieanlage auf dem Dach bei.
Das Gebäude genügt jetzt den anspruchsvollen Kriterien wie Einhaltung städtebaulicher Qualität, Einfügung in die Umgebung, architektonische Qualität sowie Gestaltungs- und Freiraumplanung, Einhaltung planungsrechtlicher Rahmenbedingungen, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit sowie Energieeffizienz. Einen wesentlichen Beitrag leistet dazu laut Hersteller die optimale Kombination der eingesetzten Bau­stoffe, denn die Anforderungen an eine Gebäudehülle eines Neubaus gehören zu den anspruchsvollsten planerischen Herausforderungen.

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