Das Dach

Moderner Stadtgarten_ »Le Cordon Bleu« in Paris hat schmackhaftes und lehrreiches Dach

»Le Cordon Bleu« heißt die renommierte internationale Kochschule, deren neues Hauptquartier im Juni 2016 in Paris öffnete und einen besonders wertvollen Schatz bietet_ ein 1 011 m² großer Dachgarten lässt Heimisches und Exotisches an Obst, Gemüse und Kräutern in Fülle wachsen. Der Garten liefert Schmackhaftes für die Küche und ist gleichzeitig Teil des Bildungsprogramms von »Le Cordon Bleu«. Zudem beheimatet das Dach vier Bienenvölker und ein Insektenhotel.

Laut Hersteller ZinCo ist das Projekt ein wundervolles Beispiel für Urban Farming, also Landwirtschaft im städtischen Umfeld, denn Dächer können mit der passenden Dachbegrünung des Nürtinger Herstellers hervorragend als Anbaufläche genutzt werden.
Das traditionsreiche »Le Cordon Bleu« bildet weltweit jedes jahr mehr als 20 000 Studenten im Bereich Kochen und Hotelmanagement auf höchstem Niveau aus. Am Standort Paris hat die Einrichtung nun einen neuen Campus im 15ten Arondissement bezogen, neben dem Einkaufszentrum Beaugrenelle in der Nähe des Eiffelturms.
Das spektakuläre, vierstöckige Gebäude aus Glas und Aluminium wurde vom Architekturbüro Didier Primard entworfen und entspricht den neuesten Umweltstandards. Wesentlicher Bestandteil ist die Nutzung des Daches für Anbau und Ernte von Nutzpflanzen sowie als Bildungs- und Freiraum für die Menschen. Die Dachbegrünung wurde im Mai und Juni 2016 von dem erfahrenen ZinCo-Partner in Frankreich, Ecovegetal aus Broué, ausgeführt.

Dachbegrünung muss passen

ZinCo verspricht mit seinem Systemaufbau »Dachgarten« für Urban Farming genau die richtige Technik für die dauerhafte Etablierung der gewünschten Nutzpflanzen auf dem Standort Dach.
Der Ausführungsbetrieb Ecovegetal begann die Dachbegrünungsarbeiten auf dem 0°-Betondach, das bereits eine wurzelfeste Dachabdichtung aufwies. Erste Lage im System­aufbau ist die mechanisch hoch belastbare und spatenfeste Isolierschutzmatte »ISM 50«, die in 2-m-Bahnen vollflächig verlegt wurde. Mit 4 l/m² ist sie unter den Schutz- und Speichermatten besonders retentionsstark.
Auf der gesamten Dachfläche von 1 011 m² wurden insgesamt 52 Pflanzbeete in parallelen Reihen linear angeordnet. Die rechteckigen Einfassungen aus korrosionsfestem Metall, die später mit Holzdielen verkleidet wurden, sind etwa 25 bis 35 cm hoch, etwa 5 Meter lang und 1 m breit und damit für ihre Bewirtschaftung sehr gut zugänglich. Infolge dieser geometrischen Anordnung ergibt sich ganz automatisch ein lineares Netz an Gehwegen. Die unterschiedlich genutzten Flächen erfordern auch verschiedene Drän- und Wasserspeicherelemente im weiteren Begrünungsaufbau.

Beste Wasserversorgung
Für den erfolgreichen Anbau von Nutzpflanzen kommt es besonders auf eine kontinuierliche und bedarfsgerechte Wasserversorgung an, unabhängig von natürlichen Niederschlägen und auftretenden Trockenperioden. Das Drän- und Wasserspeicherelement »Aquatec AT 45« bietet laut Hersteller die Basis für eine effiziente und kostengünstige Bewässerung. Das Grundprinzip beruht hier auf der Verteilung und Bevorratung von Wasser in den Mulden der »Aquatec«-Elemente, diese allein erreicht eine Größenordnung von rund 17 l/m².
Falls Niederschläge ausbleiben, speisen Tropfschläuche die Wasserbevorratung.
Diese Tropfschläuche sind in die Elemente eingeclipst und an eine automatische Steuerungstechnik angeschlossen. Entscheidend ist nun das über den »Aquatec«-Elementen liegende Dochtvlies »DV 40«, dessen Dochte das Wasser kapillar nach oben transportieren und so dem Substrat direkt im Wurzelraum zur Verfügung stellen. Daher genügen 50 % der Wasserzufuhr im Vergleich zu einer herkömmlichen Bewässerung von oben durch Rasensprenger, bei der zudem unnötig Wasser an der Oberfläche verdunstet. Und im Gegensatz zu einer sonst üblichen Tröpfchenbewässerung sind erheblich weniger Schläuche nötig, da die Wasserverteilung über die Fläche der Aquatec®-Elemente realisiert wird. Dieses System der Kapillarbewässerung ist daher extrem wassersparend und Pierre Georgel, Firmenchef von Egovegetal, ist sich sicher_ »Dieses System ist die Zukunft in Sachen Bewässerung.«

Statik zu beachten

Die Statik des Gebäudes erlaubt ein zulässiges Gesamtgewicht der Begrünung im wassergesättigten Zustand von maximal 250 kg/m². Gezielt für dieses Urban Farming-Dach hat Egovegetal daher ein spezielles Substrat entwickelt, welches besonders leicht ist.
Insgesamt 101 m³ Substrat wurden mit Hilfe des betriebseigenen Silozugs auf das Dach geblasen und dort auf dem Dochtvlies verteilt, das die Dränschicht zwischen den Pflanzbeeten gegenüber der Substratschicht abgrenzt. In den Pflanzbeeten liegt die Substrathöhe bei rund 23 cm.

Auf Rasen gehen
Rund 8 cm Schütthöhe waren es in den Flächen rings um die Pflanzbeete, die allesamt als Gehwege genutzt werden. Auf die bereits vollflächig verlegte Isolierschutzmatte »ISM 50« schloss sich hier das Drän- und Wasserspeicherelement »Floradrain FD 40« im ZinCo-Systemaufbau »Dachgarten« an sowie das passende Systemfilter »PV« und die besagten 8 cm Substrat. Darauf folgten die vorkultivierten Rasengitterelemente »EcoRasen«, die zusätzlich an die 5 cm Substrat für die Vegetation beinhalten. Auf diese Weise waren laut Hersteller die 597 m² Gehwegflächen im Nu mit Rasen begrünt.

Heimisches und Exotisches

Die Pflanzenvielfalt auf dem Urban-Farming-Dach ist immens_ Insgesamt 1 534 Kräuter- und Gewürzpflanzen und 1 026 Obst- und Gemüse-Pflanzen wurden in die Pflanzbeete eingebracht. In größeren Trögen wachsen Apfel und Birne als Spalierobst. Die Honigpflanzen locken Bestäuber an, denn insgesamt vier Bienenvölker und ein Insektenhotel sind ebenfalls auf dem Dach zu Hause. Unerwünschte Gäste wie Tauben hält man hingegen mit Schutznetzen fern. Kompostierbare Abfälle aus Garten und Küche werden vor Ort gesammelt genauso wie Regenwasser. An die Zisterne schließt eine Gartenpumpe an, so dass die Ernte direkt auf dem Dach gewaschen werden kann.

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