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Mehr als 250 Teilnehmer auf Beton-Forum

„Wir leben in einer Welt mit stetig steigenden Ansprüchen an nachhaltige

Lebensqualität und Mobilität für immer mehr Menschen.“ Unter diesen Vorzeichen widmete sich das Holcim Beton-Forum, die Veranstaltung rund um den Baustoff Beton, in diesem Jahr den zunehmend komplexen und anspruchsvollen Bauaufgaben.

Das 7. Holcim Beton-Forum fand am 5. November in Wolfsburg statt und erreichte aufgrund der wieder einmal mit profilierten Rednern besetzten Referentenliste über 250 Besucher. Architekten, Planer und Bauunternehmer berichteten über außergewöhnliche Projekte und ihre Realisierung. Sie zeigten auf, welche Möglichkeiten der Baustoff Beton heute und zukünftig im Hinblick auf Funktionalität und Ästhetik bietet.

Vorstandsvorsitzender Leo Mittelholzer warf die Frage auf, warum der Baustoff Beton unter den eingangs dargelegten Vorzeichen immer komplexeren Bauaufgaben gerecht werden muss und welche Folgen dies für die Baupraxis hat. Die Referate widmeten sich städtebaulichen Themen von ganz unterschiedlichen Seiten aus. So legte die Stadtbaurätin Wolfsburgs, Monika Thomas, Aspekte der Stadtentwicklung und Architektur in Wolfsburg seit 1938 dar. Sie zeigte auf, dass die positive Entwicklung einer jungen, schnell wachsenden Stadt durch die kluge Wahl herausragender Bauwerke beeinflusst werden kann, wobei auch die Wahl der Baustoffe eine maßgebliche Rolle für die Akzeptanz von Bauwerken spielt.

Städtebauliche Aspekte waren auch für Holger Grimm von der Putzmeister Concrete Pumps GmbH der Einstieg in sein Referat, mit dem er einen Einblick in spannende Bauaufgaben gab. Befeuert durch den Wirtschaftsboom im arabischen Raum wurde der Bau des höchsten Gebäudes der Welt, des Burij Khalifa, auf den Weg gebracht. Anhand der betontechnologischen Aufgaben zeigte der Referent nachvollziehbar, wie baupraktische Herausforderungen in diesem in vielerlei Hinsicht extremen Bauvorhaben erst entstanden und durch die Kombination von Hochtechnologie, Ingenieurskunst und Pragmatismus bewältigt werden konnten.Danach referierte Prof. Dr.-Ing. Werner Sobek, Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren an der Universität Stuttgart, über Zukunftsperspektiven für das Bauen mit Beton. Prof. Sobek ist Inhaber der Firmengruppe Werner Sobek, die weltweit Niederlassungen unterhält. Als Mitglied der Jury der Holcim Awards for Sustainable Construction ist er besonders sensibilisiert für Fragen zur Zukunftsfähigkeit unterschiedlicher Baustoffe, was er stichhaltig aufzeigen konnte. Er ist darüber hinaus auch einer der Gründer der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB, deren Präsident er von 2008 bis 2010 war. Prof. Sobek führte präzise auf, wie sich der Megatrend Nachhaltigkeit im Bauwesen auswirken wird_ Eine Reduzierung des Einsatzes von Baustoffen durch immer kompliziertere Statiken wird eine Folge sein. Eine wesentliche Erhöhung der Effektivität des Einsatzes von Baustoffen durch Einsparungen von Material und sogenannter Grauer Energie, aber auch Ansätze, wie zum Beispiel das Recycling ganzer Bauwerke, wird auf uns zukommen.

Im nächste Vortragsblock folgten Berichte über konkrete, bereits realisierte und sehr komplexe Bauvorhaben. Betontechnologische Herausforderungen und deren Lösungen beim Bau des Gotthard-Basistunnels zeigte Andreas Schaab von der Hochtief Solutions AG. Die enormen Kräfte, die in einem Berg auf das Material wirken, und die anspruchsvolle Logistik beim Tunnelbau waren seine Themen und sorgten immer wieder für Staunen auf Seiten der Zuhörer. Auch der nächste Beitrag behandelte die Bahninfrastruktur im ganz großen Maßstab: Thorsten Betz vom Bauunternehmen Max Bögl sprach über „High Speed auf der Bahnstrecke Bejing-Shanghai“. Brücken von mehr als 150 Kilometern Länge und Bahntrassen von zweitausend und mehr Kilometer Länge, die innerhalb weniger Jahre Bauzeit mit Betonfertigteilen erstellt wurden, waren sein Thema. Wie diese Herausforderungen an Material, Mensch und Logistik gemeistert wurden, konnte er eindrucksvoll darlegen.

Zum Abschluss der Fachvorträge wurde der Bogen von der Baupraxis wieder zurück zum Veranstaltungsort gespannt, indem Dr. Wolfgang Guthardt, Direktor des phaeno, durch Höhen und Tiefen bei Ausschreibung, Vergabe, Planung, Bau und Nutzung des Wissenschaftsmuseums führte. Doch nicht nur mit Superlativen aus der Berichterstattung über die mittlerweile weltweit bekannte Bauskulptur, sondern auch mit heißen und kalten Extremen aus der Welt der Wissenschaftsexperimente konnten Dr. Guthardt und sein Team auftrumpfen. Denn abschließend wurden mit einem Feuertornado und in flüssigem Stickstoff schrumpfenden Luftballons zwei Experimente vorgeführt, die Lust auf das Erkunden der Versuchsstationen machen sollten und auch zum geselligen Teil des Abends mit Buffet auf der Ausstellungsgebene des phaeno überleiteten.

Auch im nächsten Jahr lädt Holcim wieder zum Beton-Forum ein. Es findet am 4. November 2013 unter dem Motto „Beton und Kulturbau“ in Hannover statt.

 

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