Im Blickpunkt

Kundengerechte Lösungen und Internationalisierung

Die Novoferm Group ist einer der führenden europäischen Systemanbieter für Türen, Tore, Zargen und Antriebe. Die seit 2003 zur weltweit agierenden Sanwa Holdings Corporation mit Sitz in Japan gehörende Unternehmensgruppe beschäftigt über 2000 Mitarbeiter und bietet ein großes Produkt- und Leistungsspek- trum für den privaten, gewerblichen und industriellen Einsatz.

Novoferm produziert an verschiedenen internationalen Standorten und ist durch sein flächendeckendes Vertriebsnetz in ganz Europa präsent. Auf der BAU beantwortete Norbert Dyx, Geschäftsführer der Novoferm Vertriebs GmbH, die Fragen der Redaktion. Zwei der herausragenden Themen werden künftig noch kundengerechtere Lösungen und die weiter voranschreitende Internationalisierung der Märkte sein.

Baustoff-Partner: 2012 zeigte sich die Baukonjunktur recht dynamisch. Für das Gesamtjahresergebnis sind die Hersteller optimistisch und zwei Drittel der Firmen erwarten Umsatzsteigerungen. Herr Dyx, wie beurteilen Sie für Novoferm das Jahr 2012? In welchen Geschäftsbereichen war die Entwicklung besonders erfolgreich?

Norbert Dyx_ 2012 war für uns ein sehr erfreuliches Jahr mit einer guten Entwicklung. Die von uns vor drei Jahren begonnene neue Vertriebsorganisation trägt jetzt ihre Früchte. Wir haben uns neu aufgestellt und unsere veränderte Zielorientierung hat sich ausgezahlt. Auch haben wir sukzessive neue Produkte in den Markt gebracht. Im privaten Sektor ist uns dabei die Flucht in die Sachwerte – Stichwort »Betongold« – sehr entgegengekommen. Die Endkunden investierten hier insbesondere in Komfortsteigerungen, beispielsweise die Ausrüstung der Garagentore mit hoch effizienten, elektrischen Antrieben. Neben dem Privatgeschäft, speziell bei den Garagentoren, war vor allem der Geschäftsbereich »Brandschutz« mit dem Produktsegment Rohrrahmentüren eine wesentliche Stütze der positiven Entwicklung, insbesondere mit dem eigenen Aluminium-Profilsystem.
Auch im Objektbereich haben wir gut abgeschnitten. Dennoch spüren wir, dass der Markt hier angespannt ist, vor allem aufgrund der wirtschaftlichen Situation im Ausland.

Baustoff-Partner: Wie prognostizieren Sie die Marktentwicklung für 2013 und welche Einflussfaktoren werden sich auf die Geschäftsentwicklung auswirken?

Dyx: Aufgrund des noch immer niedrigen Zinsniveaus erwarten wir eine weiter anhaltende Investitionsneigung bei den Hausbesitzern. Und auch das Renovierungsgeschäft mit seinem hohen Marktpotenzial wird die Konjunktur in unserer Branche auf dem Binnenmarkt weiter tragen.
Anders stellt sich die Situation aber auf dem mindestens ebenso wichtigen Exportmarkt dar. Hier fällt es momentan sehr schwer, eine verlässliche Aussage zur allgemeinen Konjunkturentwicklung zu treffen.

Baustoff-Partner: Zur BAU hat sich Ihr Unternehmen explizit »international« aufgestellt; die Exponate spiegeln sowohl die regional-europäisch unterschiedlichen Marktbedürfnisse wie die Leistungsbreite der Novoferm-Gruppe wider. Inwieweit kann Novoferm aus dieser europäischen Ausrichtung Synergien für einzelne Märkte, beispielsweise den hoch regulierten deutschen Bau-Markt, entwickeln?

Dyx: Generell ist ja im Zuge der europäischen Harmonisierung auch in der Gebäudetechnik eine immer stärkere Internationalisierung zu beobachten. Das belegen nicht zuletzt die ebenfalls immer stärker angeglichenen Normen und Regelwerke. Uns kommt das sehr entgegen, denn wir sind durch unsere Gruppen-Struktur ohnehin schon europaweit aufgestellt – und können die daraus erwachsenden Synergien nun besser denn je nutzen. Das heißt, wir lösen die Kompetenzen in Entwicklung und Produktion, aber auch in der Vermarktung aus ihrer jeweiligen »nationalen Isolierung« und führen sie so zusammen, dass sich eine möglichst große Schnittmenge für den einen, den europäischen Markt mit seinen eigenen nationalen Kundenbedürfnissen ergibt.

Baustoff-Partner: Welchen Stellenwert hat die Systemkompetenz für Novoferm und welches Entwicklungspotenzial sehen Sie hier?

Dyx: Die Systemkompetenz »Brandschutz« hat für Novoferm einen ausgesprochen hohen Stellenwert. Wir sind produktseitig mit unseren vielfältigen und technisch-innovativen Lösungen sehr gut aufgestellt. Diese Einschätzung wird auch durch die Rückmeldung aus dem Markt bestätigt. Novoferm ist eine Qualitätsmarke im baulichen Brandschutz. Unsere Marktentwicklung ist sehr positiv.

Erkennbar ist, dass immer mehr kundenspezifische Lösungen das bisherige Massengeschäft ablösen werden. Hier können wir auf jeden Fall durch unsere hohe Entwicklungs- und Fertigungskompetenz punkten, durch die wir über den rein funktionalen Brandschutz hinaus entsprechend wertige Lösungen erarbeiten und anbieten können. Die in unterschiedlichsten Konfigurationen und Designs lieferbaren Stahl-Feuerschutztüren als solche sind schon ein gutes Beispiel dafür, ihre Adaption gezielt für den Trockenbau ein weiteres.
Und nicht zuletzt soll vor allem unser Kernkunde, der Verarbeiter, noch stärker von unseren Produktentwicklungen profitieren, in dem wir die Montage deutlich vereinfachen, sprich »schneller machen«. Außerdem liefern wir in immer höherem Maße »schöne Detaillösungen«.
Spannend bleibt der Markt in den kommenden Jahren außerdem durch das Zusammenwachsen Europas. Die erfolgreiche Ausrichtung des Produktportfolios auf die zunehmende europäische Harmonisierung der Prüf- und Zulassungsverfahren wird eine zentrale Aufgabe für uns sein. Hier werden wir unser europaweit vorhandenes Potenzial in Entwicklung und Produktion intensiv nutzen.

Baustoff-Partner: Neben den reinen Produktvorteilen spielen in der Kundenansprache übergeordnete Unternehmensziele wie Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle...

Dyx: Wir haben schon frühzeitig die gesamtgesellschaftliche Forderung nach nachhaltigen Produkten und Systemen erkannt und zu einem festen Bestandteil der Firmenphilosophie gemacht. Darüber hinaus fokussieren wir uns in der Weiterentwicklung unserer Produkte auf viele Systemdetails, die ebenfalls ressourcenschonend wirken. Dazu gehören zum Beispiel die »grünen Pakete« bei den Docking Solutions für industrielle Anwendungen.

Durch diese Pakete wird Energie eingespart, es werden Ressourcen geschont, die Umwelt entlastet und gleichzeitig die Arbeitssicherheit erhöht. Ökologie und Ökonomie stehen für uns also damit auch nicht in einem Gegensatz, sondern fordern und fördern sich gegenseitig.
Meilensteine für die nächsten Jahre sind daher zum einen die Weiterentwicklung solcher Ansätze; kreativ und in aller Konsequenz, über das gesamte Produktspektrum hinweg. Dazu passend_ die bereits erfolgte EPD-Zertifizierung unserer Standorte in Brackenheim und in Polen. Diese Zertifizierung wird jetzt auch für die übrigen Standorte angestrebt.

Baustoff-Partner: Die BAU erhebt den Anspruch, die Welt-Leitmesse der Branche zu sein. Welchen Stellenwert hat diese Messe für Ihr Unternehmen im Kommunikationsmix? Wo liegen die weiteren Schwerpunkte in der Kundenansprache?

Dyx: Die BAU ist für Novoferm die europäische Branchen-Leitmesse schlechthin. Das zeigen wir durch den 800 Quadratmeter großen, sehr großzügig angelegten Stand, auf dem sich auch unsere europäischen Töchter unter dem großen starken Markendach »Novoferm« entsprechend präsentieren können. Hier legen wir also im Grunde die Basis für die intensive Kommunikation mit unseren Kunden aus der Fachschiene in 2013.

Neu ist, dass wir uns in diesem Jahr auf der Messe erstmals stärker von der Anwendungsseite dargestellt haben und nicht wie früher von der Produktseite.
Das heißt, wir stellen die einzelnen Produkte in dem Ambiente aus, in dem sie ihre Verwendung finden. So haben wir unter anderem eine »Hotelwelt«, eine »Bürowelt« und eine »Industriewelt« dargestellt. In den folgenden Monaten werden wir unsere Kommunikation klar strukturiert weiter ausbauen, mit einer noch stärkeren Fokussierung auf die einzelnen Zielgruppen, mit umfangreichen Kundenbindungsmaßnahmen und nicht zuletzt mit Vermarktungsaktionen, mit denen wir die Aktivitäten unserer Marktpartner vor Ort zusätzlich unterstützen.
Ein weiterer Schwerpunkt wird darüber hinaus auf den elektronischen Medien und Kommunikationskanälen liegen_ Nach dem bereits eingeführten und sehr gut angenommenen Extranet für Architekten, Metallbauer und Endkunden bauen wir in 2013 beispielsweise unsere Präsenz auf YouTube aus und bringen das eMarketing weiter voran.

Gerd Rottstegge

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