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Kömmerling: Leichte und bruchfeste Verbundgläser mit »Liquid Composites«

Seit über 30 Jahren vertreibt die SK Scheidel Kunststoffe-Glas GmbH aus Villingendorf Gläser und selbst bearbeitete Kunststoffe. Fast ebenso lange suchte der Inhaber Eberhard Scheidel nach einer Fertigungstechnik für einen hochwertigen, transparenten Verbund aus Kunststoff und Glas. Unterstützt durch den Kleb- und Dichtstoffhersteller H.B. Fuller | Kömmerling konnte Scheidel jetzt mit den passenden Flüssiglaminaten seine eigene Produktion aufbauen.

Schon lange verfolgte Eberhard Scheidel das Ziel, seinen Kunden aus der Industrie, dem Maschinenbau und dem Baubereich neben Kunststoffen und Gläsern auch einen bruch- und schussfesten Verbundwerkstoff aus beiden Materialien anbieten zu können. Bisher wurde für solche Anwendungen ein flaches oder geformtes Standard-Polycarbonat geliefert. »Wir wollten stattdessen die Vorteile von Glas und Kunststoff kombinieren, um einen transparenten Verbund mit optimalen Eigenschaften auf den Markt zu bringen«, erklärt Firmeninhaber Scheidel.

System erfüllt Qualitätsansprüche

Allerdings stellte Scheidel hohe Ansprüche an die Produktqualität und fand selbst nach mehreren Anläufen keine zufriedenstellenden Produkte – bis der Kontakt zu H.B. Fuller | Kömmerling entstand. Der Kleb- und Dichtstoffhersteller ist ein Spezialist für »Liquid Composites« und legt großen Wert auf einen umfangreichen, qualifizierten Kundensupport. Daher verlieh das Unternehmen eine kleine Misch- und Dosieranlage an Scheidel und unterstützte in der Testphase zeitweise mit einem Anwendungstechniker vor Ort. Innerhalb kurzer Zeit konnten die Mitarbeiter optisch einwandfreie Verbundwerkstoffe aus Kunststoff und Glas mit Zwischenschichten aus Gießharz produzieren. Seit Dezember 2019 steht eine moderne Misch- und Dosieranlage bei Scheidel. »Mit dieser Investition möchten wir für unser Unternehmen ein weiteres Geschäftsfeld aufbauen«, betont Scheidel. »Scheidel Glastec wird Verbundsysteme aus Kunststoff/Glas sowie Kunststoff/Kunststoff mit weiteren Applikationsmöglichkeiten wie schaltbare Gläser, Funktionsgläser und
Hochsicherheitsgläser herstellen.«


Im Gegensatz zu Folien, die ebenfalls als Zwischenschicht in Verbundgläsern genutzt werden, gehen »Liquid Composites« beim Aushärten eine chemische Bindung zur Oberfläche ein. Zusätzlich bildet das Material selbst einen dreidimensional vernetzten Verbund, der sich selbst bei starken Temperaturschwankungen durch eine hohe strukturelle Stabilität auszeichnet und auch bei extremer Belastung nicht splittert, so der Hersteller. Gleichzeitig weise er im Vergleich mit herkömmlichem Panzerglas eine deutliche Reduzierung im Hinblick auf Gewicht und Paketstärke auf.

Markteinführung im Frühling 2020

Für alle Kombinationen mit Polycarbonat verwendet die Firma das Produkt »Ködiguard PC« von H.B. Fuller | Kömmerling. Das »Liquid Composite« bleibe nach dem Aushärtungsprozess flexibel. Durch die flexible Zwischenschicht verbiege sich der Verbund auch bei extremer Temperaturbelastung nicht, obwohl Polycarbonat und Glas unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten aufweisen. Bei der Anwendung Glas auf Glas kommt dagegen »Ködistruct LG« von H.B. Fuller | Kömmerling zum Einsatz. Dieses Material wurde speziell für strukturell anspruchsvollere Anwendungen wie kaltgebogene Verbundgläser oder Überkopfverglasungen entwickelt.  

Eberhard Scheidel ist zuversichtlich: »Fast alle Prüfzeugnisse für unsere Verbundwerkstoffe sind bereits erstellt, die Markteinführung rückt also in greifbare Nähe.«   J

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