Die Terasse verbindet Klima, Komfort und Gestaltung miteinander. Das Retentionsdach speichert Regenwasser und versorgt die Pflanzen. Gleichzeitig verbessert die Begrünung das Mikroklima: Sie reduziert Hitze im Sommer, wirkt im Winter wärmedämmend, bindet CO2 und verbessert die Luftqualität. Die großformatigen Beläge zwischen den Pflanzbereichen wurden auf dem Alu-Rahmensystem von Gutjahr verlegt.
Modernisierung statt Neubau
Wie sich ein bestehendes Bürogebäude zu neuem Leben erwecken lässt und dabei Funktionalität, Ästhetik und Nachhaltigkeit verbindet, zeigt das »Mergenthaler« in Eschborn. Nach den Bauarbeiten von 2023 bis 2025 bietet es heute moderne Büroflächen auf sieben Etagen. Ein durchdachtes Energiekonzept sorgt dafür, dass der Energiebedarf 69 Prozent niedriger ist als bei einem vergleichbaren Neubau. Das Gebäude nutzt Geothermie und Photovoltaik und kommt vollständig ohne fossile Brennstoffe aus. Damit erreicht es die Standards KfW 55 EE und LEED Platinum.
Dachterrasse nachhaltig in Szene gesetzt
Bei der Sanierung und Neugestaltung sollte auf der rund 1 000 m² großen Dachfläche ein großzügiger »Skygarden« entstehen – ein Ort, um den Kopf freizubekommen, im Freien zu arbeiten oder nach Feierabend miteinander ins Gespräch zu kommen. Wie beim gesamten Gebäude spielte auch auf dem Dach Ressourcenschonung eine zentrale Rolle. Gefragt war deshalb ein Terrassensystem, das langlebig, rückbaubar und zugleich möglichst leicht ist.
Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Macastena aus dem nahe gelegenen Frankfurt setzte dafür auf das Alu-Rahmensystem »TerraMaxx RS« von Gutjahr und kombinierte es mit dem Trockenstelzlager »TerraMaxx TSL«. Damit lassen sich großformatige Beläge komplett mörtelfrei verlegen. Das reduziert das Gewicht des Aufbaus deutlich – ein wichtiger Punkt auf der Dachfläche, um die Statik nicht unnötig zu belasten.
Auch ökologisch bietet die Trockenverlegung Vorteile: Weil kein Mörtel benötigt wird, müssen weniger zementhaltige Baustoffe hergestellt, transportiert und verarbeitet werden. Dadurch fällt weniger CO2 an. Zudem lassen sich die Komponenten bei einem späteren Rückbau sortenrein trennen und weiterverwerten. »Ein weiterer Pluspunkt, gerade auf Dachterrassen, ist, dass die Abdichtung grundsätzlich zugänglich bleibt. Das ist wichtig, falls später einmal geprüft oder nachgearbeitet werden muss«, sagt Artur Marger, Fachberater im Gutjahr-Außendienst. Er hat das Projekt eng begleitet.
Auch bei Höhenunterschieden einsetzbar
Das System aus »TerraMaxx RS« und »TerraMaxx TSL« lässt sich flexibel an unterschiedliche Aufbauhöhen anpassen. Das war besonders im Bereich der Punkt- und Bodenabläufe sowie der vorgesehenen Retentionsboxen wichtig: Durch die verschiedenen Gefälle auf der Dachfläche mussten Höhenunterschiede von 8 bis 15 cm ausgeglichen werden. Mit der Kombination aus Aluminium-Rahmensystem und Trockenstelzlagern ließ sich dies sauber umsetzen, ohne den Aufbau unnötig schwer zu machen.
Für eine weitere Herausforderung war das Alu-Rahmensystem ebenfalls eine passende Lösung: Der Terrassenbelag sollte nicht in einem Zug, sondern modular in kleinen Abschnitten verlegt werden. So konnte gleichzeitig in verschiedenen Bereichen gearbeitet werden. Die mörtelfreie Verlegung erleichterte diesen Ablauf deutlich: Es gab keine Trocknungs- oder Wartezeiten zwischen den einzelnen Arbeitsschritten. Dadurch konnten die Abschnitte schneller fertiggestellt und direkt weiterbearbeitet werden. Aufgrund dieses effizienten Vorgehens waren nur wenige Einsätze des Hochkrans nötig, um die Materialien – von den Platten bis zu den Pflanzgefäßen – nach oben zu bringen. Das leichtgewichtige Alu-Rahmensystem und das Trockenstelzlager von Gutjahr kamen dabei ohne Krantransport aus.
Leicht konstruiert – stabil aufgebaut
Bei der Auswahl des Systems war es dem Verarbeiter wichtig, gut zum Projekt beraten zu werden und einen erfahrenen Ansprechpartner an der Seite zu haben. Daher erstellte Gutjahr zunächst eine Detailplanung und schulte die Mitarbeiter vor Ort. Die Verarbeiter kamen auch deshalb gut mit der Arbeit voran, weil das System einfach zu handhaben ist. »Es waren im Grunde nur fünf Bestandteile nötig: Aluminiumschienen, drei passende Verbindungen und Stelzlager«, beschreibt Artur Marger. »Damit war der Aufbau schnell und einfach zu realisieren.«
Auf den Betonuntergrund mit Abdichtung wurden zunächst die Retentionsboxen eingebracht. Sie bilden den Wasserspeicher unter dem Terrassenbelag und nehmen Regenwasser auf, das später zeitverzögert abgegeben oder für die Begrünung genutzt werden kann. Darüber kam das Trockenstelzlager »TerraMaxx TSL« zum Einsatz. Es ist höhen- und neigungsverstellbar und eignet sich daher, um unterschiedliche Gefälle und Aufbauhöhen auszugleichen und die Rahmen auf die richtige Höhe zu bringen.
Durch die aufgestelzte Konstruktion entstand zugleich ein Hohlraum zwischen Abdichtung und Belag. Dort konnten Leitungen und Bodenabläufe geführt werden, die weiterhin zugänglich bleiben. Auf den Stelzlagern wurde anschließend das Aluminium-Rahmensystem »TerraMaxx RS« verlegt, das Gutjahr speziell für die schnelle und einfache mörtelfreie Verlegung großformatiger Beläge entwickelt hat. »Eine exakt ausgerichtete Unterkonstruktion ist bei großformatigen Platten entscheidend«, betont Artur Marger.
Die GaLaBau-Profis konnten die Aluminiumrahmen mittels Schraubverbindungstechnik ohne Vorbohren miteinander verbinden und exakt ausrichten. So entstand eine ebene, stabile Unterkonstruktion für die Ziegelplatten von Moeding Keramikfassaden, die als Bahnenware im Format 149 × 32,5 cm verlegt wurden. Die Fugen wurden offen ausgeführt, um das Oberflächenwasser in die Retentionsboxen zu führen.
Problemlose Revision
Ein weiterer Vorteil des mörtelfreien Aufbaus zeigt sich im laufenden Betrieb: Die Konstruktion bleibt revisionsfähig. Da die Platten lose auf dem Alu-Rahmensystem liegen, können sie bei Bedarf einzeln aufgenommen und wieder eingesetzt werden. So bleiben Retentionsboxen, Abläufe und Abdichtung zugänglich, etwa für Kontrollen, Wartung oder spätere Anpassungen. Vor allem bei intensiv genutzten Dachflächen ist das ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Funktionalität.
Nach Abschluss der Bauarbeiten ziehen seit Anfang 2026 nach und nach die Mieter in das modernisierte Gebäude ein. Für den Bauherrn Wöhr + Bauer ist der neue »Skygarden« ein zentrales Element des »Mergenthaler«: Er verbindet Arbeiten und Erholung, schafft Raum für Austausch und macht Nachhaltigkeit im Alltag erlebbar – mit viel Grün, Weitblick und einer Dachterrasse, die weit mehr ist als nur Außenfläche.