Industrie- und Gewerbebau

Ganz schön quer

Seit vielen Jahren wird Holz immer beliebter, die Nachfrage nach dem natürlichen Baustoff steigt kontinuierlich. Da wundert es nicht, dass die Holz verarbeitende Industrie ihre Kapazitäten ebenso stetig erweitert. Ein Beispiel dafür ist das traditionsreiche Unternehmen »Dickel Holz« aus Schmallenberg im Hochsauerland.

Im Zuge von Umbau- und Erweiterungsarbeiten wurde eine bislang als Lager genutzte Halle zur Produktionsstätte. Die neue Anlage, eine integralgesteuerte Reduzierbandsäge, nimmt nun mehr als die Hälfte dieser Halle ein. Mit der neuen Nutzung veränderte sich auch der An- und Ablieferprozess. Die Übergabestationen der zugeschnittenen Hölzer dienen dabei nur dem Warenaustausch – Personen oder Fahrzeuge kommen nicht durch diese Hallenzugänge. Daher konnten die Durchgänge sehr niedrig ausgeführt werden_ Die Tore kommen mit 1,50 m Höhe aus. Der Zuschnitt läuft automatisch an die Übergabestation, von außen nehmen Gabelstapler die Ware auf. »Das breiteste Tor kommt auf 11,45 m – das war also noch im üblichen Fertigungsprozess abzuwickeln«, berichtet der Teckentrup-Torexperte Thomas Bräutigam. Die Bestellmaße reichen bis 11,50 m Breite und 12 m Höhe. Auf Anfrage kann es noch deutlich darüber hinaus gehen_ 18 m (Windlastklasse 1) sind technisch realisierbar.
Eine weitere ungewöhnliche Lösung ist die Montage der Tore als »Außenroller«. So steht der Hallenraum vollständig für Säge und Arbeitsprozesse zur Verfügung. Weil die Übergabestation überdacht ist – in erster Linie, um das Holz zu schützen – brauchten diese Tore auch keine zusätzliche Abdeckung. Wesentlich größer sind die beiden Rolltore für Ein- und Ausfahrt_ 7,44 x 6,13 bzw. 6,165 x 6,00 m. »Das wirkt schon beeindruckend – obwohl unser Standardtor bis 12 m Höhe eingesetzt werden kann«, so Bräutigam. »ThermoTeck«-Rolltore zeichnen sich durch Wirtschaftlichkeit, Robustheit und einfache Konstruktion aus. Aufgrund der platzsparenden Rolltechnik und des widerstandsfähigen Rolltorpanzers eignen sie sich gerade für hohe und vor allem breite Hallenabschlüsse wie in Schmallenberg.Die Tore erfüllen die EN 13241-1 und somit alle europäische Anforderungen an mechanische Belastbarkeit, Nutzungssicherheit, Dichtigkeit und Windlast. »Gerade in der Industrie ist die Microprofilierung der Torpanzer ein Vorteil_ Das Tor fängt kleinere Stöße oder Kollisionen ab, wie sie schon einmal beim Stapler-Einsatz passieren können«, sagt Bräutigam.
Auch für Antriebe, Sicherheitsbauteile etc. mussten keine Sonder-Konstruktionen gefunden werden, hier kamen Lösungen aus der breiten Angebotspalette zum Einsatz. Alle Tore sind motorisch betrieben, für Sicherheit sorgen Schließkantensicherungen mit Optosensoren. Dem robusten Einsatz im Werk entsprechend sind die Tore doppelwandig.
Mit rund 20 Öffnungszyklen täglich liegt die Belastung der Antriebe nicht außergewöhnlich hoch, selbst im Sechs-Tage-Betrieb bleibt die Anlage damit deutlich unter der Belastung, für die die Motoren ausgelegt sind. Die Zufahrten werden zurzeit noch seltener bedient, sie kommen mit zwei bis drei täglichen Öffnungen aus. Ob das allerdings so bleibt, ist fraglich_ Setzt sich das Wachstum bei Dickel weiter fort, müssen vielleicht auch die Tore häufiger bewegt werden. Da die Tore auf 30000 Öffnungszyklen pro Jahr konzipiert sind, haben die Schmallenberger hier kein Hemmnis für Wachstum.

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