Das Dach

»Elphi« bietet befahrbare Meisterleistung

Architekturwunder mit gläserner Wellenkrone – die Elbphilharmonie, inzwischen liebevoll »Elphi« genannt, hat sich nach vielen Querelen während der Bauzeit als neues Wahrzeichen der Hansestadt Hamburg etabliert. Weil das Parkhaus im Untergrund über die

Fassadengrenzen hinausreicht, sind auf dem Vorplatz ebenerdig rund 4 300 m² Plattenbelag mit dem ZinCo-Systemaufbau »Fahrbelag mit Elastodrain« ausgeführt.

Oberhalb der mehrstöckigen Backsteinfassade des alten Kaispeichers A an der Elbe umfasst der moderne Glasbau zwei Konzertsäle von Weltklasse, Eigentumswohnungen, ein Hotel, Gastronomie sowie eine frei zugängliche Plaza in 37 m Höhe. Innerhalb des Backsteingebäudes befinden sich die Kai­studios, der Education-Bereich der Elbphilharmonie, ein Restaurant, der Spa-Bereich des Hotels sowie das Parkhaus, das im Untergrund über die Fassadengrenzen hinausreicht. Daher sind ebenerdig am Platz der Deutschen Einheit rund 4 300 m² Plattenbelag mit dem ZinCo-Systemaufbau »Fahrbelag mit Elastodrain« ausgeführt. Zufahrt frei!

Ganz bodenständig

Die Elbphilharmonie am Platz der Deutschen Einheit ist an drei Seiten von Wasser umgeben und nur von der Ostseite für Fahrzeuge zugänglich. Zufahrt, Zugang und auch der Fähranleger »Elbphilharmonie« liegen alle in dieser Richtung. Über eine großzügige und offen gestaltete Treppe gelangen Besucher, die per Schiff kommen, vom Anleger auf den Platz der Deutschen Einheit, der sich vom Vorplatz des Gebäudes über seine Südseite bis in die westliche Spitze erstreckt.
Dieser ganze Bereich steht nicht nur Fußgängern offen, sondern auch Lieferfahrzeugen, die die Elbphilharmonie anfahren. Da sich die Tiefgarage bis unter die südseitige Zuwegung erstreckt, bedarf diese (Dach-) Fläche nicht nur hoher Tragfähigkeit, sondern auch besonderen Schutzes. Genau dies bietet der ZinCo-System-
aufbau »Fahrbelag mit Elastodrain« auf insgesamt 4 300 m², der von der Hamburger Firma Zum Felde GmbH ausgeführt wurde.

Aufbau nimmt alle Lasten auf

Grundlage war die um 2 % geneigte Stahlbeton-Tiefgaragendecke mit unterlaufsicherer bituminöser Verbundabdichtung. Hierauf wurde von Oktober 2011 bis Juni 2012 der System-
aufbau »Fahrbelag mit Elastodrain« aufgebracht, beginnend mit einer zweilagigen Trenn- und Gleitlage. Trennlage ist das 1000 g/m² schwere objektspezifische Vlies, das zusätzlich mechanischen Schutz bietet, da es etwaige Steinchen oder Schmutzteile absorbieren kann. So können diese nicht nach unten in die Abdichtung gedrückt werden. Die Gleitfunktion bewirkt die Folie »TGF 20« als zweite Lage.
Nun schloss sich die hoch belastbare Dränage- und Bautenschutzmatte »Elastodrain EL 202« an. Diese ist aus vollvulkanisiertem Kautschuk und laut Hersteller mit hoher Noppenzahl und extremer Steifigkeit (Shorehärte: 75 Shore A) als Unterbau für solch hohe Belastungen wie Fahrbeläge gut geeignet. Der ringsumlaufende Stufenfalz und spezielle Verbinder ermöglichen die passgenaue Verlegung der 1 x 1 m großen Platten.
Im Anschluss folgte das mechanisch ebenfalls hoch belastbare »Systemfiltervlies PV«, ein verfestigtes, extra steifes Filtervlies aus 100 % Poly-
propylen. Dieses dient der Abgrenzung der Dränageschicht gegenüber der nun folgenden Schicht aus Schotter und Splitt. Radlader verteilten die rund 600 kg Schotter pro m², denn durch die verlegten »Elastodrain EL 202«-Elemente war die Dachabdichtung der Tiefgarage bestens geschützt und das Befahren mit schwerem Baugerät fortan problemlos möglich.

Provisorische Baustraße
Für den weiteren Verlauf der Bautätigkeit war nun ein provisorischer Belag vorgesehen. Das dafür verlegte Betonverbundpflaster in 10 cm Stärke erstreckte sich zunächst bis zur Hälfte Richtung Kaikante, direkt entlang der Südfassade. Abgestützt durch eine Randeinfassung und Holzverbau war diese Baustraße sofort nutzbar. Nachdem die zweite Hälfte bis zur Kaikante fertiggestellt war, konnte der ganze Bereich genutzt werden für Zufahrt und Lagerung von Baumaterial, für Baugeräte, Baumaschinen und Container. Während der provisorische Pflasterbelag Spuren der starken Beanspruchung über die Folgejahre der Bautätigkeit davon trug, liegt die Abdichtung sicher geschützt unterhalb der Elastodrain »El 202«-Elemente.

Belag mit historischem Bezug

Von März bis September 2016 fand der Wechsel von provisorischem Belag zum finalen Pflasterbelag statt – auch das eine organisatorische Herausforderung, da die anderen Bautätigkeiten an der Elbphilharmonie zu dieser Zeit unvermindert weiterliefen. Auch bei der Wahl der Pflasterbeläge wollten die Architekten der Elbphilharmonie die Tradition des Hafens sichtbar machen und ließen eigens eine neue Steinkreation aus Kupferschlacke entwickeln, wie sie bis ins vorige Jahrhundert hinein im Hafengebiet nahezu flächendeckend verwendet wurde.
Die Sichtflächen der 12 cm starken neuen Steine wurden wassergestrahlt oder geschliffen. So entstanden durch leicht unterschiedliche Oberflächen und Formate mit der Kantenlänge von jeweils 20 cm auf 18/20/22 cm homogene Reihenverbände, die im Bereich der Südfassade optisch reizvoll in Form eines langen »Zebrastreifens« verlegt wurden. Nicht nur die Steindicke, sondern auch die Verlegeart im Reihenverband stellt laut ZinCo sicher, dass die Pflasterung in ihrer Form erhalten bleibt – auch bei horizontalen Lasten, die durch Bremsen, Lenken und Beschleunigen der Fahrzeuge entstehen.

Viel technisches Know-how

Vom Plattenbelag auf der Tiefgaragendecke bis zum wellenförmigen Glasdach steckt die Elbphilharmonie voller besonderer Ideen, die sie als architektonisches Meisterwerk auszeichnen. Bei der Verwirklichung der Ideen war von allen Projektbeteiligten technisches Know-how in höchstem Maße gefordert. Seit dem Eröffnungskonzert im Januar setzt sich die Meisterleistung auf bautechnischer Ebene nun auf musikalische Art und Weise fort.

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