Das Dach

Elegante Moderne

Mehr Wohnraum im Bestand, diese Devise gilt vor allem in Ballungszentren. Schon seit Jahren zählt das Dach als Ausbaureserve Nummer eins. In der Metropole Berlin entstanden innerhalb von zwölf Monaten im ungenutzten Dach eines dreigeschossigen denkmalgeschützten Wohnhausensembles sechs überaus attraktive Eigentumswohnungen.

Schon nach ihrem Bau in den Jahren 1928 / 29 galt das »Haus Salzbrunn« im Berliner Stadtteil Schmargendorf als Teil der eleganten Moderne. Der Entwurf stammt von Harry Rosenthal, der es verstand, etablierte Gestaltungsmittel und die Strömungen des Neuen Bauens miteinander zu verbinden.

Dach des Ensembles
wurde wiederbelebt
Wie aus einem langen Schlaf erweckt, wurde nun gerade dieser Gebäudezug wiederbelebt. Genauer gesagt, das Dach dieses Ensembles. Die Wohnungen in den drei Häusern sind in Privatbesitz. Einzig das Dach, das sich über die drei Gebäude erstreckt und giebelseitig mit je einem Walmdach abschließt, war bis dato ungenutzt. Zunächst erwarb der Bauherr das komplette Dachgeschoss. Anschließend erfolgte die Überplanung des Daches nach den Vorstellungen des Teams der Allegra Grund und Boden, umgesetzt durch Architekt Hans-Jürgen Gerboth aus Hamma. Während die äußere Hülle sich an den Vorgaben des Denkmalschutzes orientieren musste, sollten – analog zu zwei Wohnungen pro Etage – im Dachraum ebenfalls zwei Wohnungen pro Einheit entstehen.
Zur Umsetzung der in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz entstandenen Planung war zunächst der komplette Abriss des vorhandenen Daches bis zu den Sparrenauflagern notwendig. Dieser erfolgte abschnittsweise pro Wohnhauseinheit. Zunächst begannen die Handwerker an dem Walmgiebel zur Charlottenbrunner Straße. Nach Abriss des Daches schlug der mit den Zimmerer- und Dacharbeiten beauftragte Zimmermann Volker Köhler den neuen Dachstuhl auf. Neben den straßenseitigen Gauben, zahlreichen Dachflächenfenstern und Dachbalkonaustritten sowie den südseitigen Loggien war auch das für jede Wohnung geplante Galeriegeschoss im neuen Dachstuhl zu berücksichtigen. Aus gestalterischen Gründen bleibt ein Großteil des Dachstuhls raumseitig sichtbar. Deshalb ordnete der Architekt das komplette Dachschichtenpaket oberhalb der Sparren an.Komplettlösung
aus einer Hand
Um die vom Denkmalschutz definierte Firsthöhe nicht zu überschreiten, musste die Aufsparrendämmung samt Lattung und Ziegeleindeckung ein bestimmtes Maß einhalten. Gleichzeitig sollte natürlich eine optimale Dachraumausnutzung ermöglicht werden. Das Team der Allegra Grund und Boden in Abstimmung mit Zimmermeister Volker Köhler entschied sich deshalb in Bezug auf das Dachschichtenpaket für eine Koramic Komplettlösung von Wienerberger.
»Nicht nur, dass alle Komponenten bestens ineinander greifen, sondern auch, dass im Vorfeld dank der technischen Beratung wie U-Wert-Berechnung die Abstimmung und Abwicklung deutlich vereinfacht werden, sprach für die Lösung aus einer Hand«, so das Team der Allegra Grund und Boden. Zudem hat Wienerberger mit dem Koramic Doppelmulden-Falzziegel »Tradi 15« genau die Ziegelform im Programm, die seitens der Denkmalschutzbehörde als Deckmaterial gefordert wurde.

 Raumseitig sichtbar
Grundlage für den Dachaufbau oberhalb der Sparren in 10 / 16 bildet eine Holzfaser-Platte in 10 mm Stärke. Die großformatigen Platten wurden so verlegt, dass die Plattenstöße weitgehend durch Sparren oder Querriegel verdeckt werden und raumseitig eine durchgehende Ansichtsfläche ergeben. Oberhalb der Platten verlegten die Dachhandwerker zunächst die Aufsparren-Dampfbremsbahn »Koramic Vapor Stop 2S«.
Die robuste und mehrlagig aufgebaute Bahn aus gewebeverstärkter Polyolefin-Beschichtung und Trägervlies eignet sich für den luftdichten Abschluss des wärmegedämmten Daches gemäß der DIN 4108. Zudem ist die mit einem doppelseitigen Selbstklebestreifen ausgestattete Bahn als sofort vor der Witterung schützende Vordeckbahn geeignet. Dies kam den Dacharbeiten während der Wintermonate sehr entgegen.Hochwirksam dämmend
Als Aufsparrendämmung verwendeten die Fachhandwerker das Dämmelement »Koramic Max« in 120 mm Stärke mit beidseitiger Aluminiumkaschierung. Dank der Kantenausbildung mit umlaufender Nut und Feder ist mit den 2 400 mm x 1 020 mm großen Dämmelementen eine vollflächige Dämmung ohne Wärmebrücken realisierbar. Oberseitig ist das Steildach-Dämmelement aus PIR / PUR Hartschaum zusätzlich mit einer reißfesten und regensicheren Unterdeckbahn kaschiert.
Diese überlappt winkelseitig und ist außerdem beidseitig mit einer Selbstklebeschicht ausgestattet. Dadurch war der neue Dachaufbau bereits während der Erstellungsphase sofort nach der Verklebung der Unterdeckbahnen witterungsgeschützt. Der baubiologisch unbedenkliche Dämmstoff ist unverrottbar, schimmel- und fäulnisbeständig sowie recyclingfähig. In der beim Dachgeschossneubau in Berlin verwendeten Stärke von 120 mm liegt der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit bei λ = 0,023 W (m.K). Die Aufsparrendämmelemente wurden zunächst über die gesamte Dachteilfläche verlegt. Notwendige Aussparungen für Dachflächenfenster oder Dachbalkonaustritte schnitten die Dachhandwerker erst direkt vor deren Einbau aus. Natürlich kamen die Dämmelemente der Aufsparrendämmung auch an den straßenseitigen Gauben zum Einsatz. Sowohl das Gaubendach wie auch die Gaubenwangen fassten die Handwerker mit den Dämmelementen ein. Zum Witterungsschutz der Gauben während der Bauphase – die Gaubendächer selbst sind als Null-Grad-Dächer angelegt – verlegten die Dachdecker zusätzlich noch die ebenfalls zum System gehörende Unterdeckbahn »KoraTech Classic«. Wie auf dem gesamten Dach befestigten die Dachdecker die Aufsparrendämmelemente durch eine zuvor angeordnete Konterlattung mit 240 mm langen Systemschrauben. Mit speziellen Dichtungen in Form von Nageldichtmaterial schützten die Dachprofis die Konstruktion gegen das Eindringen von Feuchtigkeit zwischen Konterlatten und Aufsparrendämmung.Historische Deckung
Abschließend folgte die Traglattung sowie die Deckung mit dem Koramic Doppelmulden-Falzziegel »Tradi 15« in naturrot. Mit seiner Form vereint er überzeugend Tradition und moderne Technik. Er lässt sich nicht nur mit vielen historischen Modellen kombinieren und wird deshalb sehr oft bei der Denkmalpflege eingesetzt, sondern überzeugt auch durch sein geringes Gewicht von circa 3,1 kg. Alle Gauben erhielten eine Stehfalzdeckung aus Zinkblech. Neben den südseitigen Loggien, die als einzige Bauteile halbrund über den Bestandsbau hinausragen, zeichnet sich die zum Garten gerichtete Dachfläche vor allem durch großflächig verglaste Segmente aus. Diese sorgen für eine ausreichende Belichtung der Wohnungen sowohl im Hauptwohnbereich als auch auf den Galerien. Über ein direkt über der Verglasung angeordnetes und farblich abgestimmtes Verschattungssystem aus Lamellen lässt sich der Lichteinfall automatisch steuern. Während straßenseitig das Dach dem historischen Vorbild entspricht, konnte der Bauherr in Abstimmung mit dem Denkmalschutz auf der weniger einsehbaren rückseitigen Dachhälfte moderne Elemente integrieren. Mit der kompletten Erneuerung des Daches auf dem »Haus Salzbrunn« entstanden insgesamt sechs neue Wohnungen. Unter Einbeziehung aller Vorgaben seitens der Denkmalpflege wurde das Dach in Farbe und Material weitgehend dem historischen Vorbild entsprechend wiederhergestellt. Zugleich konnte durch die Koramic Komplettlösung von Wienerberger ein den aktuellen energetischen Anforderungen entsprechender Wohnraum geschaffen werden. Zusätzlich sorgen die Loggien und verschatteten Glassegmente für einen gewissen Hauch »eleganter Moderne«.

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