Das Bad

»Die Fliese ist erst verkauft, wenn sie richtig verlegt ist«

Am Rande der Cersaie diskutierten Repräsentanten der europäischen Keramikbranche über eines der derzeitig drängendsten Themen_ »Fit für die Zukunft – Weiterbildung für Fliesenleger und Fliesenhändler«, so der Titel der hochkarätig besetzten Veranstaltung, die von der EUF – der Europäischen Union der Fliesenfachverbände – und dem italienischen Fliesenherstellerverband Confindustria Ceramica initiiert wurde.

Confindustria Ceramica-Präsident Vittorio Borelli begrüßte die Teilnehmer der Konferenz und betonte, dass die Fliesenhersteller, Fliesenleger und Fliesenhändler als Partner für eine gemeinsame Sache noch stärker an einem Strang ziehen müssten mit dem Ziel, den Verbrauch an keramischen Fliesen weiter zu erhöhen. »Um die Kundenzufriedenheit zu sichern, müssen wir unsere Kräfte bündeln innerhalb der Wertschöpfungskette zwischen der Produktion, der Vermarktung bis hin zur fertigen Verlegung, so Borelli.

»Wir müssen die Professionalität der
Fliesenleger weiter vorantreiben.«
Paolo Colombo, Präsident des italienischen Fliesenlegerverbandes Assoposa


Beziehung zwischen Herstellern
und Verarbeitern verbessert

EUF-Präsident Jacques Vinet wies auf die Dringlichkeit hin, als EUF die verschiedenen Verbände der EU-Mitgliedsstaaten zusammenzubringen. Im Verlauf der vergangenen zehn Jahre habe sich die Beziehung und die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Verarbeitern deutlich verbessert. Und das sei auch nötig, denn das Material entwickele sich ständig weiter, die Fliesen würden in immer größeren Formaten gefertigt – eine Herausforderung an die Industrie, aber vor allem auch an die Verarbeiter.

»Wir sprechen die Sprache der Fliesenleger, und zwar länderübergreifend. Wir müssen Antworten auf internationaler Ebene finden und auf die Veränderungen reagieren.«
Peter Goegebeur, EUF

Der Vorsitzende des Bundesverbandes des Deutschen Fliesenfachhandels (VDF), Michael Zink, nannte die Weiterbildung das derzeit wichtigste Branchenthema. Man habe die »VDF-Akademie« gegründet mit dem Ziel, die Mitarbeiter in den Ausstellungen an die Probleme heranzuführen. »Es liegt im Interesse der Industrie, dass gut ausgebildete Berater und Beraterinnen zur Verfügung stehen. Der VDF unterhält keine eigenen Schulungsstrukturen, sondern thematisiert und fördert die Weiterbildung der Mitarbeiter im Fliesenfachhandel. Weiterbildungsthemen werden durch den VDF im Dialog mit seinen Mitgliedsfirmen und ausgewählten Herstellerpartnern gemeinsam definiert und zu einem Jahresprogramm zusammengefasst. Der VDF erstellt durch eine Abfrage bei seinen Mitgliedsfirmen eine Übersicht der aktuellen Schulungsmaßnahmen. Zeitgleich befragt er diese Zielgruppe nach Wunschthemen. Parallel dazu wird das aktuelle Schulungsangebot von Partnerunternehmen, in der Regel Hersteller, thematisch ausgewertet und als Übersicht gebündelt. Gemeinsam erarbeitet der VDF im Dialog mit seinen Mitgliedern und den Partnerunternehmen einen Katalog an Weiterbildungsangeboten. Die VDF-Webseite beinhaltet unter dem neuen Link »VDF-Akademie« eine komplette Übersicht aller Weiterbildungsthemen, Veranstaltungsorte und Termine. Das Bewerben und
Thematisieren der Weiterbildungsmaßnahme wird dann eine permanente Aufgabe des VDF sein.

»Die Fliese ist erst verkauft, wenn sie richtig verlegt ist.«
Silvio Boschian, Präsident des Schweizerischen Plattenverbandes

Gezielte PR-Maßnahmen
Durch gezielte PR-Maßnahmen, die Vergabe von VDF-Akademie-Urkunden sowie Preisen werde die Weiterbildung ständig propagiert und gefördert, so Zink. Dies sei eine langfristig ausgelegte Initiative, die am konkreten Beispiel von Weiterbildungsmaßnahmen den Dialog innerhalb der Branche fördere und thematisiere. Der VDF sei hierbei der Initiator und die Kommunikationsplattform. Karl-Hans Körner, der Vorsitzende des Fachverbandes Fliesen und Naturstein im ZDB, machte anhand
von Zahlenvergleichen die Misere deutlich_ Gab es in Deutschland im Jahre 2004 noch 14000 Fliesenlegerbetriebe – von denen 4000 im Verband organisiert waren, sind heute – nach Aufhebung der Meisterpflicht – über 70000 Betriebe am Markt, von denen nur noch 3000 dem Verband angehören. »Die Qualität des Handwerks ist weggebrochen.«
Um dem entgegenzuwirken, sei es dringend geboten, gemeinsam mit allen Beteiligten ein Qualitätssiegel zur Wertsteigerung der qualifizierten Betriebe zu schaffen, fordert Körner.Die EUF – europäische Vereinigung der nationalen Fliesenfachverbände mit Sitz in Saarbrücken – wurde 1958 gegründet. Zu ihren Aufgaben gehört die Förderung der Kommunikation, des Wissens-transfers sowie der Zusammenarbeit innerhalb der Mitgliedsverbände. Ferner bietet sie Unterstützung beim Aufbau neuer nationaler Fliesenlegerverbände sowie den Erfahrungsaustausch und Initiierung von Projekten in den fachlichen, technischen, berufsständischen, sozialrechtlichen und wirtschaftlichen Themenbereichen. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Förderung der beruflichen Aus- und Fortbildung. Die EUF ist Kommunikationsplattform für die Industrie, den Handel, das Handwerk, Verbände und Institutionen der Europäischen Gemeinschaft.

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