Braun-steine GmbH Ein Ort mit viel Atmosphäre

Wo früher grauer Beton dominierte, laden heute warme Farben, Schattenplätze und Blühflächen zum Verweilen ein. Der neu gestaltete Innenhof der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg (HVF) zeigt, wie Freiraumgestaltung aussehen kann: funktional, nachhaltig und mit viel Gespür für Atmosphäre. Bei der Belagsgestaltung wurde auf Produkte von Braun-Steine zurückgegriffen.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Braun-steine

Früher war der Innenhof zwischen den Gebäuden 4 bis 7 der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg vor allem eines: funktional, aber wenig einladend. Kaum Sitzgelegenheiten, unmoderne Beläge, zu wenig Fahrradabstellplätze, nur vereinzelte Grüninseln – ein Ort des Durchgangs, nicht des Verweilens. Heute präsentiert sich das rund 6 000 m² große Areal als offener, grüner Campusraum mit Aufenthaltsqualität. Im Zuge der umfassenden Modernisierung der Hochschule wurden die Außenanlagen neu konzipiert – mit dem Ziel, den Freiraum zukunftsfähig, ökologisch und identitätsstiftend zu gestalten. Mit der Planung wurde das Landschaftsarchitekturbüro Birke Hörner aus Ludwigsburg beauftragt. »Bei dem gesamten Projekt standen Funktion, Nachhaltigkeit, Werthaltigkeit, Ressourcenschonung und Biodiversität im Mittelpunkt«, sagt Inhaberin Birke Hörner. »Unser Ziel war eine durchgängige, harmonische Gesamtgestaltung im Einklang mit der Natur, offen für viele Nutzungen und Nutzer.«

Nachhaltig gedacht, regional gemacht

Im nahen Umfeld der vier Gebäude entstanden 128 neue Fahrradstellplätze, 94 davon überdacht. Um barrierefreie Zugänge zu schaffen, wurde das Gelände modelliert, terrassiert und die vorhandene Steigung abgeflacht. Besonderes Augenmerk lag auf der Belagsgestaltung. Sie prägt das Bild des Innenhofs. Statt der alten, einheitlich im Ellenbogenverband verlegten Flächen entschied man sich für ein modernes Pflasterkonzept, dessen Grautöne mit den Fassaden harmonieren.

Ebenso wichtig wie die Optik: die Herkunft und Nachhaltigkeit der Materialien. »Bei öffentlichen Bauvorhaben spielt die nachhaltige Produktion eine immer größere Rolle«, erklärt Richard Beck, Gebietsleiter bei Braun-Steine. Das Unternehmen setzt bereits seit 2015 auf ein Energiemanagement-System nach DIN EN ISO 50001. Zuschlagsstoffe stammen überwiegend aus der Region, Produktionsreste werden ohne Qualitätsverlust ­wiederverwertet. Argumente, die Bauherren und Planer überzeugten. »Zunächst haben wir auf dem Campus Musterflächen mit ›Lambada Forte‹, ›Redotto-RC‹, ›Velvet Concrete‹ und ›Arcado‹ angelegt«, erinnert sich Beck. Die Entscheidung fiel schließlich auf »Lambada Forte«: ein Pflaster, das ein lebendiges, variierendes Flächenbild erzeugt – robust genug für Lkw-Befahrung und zugleich elegant im Erscheinungsbild. Die Steingrößen sind frei wählbar. Das Verlegebild – ein gemischter Reihenverband – wurde gemeinsam mit dem Büro Hörner individuell für den Innenhof ausgearbeitet. Die Flächen der Fahrradstellplätze wurden mit »Redotto-RC« gestaltet, das das Verlegemuster der Wege aufnimmt und so ein stimmiges Gesamtbild schafft.


Das Büro Hörner schuf auf dem Campus klimaangepasste Räume: sonnige und schattige, durchlüftete und windgeschützte. Ein Vorplatz mit Holzsitz- und Liegebänken lädt zum Verweilen ein, ein Zwischenhof mit baumüberstelltem Holzdeck bildet das ­kommunikative Zentrum. Ein großer Tiefhof unter dichtem Laubdach bietet Platz für Gruppen und Veranstaltungen, während eine erhöhte Terrasse mit Holzplattformen und Hecken als ruhiger Rückzugsort dient. Beete mit Bodendeckern, Solitärstauden und Zwiebelpflanzungen begleiten die Hauptwegeachse und sorgen das ganze Jahr über für wechselnde Blühaspekte. Ehemalige Rasenflächen wichen Sonnen- und Schattenblühwiesen – kleine Biotope, die Wildbienen und anderen Insekten Nahrung und Lebensraum bieten.

Ein »rotes Sofa« als Herzstück

Im Tiefhof zieht ein außergewöhnliches Gestaltungselement die Blicke auf sich: ein mehr als 25 m langes »rotes Sofa« aus Beton. Es zieht sich über drei Seiten des Platzes, wirkt wie aus einem Guss. »Der Wunsch war, dass das ›Sofa‹ ohne sichtbare Fugen über Eck läuft«, erzählt Richard Beck. Gemeinsam mit den Fachleuten von Braun-Steine entwickelten die Landschaftsarchitekten die passgenauen Formteile. Zunächst wurde ein Holzmodell gefertigt, mit leicht abgeschrägter Sitzfläche, damit Regenwasser abfließen kann. Jedes Eckelement – 1,84 m lang und maximal 2,5 t schwer – enthält Aussparungskörper aus Polystyrolschaum zur Gewichtsreduktion.

Für das endgültige »Sofa« kam bewehrter Beton mit rundkörnigem Kies zum Einsatz, terrakottarot eingefärbt und anschließend gesäuert. So erhält die Oberfläche ihre samtige Haptik und leuchtet warm im Sonnenlicht. Am Fuß jedes Elements ist Platz für LED-Leuchtbänder, die abends ein sanftes Licht auf den Boden werfen.

Vor der Mensa gelegen, ist der Tiefhof heute ein beliebter Treffpunkt, besonders zur Mittagszeit. Ein Baumdach aus Amberbäumen spendet Schatten und taucht den Platz im Herbst in leuchtendes Rot. Zürgelbäume und Kupferfelsenbirnen ergänzen den Bestand: klimagerechte Gehölze, die Blüte, Laub und Herbstfärbung zu einer Jahreszeiteninszenierung verbinden und zugleich Vögeln Nahrung bieten. So ist aus einem nüchternen Funktionsraum ein lebendiger Campusplatz geworden.

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