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Thomsit | PCI Gruppe: Seit 75 Jahren Effizienz und Sicherheit für das Bodenleger-Handwerk

Wenn es um neue Produkte und Weiterentwicklungen geht, wird von den Handwerkern und Verarbeitern immer wieder eines gefordert: Effizienz. Denn Zeitdruck ist auf den Baustellen Alltag und Produkte, die einen schnelleren Baufortschritt oder ein einfacheres Handling ermöglichen, erleichtern die Arbeit ungemein. Diesen Grundsatz verfolgt auch Thomsit – und das bereits seit 75 Jahren. Permanent entwickelt der Spezialist für Fußbodentechnik Produkte, die das Bearbeiten und Verlegen von Böden schneller, einfacher und sicherer machen. Auch zum Jubiläum präsentiert Thomsit neue Produkte – Verarbeiter dürfen sich noch in diesem Jahr auf Innovationen bei den Spachtelmassen und Grundierungen freuen. Zudem wartet Thomsit, die Teil der PCI Gruppe ist, mit zahlreichen Aktionen zum 75-jährigen Jubiläum auf. Darüber und über viele weitere Themen hat der baustoffPARTNER mit Marc C. Köppe, Vorsitzender der Geschäftsführung der PCI Gruppe, sowie Holger Sommer, Director Business Unit Floor Laying Systems, gesprochen.

Von Christine Seif

Vor 75 Jahren wurde Thomsit als Marke der Thompson-Werke in Düsseldorf gegründet, seit 2017 gehört das Unternehmen zur PCI Gruppe. »Bereits seit 1946 entwickelt Thomsit Innovationen für das Bodenleger-Handwerk«, erzählt Holger Sommer, Director Business Unit Floor Laying Systems. »So z. B. den ersten lösemittelfreien und gebrauchsfertigen Linoleum-Kleber, ein absolutes Vorreiter-Produkt. Insgesamt setzte Thomsit kontinuierlich auf die Weiterentwicklung emissionsreduzierter und lösemittelfreier Produkte – diese sind auch nach wie vor das Aushängeschild von Thomsit.«

2004 brachte Thomsit die silanmodifizierte Klebertechnologie auf den Markt und setzte damit endgültig einen Schlussstrich unter die Produktion lösemittelhaltiger Parkettklebstoffe in Deutschland. »Die neuen Hochleistungsklebstoffe waren seinerzeit ein Novum auf dem Markt – ebenso wie die staubarme Spachtelmasse, die 2008 entwickelt wurde, oder die Turbo-Technologie, die seit 2009 einen schnelleren Baufortschritt ermöglicht und gerade bei Zeitdruck einen deutlichen Vorteil bietet«, so Sommer.

Neue Firmengruppe, neue Möglichkeiten

Einer der größten Meilensteine in der Thomsit-Geschichte war wohl die Eingliederung 2017 in die PCI Gruppe, die für Thomsit ganz neue Möglichkeiten eröffnet hat. »Seitdem haben wir sowohl in Infrastruktur und Anlagen als auch in Personal investiert«, berichtet Marc C. Köppe, Vorsitzender der Geschäftsführung der PCI Gruppe. »Im Fokus stand zu Beginn besonders die Produktion – heute produziert Thomsit an drei Standorten in Augsburg, Wittenberg und Hamm. Das ist bezüglich der Logistik ein großer Vorteil, da wir schnell lieferfähig sind und keine langen Wege zurücklegen müssen. An allen drei Standorten haben wir massiv investiert, um die Kapazität zu erweitern«, so Köppe. Hinzu kommt, dass die Vertriebsstruktur in den vergangenen Jahren enorm ausgebaut wurde und immer noch wird.

Dritter Punkt der neuen Strategie innerhalb der PCI Gruppe war ein neuer Markenauftritt. Dazu wurde der Claim »Make it!« ins Leben gerufen, das Logo neu gestaltet, ein Kundenbindungsprogramm eingeführt und stark in den digitalen Auftritt sowie Services investiert. »Wir wollten das Markenprofil noch deutlicher schärfen, außerdem sind unsere Kunden zunehmend digitaler am Markt – daher war klar, dass sich auch Thomsit in diese Richtung entwickeln muss«, so Sommer.


Denn bei Thomsit stehen die Bedürfnisse der Kunden klar im Vordergrund – besonders bei der Entwicklung neuer Produkte ist dies oberstes Gebot: »Bei uns laufen fortwährend Screenings am Markt, zudem sind unsere 40 Außendienstmitarbeiter permanent nah am Kunden, haben ein breites Netzwerk und bekommen dort mit, was sich die Verarbeiter wünschen und was gebraucht wird«, so Sommer. »Auch hier profitiert Thomsit wieder von der PCI Gruppe, denn dort gibt es eine eigene große Forschungsabteilung, die die Rückmeldungen vom Markt direkt aufnimmt und umsetzt. Wir entwickeln somit auf Basis der Marktbedürfnisse neue Technologien und innovative Produkte«, weiß Köppe. Gefordert werden dabei von den Verarbeitern vor allem die Attribute Sicherheit und Schnelligkeit – eine Baustelle muss sicher und schnell erledigt werden können. Eine schnelle Belegreife spielt daher bei der Entwicklung eine zentrale Rolle. In diesem Hinblick dürfen sich die Verarbeiter in diesem Jahr noch auf Innovationen freuen: »Noch in diesem Jahr werden wir neue Produkte bei den Spachtelmassen und Grundierungen auf den Markt bringen, die noch mehr Effizienz ermöglichen. Genaueres gibt es dann zur Markteinführung der Produkte. Selbstverständlich ist unsere Forschungsabteilung derzeit an weiteren Entwicklungen dran, die dann voraussichtlich 2022 erhältlich sind«, verrät Sommer. Auch Marc C. ­Köppe ist stolz auf die Leistung des gesamten Teams: »Wir haben bei der PCI Gruppe einen Innovationsindex (Produkte ‹ 5 ­Jahre) von gut 25 Prozent – also einen konstanten Fluss an innovativen, verbesserten Produkten. Das ist uns wichtig und daher investieren wir in diesen Bereich auch signifikant. Zudem ist dieser Index ein klarer Indikator dafür, dass unsere Produkte auch einen Markt finden.«

Neue Herausforderungen, aber auch neue Chancen

Trotz all den Erfolgen war das vergangene Jahr auch für Thomsit sowie die gesamte PCI Gruppe ein ganz besonderes, verbunden mit vielen Herausforderungen wie der Ausgliederung aus der BASF-Gruppe und neuen Situationen, die es zu bewerkstelligen galt. »Die Corona-Krise hat natürlich auch uns vor massive Herausforderungen gestellt. Um die Produktion zu sichern und die Mitarbeiter zu schützen, haben wir nahezu sofort die Abläufe umgestellt und Schichten entzerrt, um so wenig Mitarbeiter wie möglich einer Ansteckungsgefahr auszusetzen – bis heute haben wir Einschränkungen, um hier auf Nummer sicher zu gehen. Zudem arbeiteten alle Nicht-Produktionsmitarbeiter, wenn möglich, im Homeoffice. Das hat sehr gut funktioniert und wir hatten in allen Niederlassungen sehr niedrige Fallzahlen, deutlich unter dem Bundesschnitt. Wir hoffen, dass das auch künftig so bleibt«, so Köppe. ­Allerdings hat die Corona-Krise in einem Bereich als wahrlicher Booster gewirkt, Stichwort Digitalisierung. Über diesen positiven Nebeneffekt freut sich auch der Vorsitzende der Geschäftsführung. »Die PCI Gruppe hat nochmals einen deutlichen Sprung hinsichtlich digitaler Medien gemacht, so zum Beispiel bei digitalen Schulungen oder auch Interaktionen via Livestream. Auch der Ausfall nahezu aller physischen Messen hat uns dazu angespornt, neue Online-Tools und digitale Messeformate zu entwickeln. Von diesen Fortschritten profitieren wir jetzt, das ist wirklich faszinierend zu sehen, was hier alles innerhalb kurzer Zeit entwickelt und möglich gemacht wurde.«

Prognosen für 2021: zweistelliges Umsatz-Plus

Auch bezüglich des Umsatzes ist Thomsit sowie die gesamte PCI Gruppe gut durch das Pandemie-Jahr gekommen. »Wir haben das Jahr 2020 mit einem hohen einstelligen Umsatz-Plus abgeschlossen und sind in Summe profitabel gewachsen. Auch das Jahr 2021 ist gut angelaufen und wir haben keine Lockdown-Täler zu beklagen. Daher verzeichnen wir aktuell ein zweistelliges Umsatz-Plus – und das trotz neuer Herausforderungen – ich denke, damit können wir sehr zufrieden sein«, so Köppe.

Preissteigerungen nicht mehr aufzuhalten

Mit Herausforderungen spricht der Geschäftsführer unter anderem die branchenweiten Probleme bezüglich der Logistik sowie der Rohstoffknappheit an. In der Bauchemie gab es bereits zum vierten Quartal in 2020 eine sehr spürbare Verknappung, zum Beispiel bei Silikonen oder Dispersionen. Aber auch Euro-Paletten sind knapp und das bedeutet in den meisten Fällen eine drastische Verteuerung. »Auch bei der PCI Gruppe sind diese Probleme leider spürbar. Zu Beginn des Jahres haben wir die Auswirkungen der internationalen Lieferengpässe zu spüren bekommen und auch die Verknappung oder teils sogar der Lieferausfall von Vorprodukten hatte negative Auswirkungen. Dank unserem breiten Portfolio und einem guten Zulieferer-Netzwerk konnten wir meist eine Alternative anbieten. Allerdings gehen all diese Engpässe und Verknappungen mit enormen Verteuerungen einher. Für die PCI Gruppe bedeutet dies Mehrkosten in Millionenhöhe – das kann von unserer Seite nicht komplett kompensiert werden und so müssen wir diese Preiserhöhungen leider zu einem gewissen Grad weitergeben«, so Köppe. »Ich möchte zugleich betonen, dass die aktuellen Preissteigerungen so kurzfristig und teils so drastisch sind, dass es leider nicht anders geht. Wir wissen, dass für unsere Kunden Planbarkeit sehr wichtig ist, aber das wird derzeit extrem erschwert. Es sind uns hier zu einem gewissen Grad die Hände gebunden und wir müssen diese höheren Preise akzeptieren, um lieferfähig zu bleiben.« Marc C. Köppe rechnet aktuell mit einer Entspannung der Lage nicht vor Beginn des Jahres 2022. »Ich denke, diese Probleme werden uns noch eine ganze Weile begleiten, zumal auch der derzeitige große Rückstau – selbst bei einer marktseitigen Entspannung – erst einmal abgearbeitet werden muss.«

Jubiläum wird mit einem Mix an Aktionen gefeiert

Verhalten bleiben Holger Sommer und Marc C. Köppe auch, wenn es um die Corona-Inzidenzzahlen und große Feierlichkeiten anlässlich des 75-jährigen Jubiläums von Thomsit geht. »Wir hätten natürlich gern ein großes Fest zum Jubiläum veranstaltet, aber das ist wegen der Corona-Situation schlichtweg kaum möglich. Daher planen wir zwar einige Aktionen zum Jubiläum, wollen aber auch nichts übers Knie brechen«, erzählt Sommer. »Es gibt schon das gesamte Jahr über einen Mix aus physischen und digitalen Angeboten – von Gewinnspielen bis hin zu verschiedenen Kundenaktionen.« So hatte Thomsit zum Beispiel im Mai ein »Power Race« veranstaltet, ein virtuelles Rennen, bei dem jeder Teilnehmer Kilometer zurücklegen konnte. Insgesamt sind mit rund 100 Teilnehmern über 4 000 Kilometer zusammengekommen – daraus ergab sich eine Spendensumme von 1 500 Euro, die jetzt an die »Wings for Life Foundation« übergeben wurde.

Über solche Aktionen freut sich Holger Sommer besonders, denn Thomsit liegt ihr Umfeld und auch die Umwelt am Herzen. Daher ist auch Nachhaltigkeit im Unternehmen ein großes Thema. Allerdings soll das nicht über einzelne Produkte realisiert werden, Thomsit verfolgt hier einen unternehmensweiten Ansatz. »Wir versuchen bereits bei den Rohstoffen, so nachhaltig wie möglich einzukaufen, sprechen dazu mit Vorlieferanten und achten auf kurze Transportwege und CO2-Emissionen«, so Sommer. »Wir wollen kein ›green washing‹ durch einzelne nachhaltige Produkte. Wir wollen das Thema ganzheitlich ausrichten, von der Logistik über die kundennahe Produktion bis zur Zertifizierung ganzer Produktionsanlagen. Zudem versuchen wir, gesundheitsschädliche Stoffe aus den Produkten zu eliminieren – wir nähern uns diesem Thema also breit gefächert an.« ­

Neben dem Ausbau der Nachhaltigkeit hat Thomsit viele weitere Pläne für die Zukunft – einer davon ist die Internationalisierung der Marke. »Wir möchten in den nächsten Jahren nicht nur unsere führende Rolle in Deutschland ausbauen, sondern weitere Märkte erschließen. Neben den eigenen Organisationen, zum Beispiel in Tschechien, der Slowakei oder Benelux, wollen wir unseren europäischen Ansatz deutlich verstärken«, so Sommer.   J

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